Ein E-Book hilft Frauen bei der Karriereplanung

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
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Ines Röbbecke arbeitet als Ingenieurin und engagiert sich in einem Netzwerk für Frauen in den Naturwissenschaften, dem Verein Femtec Alumnae. Foto: Röbbecke

Aachen. Mädchen können nicht rechnen, haben kein Verständnis für Technik und wollen keine Karriere machen: Die alten Vorurteile, mit denen Frauen in den naturwissenschaftlichen Fächern konfrontiert werden, gibt es noch. Um dem entgegenzuwirken, haben sich acht junge Frauen zusammengeschlossen, um Geschlechtsgenossinnen Tipps mit auf den Weg zu geben – in Form eines E-Books.

Eine von ihnen ist Ines Röbbecke, die an der RWTH studiert hat. Röbbecke hat von 2010 bis 2016 Entsorgungsingenieurswesen in Aachen studiert. „Anfangs habe ich mich nicht richtig nach Aachen getraut“, erzählt sie. „Als ich dann hier war, habe ich schnell festgestellt: Das geht eigentlich! Man muss sich nur trauen.“

Genau das wollen Röbbecke und die anderen Initiatorinnen von „Frau Macht“, die sich während des Studiums kennengelernt haben, anderen vermitteln: Dass man sich mehr trauen muss. „Wir wollen unseren Leserinnen mit auf den Weg geben, wie man sich behaupten kann“, erläutert Röbbecke. Während ihres Studiums habe sie beispielsweise in Gruppenarbeiten bemerkt, dass Männer sich häufig mehr zutrauen. „Die Kommilitonen haben die Verantwortung gerne übernommen, während die Kommilitoninnen häufig zurückhaltend waren“, beschreibt sie ihre Beobachtung.

Vor allem sollen Frauen den Männern auch deshalb nicht das Feld überlassen, weil Technik viel Freude macht: „Ich habe nach der Schule ein freiwilliges ökologisches Jahr gemacht“, sagt sie. Dabei habe sie festgestellt, dass Umwelt und Technik sehr eng miteinander verzahnt sind, und dass es gerade Ingenieure seien, die sich beruflich mit Naturschutz auseinandersetzen. Das hat sie irgendwann nach Aachen geführt. „Und die Zeit in Aachen habe ich als sehr angenehm empfunden.“

Nach dem Studium geht es mit dem Berufseinstieg weiter: Sie habe nur wenige Frauen erlebt, die ganz konkrete Gehaltsvorstellungen hatten. Auch hier plädiert Röbbecke dafür: Man muss sich mehr trauen.

Der Begriff „Zutrauen“ kann nach der Erfahrung von Röbbecke und ihren Freundinnen durchaus in unterschiedliche Sinne gemeint sein. „Eine Frau, die sich für ein Studium entscheidet, hat andere Sorgen als eine Frau, die Berufseinsteigerin ist“, sagt Röbbecke. Will ich Karriere machen? Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich mein Kind früh in einer Kindertageseinrichtung anmelde? Immer wieder würden solche Fragen im Netzwerk besprochen.

Auch andere Frauen, nicht unbedingt nur aus dem Bereich der Naturwissenschaften, können ihre konkreten Tipps an Geschlechtsgenossinnen weitergeben. Die Gedanken werden sortiert und auf dem Blog gesammelt gebracht. „Irgendwann haben wir mindestens 200 Tipps zusammen“, sagt Ines Röbbecke lachend. Sie geht davon aus, dass die Gruppe noch mindestens anderthalb Jahre an dem Projekt arbeiten wird.

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