„Eifelbahn“: Hobbygärtner fürchten um ihren Verbleib

Von: Nils Heinichen
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Aachen. In diesem Jahr feiert der Familiengartenverein „Eifelbahn“ sein 90-jähriges Bestehen. Gegründet in den 20er Jahren nutzten die Pächter ihre Kleingärten einst zum Anbau von Kartoffeln, Gemüse und Obst, um ihre Familien ernähren zu können.

Inzwischen beheimatet der Verein zahlreiche Hobbygärtner, die aus Liebe zur Natur ihr Stückchen Grün liebevoll bewirtschaften. Ob die Naturfreunde ihre Gärten jedoch dauerhaft behalten können, ist ungewiss.

In Zukunft könnte die Fläche von der Stadt beansprucht werden, um es zur Ausdehnung der in unmittelbarer Nähe ansässigen Industrie zu nutzen. In einem Schreiben deutete die Stadt dem Verein an, dass derartige Szenarien in Zukunft möglich seien. Auf einer Podiumsdiskussion im eigenen Vereinsheim diskutierten die Mitglieder zusammen mit Politikern der Stadt, inwieweit die Befürchtungen der Gärtner wahr werden könnten und welche Alternativen dann in Betracht kämen.

„Es ist möglich, dass das Gelände einmal anders genutzt wird. Es kann aber genauso gut nie passieren“, sagte der Aachener Fraktionsvorsitzende der Linken, Andreas Müller den Mitgliedern. „Falls ja, wird die Stadt jedoch dafür sorgen, dass Ihr Verein Ersatzflächen erhält. Im schlimmsten Fall stünde Ihnen dann ein Umzug bevor“, fügte er hinzu.

Hans-Dieter Schaffrath von der Freien Wählergemeinschaft widersprach Müller. So sei die Stadt nicht dazu verpflichtet, dem Verein Ersatzflächen zu schaffen. „Da es sich bei Ihrem Gebiet nicht um Dauergartenanlage handelt, haben Sie kein Recht“, erklärte er. „Das Schreiben des Oberbürgermeisters sagt klar, dass die Stadt das Gewerbe haben möchte und ihre Kleingartenanlage bald verschwinden wird“, ergänzte er. „Allerdings ist für Sie letztlich entscheidend, was die Politik sagt. Sie haben viele Möglichkeiten“, machte Schaffrath den Gärtnern Mut. Auch FDP-Politiker Hans Mambor und Roland Jahn von den Grünen machten dem Verein Hoffnung. „Sie müssen für Ihre Kolonie kämpfen. Nehmen Sie Ihre Bürgerrechte in Anspruch“, empfahl Mambor. „Das Gelände ist nicht für Kleingärten ausgelegt. Daher kann es gut sein, dass Sie weg müssen. Allerdings haben Kleingärten in Aachen eine sehr gute Lobby“, betonte Jahn.

Für die Bürger war insbesondere von Interesse, wann und ob sie eine Planungssicherheit bekommen. „Lohnt es sich noch, zu investieren? Es ist doch klar, dass wir in Sorge sind“, sagte ein Bürger. Auch finanzielle Aspekte standen im Mittelpunkt. „Wer bezahlt den Umzug, falls es dazu kommt?“, fragte eine Gärtnerin.


Da viele Fragen auch nach der Diskussion offen blieben, trifft sich der Vereinsvorsitzende Klaus Hardt Anfang nächster Woche mit Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp. Fest steht für den Verein bereits jetzt, dass er sich nicht kampflos vertreiben lässt.


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