„Egon“ gönnt Winterdienst keine Pause

Von: Werner Breuer und Laura Beemelmanns
Letzte Aktualisierung:
Wetter
Auf den Straßen ging es nicht recht voran, obwohl der Winterdienst mit Schaufeln und Fahrzeugen dem Schnee zu Leibe rückte. Auf glitschigen Fahrbahnen rutschten manche Autos aus. Foto: Harald Krömer (2), Ralf Roeger (3), Laura Beemelmanns (1), dpa (1)
13799579.jpg
Auf den Straßen ging es nicht recht voran, obwohl der Winterdienst mit Schaufeln und Fahrzeugen dem Schnee zu Leibe rückte. Auf glitschigen Fahrbahnen rutschten manche Autos aus. Foto: Harald Krömer (2), Ralf Roeger (3), Laura Beemelmanns (1), dpa (1)
13801104.jpg
Auf den Straßen ging es nicht recht voran, obwohl der Winterdienst mit Schaufeln und Fahrzeugen dem Schnee zu Leibe rückte. Auf glitschigen Fahrbahnen rutschten manche Autos aus. Foto: Harald Krömer (2), Ralf Roeger (3), Laura Beemelmanns (1), dpa (1)
13801105.jpg
Auf den Straßen ging es nicht recht voran, obwohl der Winterdienst mit Schaufeln und Fahrzeugen dem Schnee zu Leibe rückte. Auf glitschigen Fahrbahnen rutschten manche Autos aus. Foto: Harald Krömer (2), Ralf Roeger (3), Laura Beemelmanns (1), dpa (1)
13801099.jpg
Kinder wissen mit dem Schnee noch etwas Sinnvolles anzufangen, die Erwachsenen hatten dagegen ihre Probleme. Foto: Harald Krömer (2), Ralf Roeger (3), Laura Beemelmanns (1), dpa (1)
13799472.jpg
Auf den Straßen ging es nicht recht voran, obwohl der Winterdienst mit Schaufeln und Fahrzeugen dem Schnee zu Leibe rückte. Auf glitschigen Fahrbahnen rutschten manche Autos aus. Foto: Harald Krömer (2), Ralf Roeger (3), Laura Beemelmanns (1), dpa (1)

Aachen. Dass Schnee zwar schön aussieht, aber auch viel Arbeit macht, kann Dieter Lennartz nur bestätigen. „270 Kräfte im Winterdienst im Einsatz“, meldet der Leiter Abfallwirtschaft und Straßenreinigung beim Aachener Stadtbetrieb am Freitagmittag.

Seit vier Uhr morgens waren sie unter anderem mit 20 großen Lkw und 25 kleineren Fahrzeugen auf den Straßen der Stadt unterwegs. Mit den wichtigsten Verkehrsrouten der Stufe 1 auf ihrer Prioritätenliste hatten sie da schon genug zu tun. „Das alleine sind schon 276 Straßen mit einer Länge von insgesamt etwa 500 Kilometern“, erklärt Lennartz.

Wenn dann auf Schneefall weiterer Schneefall folgt, wird die Arbeit zur Sisyphusarbeit: Die Winterdienstler müssen sich nach den Räum- und Streueinsätzen am frühen Morgen dann am Vormittag weiter mit den Straßen der Stufe 1 abmühen. Was weiter unten auf der Prioritätenliste steht, muss warten. „Mit den Nebenstraßen und den Wohnsammelstraßen werden wir wohl noch den ganzen Tag zu tun haben“, schätzt Lennartz zur Mittagszeit.

Deshalb ist dann auch teilweise Schluss mit der Müllabfuhr. „Wir mussten einige Touren abbrechen“, berichtet er, „weil die Fahrzeuge in den kleineren Straßen nicht mehr fahren konnten.“ Es sei schlichtweg zu gefährlich. Betroffenen Bürgern, deren Tonne am Freitag nicht geleert wurde, verspricht der Leiter der Abfallwirtschaft baldiges Nachholen.

„Am Montag wollen wir versuchen, bei den abgebrochenen Touren dort weiterzumachen, wo wir heute aufgehört haben.“ Wenn dies nicht gelingen sollte, müsse aber niemand draufzahlen. Betroffene sollten dann am nächsten regulären Abfuhrtag einen normalen Sack mit dem inzwischen zusätzlich angefallenen Müll neben die Tonne stellen, rät Lennartz, der werde dann mitgenommen.

