Ein Begegnungszentrum für Senioren im Preuswald

Von: Margot Gasper
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Mitten im Grünen, aber kaum Infrastruktur: Die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Aachen-Stadt, richtet im Preuswald einen Senioren-Stützpunkt mit Begegnungszentrum ein. Foto: Manfred Kistermann
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Freuen sich über die Unterstützung der Stiftung Wohlfahrtspflege: Koordinatorin Gaby Lang, AWO-Geschäftsführerin Gabriele Niemann- Cremer und AWO-Referentin Marianne Kuckelkorn (v.l.). Foto: Heike Lachmann

Aachen. Der Preuswald, wo über die Jahre so vieles weggebrochen ist, bekommt im neuen Jahr ein neues Stück Infrastruktur. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) eröffnet im Quartier eine Anlaufstelle, die sich vorrangig an ältere Menschen richtet. An der Reimser Straße 84 wird ein Senioren-Stützpunkt mit Begegnungszentrum eingerichtet. Im Februar soll schon Eröffnung sein.

Gaby Lang wird das neue Zentrum als Koordinatorin managen. „Seit 2009 steht ein solches Begegnungszentrum als Maßnahme im Sozialentwicklungsplan der Stadt“, erinnert sie. Die Arbeiterwohlfahrt habe viel Erfahrung mit dem Aufbau von Seniorenbegegnungszentren. Allerdings werden die in der Regel aus bestehenden Begegnungsstätten, aus gewachsenen Strukturen, weiterentwickelt. „Im Preuswald aber fangen wir bei null an“, weiß Lang. „Das wird schon eine Herausforderung.“

Sehr bewusst nimmt die Arbeiterwohlfahrt die Senioren als Zielgruppe in den Blick. „Für Kinder, Jugendliche und Familien gibt es bereits gute Angebote, die auch vernetzt sind“, sagt Marianne Kuckelkorn, Referentin für Verbandsarbeit bei der AWO und Koordinatorin des Begegnungszentrums Aachen-Ost. „Von Senioren aber hören wir immer wieder: Im Preuswald gibt es nichts für uns.“

Das soll sich nun ändern. An der Reimser Straße übernimmt die AWO Räume, die früher schon einmal für die Seniorenbegegnungsstätte der Diakonie genutzt wurden. „Schöne, helle Räume im Erdgeschoss, gut einsehbar und behindertengerecht erreichbar“, freut sich Gaby Lang. Sie kann es kaum erwarten, dass es losgeht: „Wenn die Handwerker flott sind, können wir im Februar eröffnen.“

Die spannende Frage wird dann sein, welche Angebote die Älteren im Stadtteil sich denn wünschen und wie man die Senioren in die Aktivitäten des Zentrums einbeziehen kann. Zum Auftakt soll es zusammen mit dem Gesundheitsamt der Städteregion ein Projekt geben, das in Aachen-Ost schon sehr erfolgreich läuft: „Bewegte Geschichte(n)“.

„Gemeinsam mit den Menschen wollen wir im Preuswald Rundgänge erarbeiten, die ihre Geschichten erzählen“, erklärt Lang. Material gibt es reichlich, ist sie überzeugt: „Die Schmuggelzeit in den 1930er Jahren, die 1970er Jahre, als die großen Neubauten entstanden.“ Da gibt es viele Erinnerungen, ist die Koordinatorin überzeugt.

Die AWO will aber auch erkunden, welchen Bedarf das Quartier hat. Welche Dienstleister fehlen? Welche Lücken lassen sich durch Versorgungsketten schließen? „Die Senioren sollen möglichst lange selbstständig im vertrauten Umfeld bleiben“, sagt Marianne Kuckelkorn. „Begleitservice, Einkaufsservice und Nachbarschaftshilfe werden da ganz wichtig.“ Schließlich gibt es im Preuswald mittlerweile so gut wie nichts mehr an Infrastruktur.

„Nur noch die Sparkasse, einen Frisör, einen Physiotherapeuten“, zählt Lang auf. Eng möchte die AWO im Preuswald mit dem Stadtteilbüro zusammenarbeiten. Und vor allem sollen Netzwerke gestrickt werden. Gaby lang denkt zum Beispiel an eine Nachbarschaftsbörse: „Für Menschen, die helfen wollen, und Menschen, die Hilfe brauchen.“ Möglichst schnell wolle man im Preuswald ein Ehrenamtsnetzwerk aufbauen, sagt Marianne Kuckelkorn.

Schon jetzt steht fest: Sobald das Begegnungszentrum den Betrieb aufnimmt, soll es an jedem Montagmorgen ein Frühstück geben, organisiert mithilfe von ehrenamtlichen Kräften. Und vorher eine Portion Gymnastik für Senioren.

Auch die Annington hilft

Die Deutsche Annington, Besitzerin des Mietwohnungsbestands im Preuswald, stellt der AWO die Räume für den Senioren-Stützpunkt mietfrei zur Verfügung. „Wir tragen die Unterhaltungs- und Verbrauchskosten“, erläutert AWO-Geschäftsführerin Gabriele Niemann-Cremer.

Gaby Lang kann den Seniorenstützpunkt zunächst drei Jahre lang mit einer vollen Stelle koordinieren. Die Stadt übernimmt 12,5 Wochenstunden der anfallenden Personalkosten. Die restliche Finanzierung ermöglicht die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW. „Diese Anschubfinanzierung über drei Jahre ist sehr wertvoll für uns“, betont Niemann-Cremer. Auch Marianne Kuckelkorn ist überzeugt: „In einem Viertel wie dem Preuswald müssen wir klotzen, nicht kleckern.“

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