Aachen - Eher ruhig in das neue Jahrzehnt

Eher ruhig in das neue Jahrzehnt

Von: Holger Richter und Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
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Trauriger Einsatz in Niederforstbach: Am Silvestertag wurde an der Rollefbachstraße die Leiche eines Mannes entdeckt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Gegenverkehr über Aachen: Von oben fielen die Schneeflocken auf die Kaiserstadt, von unten stiegen die Raketen in den Nachthimmel. Mit buntem Feuerwerk und krachend lauten Böllern haben in der Silvesternacht wieder zehntausende Aachener das neue Jahr begrüßt.

Getreu dem Silvesterklassiker „Dinner for one” gab es auch in Aachen - in weiten Teilen - die gleiche Prozedur wie in jedem Jahr. Die üblichen Feierzentren Pontstraße und Markt waren schon vor Mitternacht gut besucht.

Und - wie in jedem Jahr - konnten es vor allem auf dem Markt viele offenbar nicht abwarten, bis der Jahreswechsel endlich vollzogen war, sie feuerten ihre Raketen schon vor 0 Uhr ab.

Spektakel vor dem Casino

Alle Jahre wieder treffen sich viele Aachener an besonderen Punkten im Stadtgebiet, von wo aus man einen guten Blick auf die Stadt und das Feuerwerk darüber hat - etwa auf dem Lousberg oder auf der Eisenbahnüberführung an der Turmstraße.

Schon längst kein Geheimtipp mehr ist auch der Platz vor dem Spielcasino neben Eurogress und Quellenhof an der Monheimsallee. Von dort sieht man zwar nicht viel von der Böllerei über Aachen, dafür umso mehr von dem organisierten Feuerwerk, das von der Parkanlage rund um den Springbrunnen aus in den Himmel steigt.

In der Silvesternacht hatte das bunte Spektakel wieder mehrere hundert Schaulustige dorthin gelockt, die zunächst ihr selbst mitgebrachten Raketen und Knaller abfeuern konnten, bevor um etwa zehn Minuten nach Mitternacht die professionellen Feuerwerker das Kommando übernahmen.

Eine Ausnahme vom „Dinner for one” gab es aber auch: Denn mit der obersten Etage des neu errichteten RWTH-Parkhauses an der Professor-Pirlet-Straße feierte ein Aussichtsort in der Silvesternacht Premiere. Zunächst trauten sich nur einige wenige nach oben, doch die fanden bald viele Nachahmer, so dass das Parkdeck um Mitternacht gut gefüllt war.

Ebenfalls nicht die gleiche Prozedur wie im letzten Jahr gab es auch bei der Aachener Polizei, denn die vermeldete am Freitag eine verhältnismäßig ruhige Silvesternacht.

„Wir hatten eigentlich nichts Herausragendes”, bilanzierte nachmittags Roland Bongartz in der Leitstelle.

Sein Kollege vom Nachtdienst sei fast auf die gleiche Zahl von Einsätzen wie im Vorjahr gekommen. Das übliche Programm: Schlägereien, Randale, Streitigkeiten, Beschwerden über rücksichtslosen Böllereinsatz, Lärmbelästigungen, ein brennender Mülleimer, der aber schon gelöscht war, bevor die Uniformierten eintrafen.

Bei der Berufsfeuerwehr kommt man hinsichtlich des Jahreswechsels zu einem ähnlichen Ergebnis. Einsatzleiter Günther Stadtmüller: „Es war erstaunlich ruhig.” Kein einziges Mal habe man wegen verirrter oder fehlgeleiteter Böller ausrücken müssen, kein einziger Einsatz eines Löschzuges: „Normalerweise trifft man sich kurz nach Mitternacht irgendwo.”

Die größte Gewalt richtete sich zu Beginn des neuen Jahrzehnts wohl gegen den eigenen Körper: Es gab eine Reihe von Fahrten in Rettungswagen, weil Feiernde zu viel Alkohol in sich geschüttet hatten.

Zu Tode gestürzt

Den traurigste Einsatz des Jahreswechsels gab es am Donnerstag in Niederforstbach: Passanten entdeckten gegen 13.30 Uhr eine leblose Person am Rollefbachweg. Es handelte sich, wie sich später herausstellte, um einen 48-jährigen Mann aus Aachen, der sich möglicherweise schon einige Tage zuvor in den Tod gestürzt hatte.
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