Doch am Freitag hat er erst einmal andere Sorgen, der Schnee hat Priorität. „Wir tun, was wir können“, sagt Lennartz, auch auf den Radwegen würden Prioritätenlisten abgearbeitet. Radler sollten sich bei dieser Witterung aber auch der Gefahren bewusst sein, mahnt er. Von Autofahrern wünscht er sich etwas mehr Rücksicht. Wenn sie Fahrzeuge des Winterdienstes überholten, entstünden oft „unnötige Gefahrenlagen“. Er empfiehlt, sich hinter dem Räumfahrzeug einzureihen.

„Auf das Wetter eingestellt“

Witterungsbedingte Unfälle gab es nach Mitteilung der Polizei allerdings kaum. „Dank der Vorwarnungen haben sich die Menschen auf das Wetter eingestellt“, vermutet Rita Klösges vom städtischen Presseamt. Dennoch appelliert sie: „Die Autofahrer sollten auch weiterhin angemessen fahren und vielleicht nicht jede Fahrt machen.“

Probleme machten eher zahlreiche ausgefallene Ampeln in der ganzen Region. Allein sechs waren in der Mittagszeit in Aachen ausgefallen. Vier davon konnten sofort repariert werden, die anderen beiden nur wenig später. Gegen 12 Uhr waren erst mal wieder alle Ampeln betriebsbereit. Betroffen waren unter anderem die Vaalser Straße und der Adalbertsteinweg. Das städtische Presseamt meldete, dass vermutlich Stromschwankungen die Ursache für den Ausfall der Ampeln waren.

Nachdem wieder alle ausgefallenen Ampeln funktionierten, fielen jedoch mehrere Ampeln am Kaiserplatz und den davon abführenden Straßen aus. „Eine Katastrophe“, wie Rita Klösges vom Presseamt sagt. Viele Autofahrer standen deshalb im Stau, der sich über die Wilhelmstraße bis zur Monheims­allee zog. Vier Polizeibeamte regelten kurzfristig für rund 50 Minuten den Verkehr. „Das war unproblematisch“, sagte ein Sprecher der Polizei. Gegen 15 Uhr war auch diese Störung behoben. Die Ursache für den zweiten Ausfall ist bislang noch gänzlich unbekannt. Der Rückstau hielt allerdings noch einige Zeit an.

Stau gab es in Kornelimünster eher weniger. Denn während der Schulbetrieb in den innerstädtischen Schulen laut Angaben des städtischen Presseamtes weitestgehend normal verlief, konnte am Inda-Gymnasium in Kornelimünster von einem „normalen Schulablauf“ keine Rede sein. Nur wenige Autos und Busse erreichten die Schule. Laut Schulleiter Arthur Bierganz waren „viel weniger Schüler dort als sonst“. Die Lehrer wären fast vollzählig – wenn auch verspätet – vor Ort gewesen.

Der Unterricht für diejenigen, die in der Schule waren, fand wie üblich statt. Dennoch habe er die Schüler in Absprache mit der Bezirksregierung Köln nach der sechsten Stunde nach Hause geschickt. „Es ist besser, wenn der Nachmittagsunterricht ausfällt, da für den Nachmittag wieder Schneefälle gemeldet sind“, so Bierganz am Mittag.

Die Schule hatte auf ihrer Webseite bereits am frühen Morgen des Freitags auf eine mögliche „Schnee-Problematik“ hingewiesen. „Es liegt daher im Ermessen der Eltern, ob die Schülerinnen und Schüler heute zur Schule kommen oder nicht“, stand dort geschrieben. Die zum Teil ausgefallenen Buslinien waren mitunter auch ein Grund für die geringe Schülerzahl.

„Keine Unfälle, keine Verletzten“

Dennoch berichtet Aseag-Sprecher Paul Heesel von einer relativ entspannten Atmosphäre in der Leitstelle des Verkehrsunternehmens. „Keine Unfälle, keine Verletzten – das ist doch erstmal das Wichtigste.“ Angesichts diverser Risiken, die dem Linienverkehr an Tagen wie diesen drohen, wiegen andere Probleme vergleichsweise nicht schwer. „Wir hatten Probleme an den Steigungen in Richtung Eifel“, berichtet Heesel. Auch das Wohnquartier Preuswald war für die Busse wegen des Anstiegs der Lütticher Straße schwer erreichbar.

Mitunter mussten die internen Streuteams der Aseag ausrücken, um auf glatter Fahrbahn liegengebliebene Busse wieder flottzumachen. Doppelgelenkbusse – besser bekannt als Long Wajong – blieben vorsichtshalber im Depot. Die Fahrer hätten sich aber gut auf die Witterung eingestellt. Die sorgte zwar am Morgen für Verspätungen von bis zu einer Stunde. Aber eben nicht für Unfälle mit Verletzten.

Leserkommentare

Leserkommentare (6)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert