Eifelsteig entwickelt sich zum Renner

Von: Margot Gasper
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Hinter Friesenrath geht es an Pferdekoppeln vorbei in den Wald. Eifelsteig-Manager Gerd Daniels kennt auf dem Gebiet der Stadt Aachen jeden Meter des Wanderwegs. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Wer mit dem Bus zum Eifelsteig fährt, der findet den Anfang künftig leichter. Die Haltestelle Napoleonsberg in Kornelimünster heißt jetzt ganz offiziell „Napoleonsberg/Eifelsteig”. Denn der Eifelsteig, 313 Kilometer von Aachen nach Trier, ist auf dem besten Weg, ein echter Renner zu werden.

Seinen Anfang nimmt der Fernwanderweg auf dem Marktplatz von Kornelimünster. Und von der ersten Wanderetappe - 14 Kilometer lang, 360 Meter Anstieg, 160 Meter Abstieg - liegen genau 7,6 Kilometer auf Aachener Gebiet. „Bis zur Gemeindegrenze von Roetgen”, sagt Gerd Daniels.

Er weiß das genau genau. Denn der stellvertretende Leiter des Bezirksamts Kornelimünster/Walheim macht auch den „Eifelsteig-Manager” für die Aachener Portion des Wanderwegs. Und er sieht mit Freude, wie viel Anklang der Wanderweg findet. „Ich habe noch nie so viele Leute mit Rucksäcken gesehen wie in den vergangenen Monaten”, berichtet Daniels. „Das Interesse ist groß. Besonders an den langen Wochenenden ist richtig viel los.”

Ähnliche Erfahrungen macht man beim „aachen tourist service” (ats). „Der Eifelsteig wird viel nachgefragt”, bestätigt Christina Crolla vom ats. Fast täglich gebe es Anfragen. Meist wollen die Wanderer wissen, wie sie zum Ausgangspunkt in Kornelimünster kommen oder von der Wanderetappe wieder zurück.

Gemeinsam mit dem Eifelverein kümmern sich die Kommunen entlang des Eifelsteigs um ihr Teilstück des Wanderwegs. Gerd Daniels im Bezirksamt hat deshalb ein offenes Ohr für alle Beschwerden und Anregungen. „Ich bin zuständig, wenn die Markierungen nicht vollständig sind”, erzählt er, „oder wenn der Zustand der Wege nicht ganz in Ordnung ist”.

Daniels kennt auch die „neuralgischen Punkte” seines Stücks Eifelsteig. Er weiß, wo es oft sehr nass ist und dass das gemütliche Stück Rasenweg unweit der Schleuser Mühle regelmäßig gemäht werden muss. „Darum kümmert sich der Stadtbetrieb”, so Daniels, „da kann man dann laufen wie auf einem Teppich”.

Das Projekt Eifelsteig stecke noch in den Kinderschuhen, betont er, da könne nicht alles gleich perfekt sein. Stichwort Markierungen: „90 von 100 Wanderern finden den Weg”, ist der Mann vom Bezirksamt überzeugt. Aber manchmal stehen doch ratlose Wanderer in der Landschaft und wissen nicht weiter. „Macht die Augen auf”, appelliert Daniels und setzt auf den Weitblick der Wanderer. Manchmal werden die hübschen Plaketten allerdings auch schlichtweg geklaut. „Vier Schrauben hat man ja schnell rausgedreht”, sagt Daniels. „Für Markierungen gibt es allerdings nur ein bestimmtes Budget”, erklärt er, „und für dieses Jahr ist das Geld eigentlich aufgebraucht”. Jetzt will Daniels versuchen, irgendwo ein paar Euro locker zu machen für neue Pfosten und Wegweiser.

Geschäftsleute profitieren

Der Eifelsteig ist ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt. Das haben auch die Geschäftsleute vor Ort in Kornelimünster erkannt. Auf der Wunschliste steht zum Beispiel eine große Infotafel. „Im Moment sind wir dabei, das Geld zu sammeln”, berichtet Walter Welter, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden und Freiberufler in Kornelimünster. Rund 6000 Euro, so Welter, werde der massive Blaustein samt Holztafel wohl kosten. Der IG-Vorsitzende ist zuversichtlich, dass das gute Stück bis Ende August aufgestellt werden kann.

Bei der Eifeltouristik GmbH in Prüm freut man sich unterdessen auf eine wichtige Auszeichnung für den Eifelsteig. Das Prädikat „Qualitätswanderweg wanderbares Deutschland” solle noch in diesem Jahr verliehen werden, erklärt Pressereferentin Uschi Regh.

Wer dann in Kornelimünster aus dem Bus steigt und losmarschiert, der wandert auf prämierten Pfaden.
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