Eckiges hilft dem Bunten Kreis

Von: Christiane Husmann
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Bittet Künstlerkollegen um Unterstützung: Gabriele Prill hofft erneut auf 100 eindrucksvoll gestaltete Kacheln. Der Verkaufserlös kommt der Hilfseinrichtung „Bunter Kreis” zugute. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Künstler helfen Kindern” - mit dieser Aktion hat die Aachener Künstlerin Gabriele Prill im vergangenen Jahr 7600 Euro für schwerkranke Kinder und ihre Familien gesammelt. Bald ruft sie zum dritten Mal Künstler auf, ihre Fantasie für den Bunten Kreis und dessen Familien in der Region Aachen einzusetzen.

„Diesmal möchten wir rund 10.000 Euro zusammen bekommen”, wünscht sich Prill. Ab 1. März können Künstler aus der Region und aller Welt wieder ihre Kunstwerke bei Gabriele Prill einreichen. An eine Vorgabe müssen sie sich strikt halten: Ihr Kunstwerk muss auf eine handelsübliche Kachel von 20 mal 20 Zentimetern passen.

„Für viele Künstler ist das interessant, weil die Kachel ein ganz anderes Medium ist als zum Beispiel Leinwand”, sagt die Organisatorin Gabriele Prill. Außerdem sei das auch eine Platzfrage, denn die Werke müssten zunächst bei ihr zu Hause gelagert werden, fügt sie schmunzelnd hinzu. Die ersten 100 gestifteten Werke, die bis Ende April bei ihr eintreffen sollen, platziert sie in einer Versteigerung auf der Aktions-Internetseite. Wer seinen Favoriten gefunden hat, kann mitbieten, um sich das gute Stück zu sichern.

Der Erlös geht an den Bunten Kreis der Region Aachen, der schwerkranke Kinder und ihre Familien nach einem Krankenhausaufenthalt in den Alltag begleitet und vernetzt. „Wir helfen den Eltern, zum Beispiel spezialisierte Ärzte und Therapeuten in ihrer Umgebung zu finden, wenn sie nach dem Krankenhausaufenthalt dafür den Kopf nicht mehr freihaben”, erläutert Monika Janssen, Leiterin des Bunten Kreises in Aachen.

Auch bei Pflegegeldanträgen helfen die Kinderkrankenschwestern des Bunten Kreises, die eine spezielle Zusatzausbildung zur Fallmanagerin absolviert haben. Ihre Arbeit wird zu 30 Prozent aus Förderprogrammen, wie beispielsweise der „Aktion Mensch”, bezahlt. Die restlichen 70 Prozent werden mit Spenden finanziert. Gabriele Prill möchte mit dem Erlös ihrer Aktion dazu einen Beitrag leisten. „Jede Familie kann plötzlich durch einen Unfall oder eine Krankheit betroffen sein, deswegen finde ich es wichtig, sich zu engagieren”, unterstreicht sie.

Seit Jahresbeginn sind schon die ersten sechs Kacheln bei ihr eingegangen, und auch sie selbst will in diesem Jahr ein eigenes Stück entwerfen. Manchmal sei es schwer, ein eigenes Werk zu schaffen, wenn die schon eingegangenen Kacheln die eigenen Ideen beeinflussten, meint sie. Doch Prill ist zuversichtlich: „Ich möchte auf jeden Fall auch ein Stück beisteuern.”

Live und in Farbe zu sehen sind die 100 Kacheln ab 24. September im Couven-Museum im Rahmen der „Kunstroute 2010”. Einen Monat später sollen die Kunstwerke an Meistbietende bei einer Live-Versteigerung verkauft werden. Im vergangenen Jahr hatte die Kachel des Künstlers Klaus Endrikat, ehemaliger Professor für Design an der Fachhochschule Aachen, mit 250 Euro den größten Gewinn eingebracht.

Großes Interesse galt auch dem Stück des Künstlers Conrad Haberland aus Massachusetts in den USA und vielen weiteren bekannten deutschen und ausländischen Künstlern. Prill und Janssen hoffen, dass bei der vorerst letzten Aktion dieser Art noch einmal viele namhafte Künstler mitmachen. Eine Neuauflage in den kommenden Jahren schließt Prill für sich selbst aus. „Ich sehe fast nur noch Quadrate”, sagt sie schmunzelnd. Deswegen möchte sie sich etwas Neues einfallen lassen, um Menschen in Notlagen helfen zu können.
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