Eifelverein: Vor dem Jubiläum droht das Ende

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Eigentlich wäre es Zeit, das 125-jährige Jubiläum vorzubereiten, stattdessen aber steht beim Eifelverein Aachen die mögliche Auflösung auf der Tagesordnung. Die 1891 gegründete Ortsgruppe des Wandervereins befindet sich in einer der kritischsten Phase seit ihrem Bestehen. Ob sie noch eine Zukunft hat, entscheidet sich auf der Mitgliederversammlung am 8. März.

In den Einladungen, die vor den Weihnachtstagen an die rund 230 Mitglieder versandt wurden, schildert der stellvertretende Vorsitzende Günter Heyde, wie ernst die Lage ist. So stehen unter anderem die Wahlen für den Vorsitz, die Geschäftsführung und die Kassenführung an, und noch gebe es für keinen der Posten Bewerber. Sollte es dabei bleiben, sei die Ortsgruppe nicht mehr geschäftsfähig und müsste aufgelöst werden.

Hintergrund sind offenbar erhebliche Differenzen innerhalb des jetzigen Vorstands, über die jedoch niemand offen reden mag. Einigermaßen zermürbt äußert sich Noch-Geschäftsführer Klaus Vey, der nach zwölf Jahren im Amt „keine Lust mehr“ hat, erneut als Geschäftsführer und Kassenwart anzutreten. „Man hat ein Jahr Zeit gehabt, einen Nachfolger zu finden, ich mache jetzt Nägel mit Köpfen und trete ab.“

Im Streit um Posten und Pöstchen ist anscheinend bei einigen Mitgliedern im Laufe der Jahre der Grundgedanke des Eifelvereins verloren gegangen. Statt Natur, Wanderung und Geselligkeit zu genießen, sollen es manche mehr auf Reisen und Ausflüge auf Vereinskosten abgesehen haben.

Noch hofft Heyde, dass sich ernsthafte Bewerber finden und den Fortbestand der Ortsgruppe sichern. Wie nahezu alle Vereine leidet allerdings auch der Eifelverein an einer „Überalterung“. Kaum mehr als 50 Aktive würden das Aachener Angebot nutzen, sagt Vey, „es sind überwiegend Senioren.“ Neuen Zulauf verspricht sich die Ortsgruppe unter anderem von Ulrike Rübsteck, die zur Gesundheitswanderführerin ausgebildet wurde und nun auch fitnessbewusste Teilnehmer ansprechen soll, die ansonsten wenig Sport machen.

Knapp 80 Wanderungen

Immerhin: Mit Wilfried Hartmann gibt es zumindest einen Interessenten für den Vorstandsposten. Doch er will seine Bewerbung von Satzungsänderungen abhängig machen, die aus haftungsrechtlichen Gründen nötig seien. „Es gibt Probleme“, sagt er, „aber noch ist der Verein nicht akut gefährdet.“ Den dringend benötigten Kassenwart hat allerdings auch er nicht aufzubieten.

So bleibt die Lage angespannt. Die für 2014 geplanten knapp 80 Ausflüge und Wanderungen werden jedoch wie im Wanderplan veröffentlicht stattfinden, versichert Vey. Sollte die Ortsgruppe Aachen am 8. März im Café Hangeweiher tatsächlich aufgelöst werden, könnten sich die Mitglieder immer noch der Ortsgruppe Kornelimünster oder dem Hauptverein in Düren anschließen.

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