Aachen - Ehrenamtliche Vormundschaft: Jeder kann Flüchtlingen helfen

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Ehrenamtliche Vormundschaft: Jeder kann Flüchtlingen helfen

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das Gesetz sieht es eigentlich ausdrücklich vor: Auch Ehrenamtler können die Vormundschaft für jugendliche Flüchtlinge und Kinder, die in Obhut genommen wurden, übernehmen.

Doch derzeit sind es vor allem hauptberufliche Vormünder und Amtsvormünder des Jugendamts, die die rechtliche Begleitung übernehmen. Sie müssen sich allerdings jeweils mit bis zu 50 Fällen beschäftigen und können dabei laut Ursula Braun-Kurzmann, Geschäftsführerin Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), kaum intensiv auf jeden einzelnen eingehen.

„Wir wollen die Ressource der ehrenamtlichen Vormundschaften wieder aktivieren“, meint sie. Vier Verbände haben sich zu diesem Zweck zusammengeschlossen. Gemeinsam suchen sie nun nach Menschen, die bereit sind, die verantwortungsvolle Aufgabe eines Vormunds zu übernehmen. Am Donnerstag, 18. September, findet von 18 bis 20 Uhr eine Infoveranstaltung in den Räumen des SkF in der Wilhelmstraße 22 statt.

Dort erfahren die Interessenten, welche Aufgaben, Rechte und Pflichten ein ehrenamtlicher Vormund hat, und welche Voraussetzungen er mitbringen sollte. „Die Ehrenamtler werden nicht einfach ins kalte Wasser geschmissen, sondern bei einer Schulung auf ihre neue Aufgabe vorbereitet“, so Braun Kurzmann.

In 21 Stunden, verteilt auf sieben Blöcke, werden sie unter andern mit Fragen zur Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen, dem Zusammenspiel von Vormund und Jugendamt, asylrechtlichen Perspektiven und Traumata bei Kindern und Jugendlichen vertraut gemacht. Die Schulung beginnt im Oktober.

Im Anschluss daran bekommen die Teilnehmer ein Zertifikat, das beim Familiengericht, das die Vormundschaften vergibt, einen großen Stellenwert hat. „Auch im Anschluss werden die Ehrenamtler nicht allein gelassen“, betont Braun-Kurzmann. Der Kontakt zu den Verbänden bleibe bestehen. Sie weiß aus Erfahrung, dass es viele Menschen gibt, die bereit sind, zu helfen, und hofft nun auf viele Interessenten.

Die Zahl der jugendlichen Flüchtlinge nehme ständig zu, und die Versorgung werde immer schwieriger, sagt sie. Im Gegensatz zum Paten hat der Vormund eine rechtliche Verantwortung. Er hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht seines Schützlings, gibt beispielsweise sein Einverständnis bei Operationen, kümmert sich um seine Vermögensangelegenheiten und begleitet ihn im Asylverfahren. Ob sich der Vormund darüber hinaus mit seinem Schützling treffen will, um gemeinsam Freizeit zu verbringen, bleibt ihm überlassen.

Die Arbeiterwohlfahrt, der Sozialdienst katholischer Frauen, der Katholische Verein für soziale Dienste und das Café Zuflucht sind die Verbände, die sich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam nach neuen Vormündern zu suchen. Sie versprechen sich davon eine intensivere Betreuung von jugendlichen Flüchtlingen und Kindern und Jugendlichen, die ohne ihre Eltern leben müssen.

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