Aachen - Eilendorfer fühlen sich aufs Abstellgleis geschoben

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Eilendorfer fühlen sich aufs Abstellgleis geschoben

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Geduld und Frustrationstoleranz der Eilendorfer Bezirksvertreter wurden auf eine harte Probe gestellt.

Grund war der harmlos klingende Tagesordnungspunkt „Anbindung des Eilendorfer Bahnhofs nach Wegfall des Haltes der Regionalexpresslinie R9”, der aufgrund eines Antrags der Grünen zustande gekommen war und die Bezirksvertretung nahezu eineinhalb Stunden beschäftigen sollte.

Der wesentliche Inhalt: Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wird der Rhein-Sieg-Express RE9 in Eilendorf nicht mehr halten, so dass es von dort aus keine Möglichkeit mehr gibt, nach Köln zu kommen, ohne umzusteigen, abgesehen von zwei Verstärkerzügen morgens im Berufsverkehr.

Während der wortreichen Erläuterungen des Sachverhalts konnte durchaus der Eindruck entstehen, dass sich der Sinn der Maßnahme möglicherweise dem vortragenden Vertreter des Zweckverbandes erschloss, nicht jedoch den Bezirksvertretern oder den zahlreich erschienenen Eilendorfer Bürgern.

Nichts mehr zu ändern

Die wurden auf Verbesserungen im Angebot der Euregio-Bahn in diesem und im kommenden Jahr vertröstet. Da vor allem die Zuhörer der Auffassung waren, es handele sich um eine ergebnisoffene Diskussion, wollten sie vom Vertreter des Zweckverbandes wissen, ob es nicht möglich sei, die RE 9 wenigstens bis zum Dezember 2010 in Eilendorf halten zu lassen - bis da sollen die Verbesserungen im Angebot der Euregio-Bahn abgeschlossen sein.

Die eher schwammigen Einlassungen des Befragten veranlassten Bezirksvertreter Jürgen Römer (CDU) zum entschiedenen Nachfassen. Großes Erstaunen in der Runde angesichts der kleinlaut vorgetragenen Antwort, dass eine Änderung nicht mehr möglich sei, da „bereits Mitte April die Fahrpläne bestellt” worden seien.

Eine Auskunft, die Bezirksvorsteher Herbert Dondorf sehr verärgerte. Man habe völlig umsonst diskutiert, hätte man vorher davon gewusst, hätte man viel Zeit sparen können.

Wenig vergnügt zeigten sich auch die Sprecher der beiden großen Fraktionen in der Bezirksvertretung. Rolf Schäfer (SPD) kritisierte, dass die Vorschläge der Bezirksvertretung etwa zur Umgestaltung des Bahnhofs seit 20 Jahren wirkungslos verpufft seien.

Es sei in keiner Weise daran gearbeitet worden, die Fahrgastzahlen der Bahn in Eilendorf zu erhöhen, was vielleicht auch bewusst so angelegt worden sei. Dass die Leute heute mit dem Auto nach Rothe Erde oder nach Stolberg führen, um dort in den Zug nach Köln zu steigen, mache allerdings auch keinen Sinn. Gleichwohl werde man sich als Bezirksvertretung nicht durchsetzen können.

Kritik an Roland Jahn

In ähnlicher Weise hatte sich zuvor bereits Dieter Verheyen geäußert, der darüber hinaus den in Eilendorf wohnenden Grünen-Ratsherrn Roland Jahn angriff, der in die Sitzung der Bezirksvertretung gekommen war, um von seinem Rederecht Gebrauch zu machen. Jahn sitze in der Verbandsversammlung des AVV und habe mit entschieden, den Halt in Eilendorf wegfallen zu lassen. Nun wisse man, woran man sei. Es sei gelaufen, wie es seit vielen Jahren laufe. Eilendorf werde als Randgebiet betrachtet und seine Interessen hinten angestellt. Es gebe keine Hoffnung auf eine Änderung, da die Entscheidung nicht zurückgenommen werde.

In ihrem einstimmigen Beschluss rüffelten die Bezirksvertreter die Entscheidung des Zweckverbandes und forderten die zuständige Fachverwaltung der Stadt und die Aseag auf, bereits zuvor erläuterte Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu ergreifen. Dazu gehören eine verbesserte Anbindung des Eilendorfer Bahnhofs über veränderte Linienführungen und Haltepunkte bei den Linien 57 und 2, die Errichtung von dynamischen Fahrgastinformationssystemen sowie möglicherweise die Anbindung Eilendorfs an den Bahnhof Rothe Erde über eine Alternativroute der Linien 2 und 12.

Längerfristig ist auch an eine Umgestaltung des Eilendorfer Bahnhofs gedacht, um das Problem der weit auseinander liegenden Zugänge zu den beiden Bahnsteigen zu lösen.
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