Ein Baum für den neuen Bau

Von: Daniel Gerhards
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Ein junger Baum als Grundstein: Heerlens Bürgermeister Paul Depla (l.) gibt den Startschuss für das „Eco/nnect-Gebäude” im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Avantis. Foto: Daniel Gerhards

Aachen/Heerlen. Noch ist das erste Gebäude des „Stadtviertels von morgen” nicht fertig. Das ist dem harten Winter geschuldet. Doch am Sonntag legten die Verantwortlichen des Projekts im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Avantis den Grundstein für das zweite Gebäude des fünfstufigen Bauprozesses.

„Eco/nnect” wird das neue Gebäude heißen. Der energieeffiziente Mehrzweckbau wurde von zwei Architekturstudenten der Hogeschool Zuyd, Leroy Mekrs und Roel Derx geplant. Sie setzten sich gegen 30 weitere Studenten-Teams durch. Laut ihrem Entwurf sollen wiederverwertbare Baumaterialien zum Einsatz kommen. So soll etwa „so wenig Stahl wie möglich verbaut werden”, erklärt Derx.

Das Gebäude wird zu einem Großteil unter einer aufgeschütteten Erdschicht liegen. So schützt sich der Bau selber vor dem Lärm der nahen Autobahn. Zudem werden die Räume natürlich klimatisiert. Von vorne wird die Front aus Glas und Holz zu sehen sein. Die Glas-Galerie reicht auch über den Erdwall hinaus.

Auf ihr sind durchsichtige Solar-Kollektoren angebracht, die Strom für das Gebäude liefern. „Das war nicht einfach, von einem Hochschulprojekt zu etwas Realistischem zu kommen”, erklärt Derx. Dabei hatten sie allerdings tatkräftige Unterstützung aus der Wirtschaft. Denn beim „Stadtviertel von morgen” konnte die Hochschule 70 Kooperationspartner aus der Wirtschaft gewinnen.

Entstanden sei das ganze Projekt auf Initiative der Hoogeschool Zuyd, erklärte Gabriél Bergmanns, Direktor des „Stadtviertels von morgen”. „Zu der Theorie sollten die Studenten auch praktische Arbeit lernen - und zwar richtige praktische Arbeit.” Studenten lieferten die architektonischen und ingenieurwissenschaftlichen Pläne. Der Bau wird von Berufsauszubildenden durchgeführt.

Vorbild werden

Im zweiten Teil des „Stadtviertels von morgen” steht das Thema „Nachhaltigkeit” im Vordergrund. Das Gebäude produziert seine Energie selber. In einer Art Wintergarten werden Obst und Gemüse für den eigenen Verzehr angebaut. Zudem soll es Büroräume und Platz für Gastronomie geben. „Das Gelände kann zwar nicht permanent bewohnt werden”, erklärt Avantis-Vorstand René Seijben, „aber für eine begrenzte Zeit, etwa für einen Forschungsaufenthalt, soll man dort auch wohnen können.”

Dieses Projekt könne auch für öffentliche und private Bauten zum Vorbild werden, sagte Heerlens Bürgermeister Paul Depla. „Wir wollen nicht nur über Nachhaltigkeit reden. Wir möchten hier etwas für unsere eigenen Gebäude lernen.” Zudem sorge das Projekt dafür, dass sich Wissenschaft und Wirtschaft gut vernetzten. So bekommen die Studenten schon früh die Möglichkeit, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die vielleicht schon bald ihre Arbeitgeber sind.

Gleich nach der symbolischen Baumpflanzaktion wurde der dritte Bauabschnitt vorgestellt. Dieses „Exergie”-Gebäude soll in der Lage sein, mehr Energie zu produzieren, als es selber benötigt.
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