Aachen - Echte Flusskrebse ziehen in die Stadtbücherei

WirHier Freisteller

Echte Flusskrebse ziehen in die Stadtbücherei

Von: Jule Klieser
Letzte Aktualisierung:
krebse_bu
Auch lebendige Krebse gibt es zu sehen: Monika Nelißen vom Ökologie-Zentrum und Dr. Harald Groß vom Edelkrebsprojekt NRW stellen ein Exemplar vor. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Ein krabbelndes Wassertier hat zur Zeit in der Stadtbibliothek ein temporäres Zuhause gefunden. „Flusskrebse in NRW und Aachen” heißt eine Ausstellung dort, bei der sogar einige lebende Exemplare in einem kleinen Aquarium, zwischen Steinen und Wasserpflanzen, zu bestaunen sind.

Mit im Wasser befinden sich außerdem ein paar Wasserschnecken und dienen auf diese Weise eventuell den Flusskrebsen zur Speise - falls die maximal 18 Zentimeter großen Panzertiere ihr eigenes Futter nicht leckerer finden, denn Süßwasserkrebse sind Allesfresser, wie Monika Nelißen vom Ökologie-Zentrum bei der Ausstellungseröffnung zu berichten wusste.

In der Natur nehmen Krebse Pflanzenteile, Laub, kleine Wassertierchen und auch Aas zu sich. Die zwei Signalkrebse, die in den Räumen des Ökologie-Zentrums im Welthaus eine Aquariumwohnung gefunden haben, lassen sich sogar mit Salami, Hundefutter, Brennesseln und Haferflocken begeistern. Mitarbeiter der Einrichtung hatten die beiden nach der letzten Krebssammelaktion adoptiert.

Fast ausgerottet

Signalkrebse und Kamberkrebse sind in heimischen Gewässern nämlich unerwünscht. Nicht, weil sie ursprünglich aus Amerika stammen, sondern weil sie von dort bestimmte Krebs-Krankheiten mitgebracht haben, gegen die sie selber resistent sind. Damit haben sie den europäischen Edelkrebs, der vereinzelt soger noch in der Aachener Wildbahn lebt, fast ausgerottet. Nun bemühen sich engagierte Flusskrebsfreunde, die minimalen Bestände wieder aufzupäppeln. Dazu gehört, den stärkeren Konkurrenten, in diesem Fall den Signalkrebs, durch Absammeln an zu starker Vermehrung zu hindern.

Krebse zu sammeln ist allerdings ein schwieriges Unterfangen, weil die Krebse sich tagsüber in Höhlen oder unter dem Sand verstecken. Erst im Dunkeln kommen sie heraus mit ihrem dunkelgrauen bis schwarzen Panzer. Der einheimische Edelkrebs darf natürlich gar nicht gefangen werden, weil er unter Artenschutz steht. Er ist von den robusteren Signal- und Kamberkrebsen nicht leicht zu unterscheiden.

Noch immer werden amerikanische Flusskrebsarten für Heim-Aquarien verkauft, und deren Besitzer wissen oft nicht, was sie tun, wenn sie die Tierchen in der Natur aussetzen. Fremde Arten können die einheimischen mir nichts dir nichts dezimieren. Von all dem erzählt die vom Edelkrebsprojekt NRW und Aachener Ökologie-Zentrum gestaltete Ausstellung in der Bibliothek noch bis 2. April in Stellwänden, Schaukästen und dem kleinen Aquarium.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert