Durchfahrt Elsassplatz: Mal verboten, mal erlaubt

Von: Georg Dünnwald
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Am Elsassplatz muss der Autofahrer höllisch aufpassen. Denn wenn rechtswidrig die Hüllen von den Verkehrsschildern entfernt werden, ist das Durchfahrtsverbot dennoch rechtsgültig. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Autofahrer war bass erstaunt, „Gestern war die Durchfahrt noch gestattet”, protestierte er, als der Polizist ihm ein Knöllchen über 15 Euro verpasste. Das war am vorigen Dienstag. Der Mann war über den Elsassplatz gefahren, ihm war das Schild „Durchfahrt verboten” nicht aufgefallen, weil es seit geraumer Zeit in beide Richtungen durch sogenannte Tüten verdeckt ist.

Doch vorige Woche präsentierten sich die Schilder einwandfrei. Der Fahrer schluckte, zückte seine EC-Karte und zahlte bargeldlos.

Als er am Montag den Elsassplatz per pedes betrat, sah er, dass die Durchfahrtsverbotsschilder wieder verhüllt waren. Was ihn überraschte und auch verärgerte. „Ich fühlte mich veralbert. Mal ist die Durchfahrt verboten, mal ist das Verbot wieder aufgehoben”, schüttelt er verständnislos den Kopf.

Dabei scheint die Erklärung einfach. „Möglicherweise haben böse Buben die Hüllen entfernt. Das passiert am Elsassplatz immer mal wieder. Und dann ist die Durchfahrt durch einen Streich oder die Tat eines missmutigen Bürgers, der sich durch die Autos genervt fühlt, wieder verboten”, vermutet Axel Costard vom städtischen Presseamt.

Verboten oder nicht verboten. Seit dem 14. April ist die Durchfahrt am Elsassplatz erlaubt, ab 15. Oktober wird sie dann wieder verboten sein. Geschäftsleute aus der Elsassstraße hatten beim zuständigen Fachbereich interveniert, den Elsassplatz wenigstens für die Zeit der Baumaßnahmen in der oberen Düppelstraße, am Adalbertsteinweg und in der Weißenburger Straße frei zu machen, dem Wunsch folgte auch die Verwaltung.

Dorn im Auge

Geschäftsleuten und vielen Bürgern, die im Ostviertel leben, ist die Sperrung des Platzes für den Individualverkehr ein Dorn im Auge. Und das schon seit der Umgestaltung der unteren Elsassstraße und des Platzes im Jahr 1977. Aber die Verwaltung stellte sich quer, wenn anderslautende Wünsche an sie herangetragen wurden. Polizei und Aseag, so war von Politikern zu hören, hätten etwas gegen eine generelle Öffnung.

Was den SPD-Ratsherrn Mathias Dopatka aber nicht anficht. Er stellte für die SPD Aachen-Ost den Antrag, die sogenannte „Platte” für den Durchgangsverkehr zu öffnen. Das Durchfahrtsverbot habe sich erledigt, seit der Reichsweg umgestaltet worden sei. Jetzt bestehe nämlich die Möglichkeit, vom Adalbertsteinweg aus direkt links in den Reichsweg einbiegen zu können.

Deshalb hätte die Elsassstraße ihre Attraktivität als Ausweichroute verloren. „Die Nutzung der Elsassstraße macht nur für direkten Anwohner im Viertel Sinn.” Auch sei wenig Autoverkehr auf der „Platte” zu beobachten. Dopatka: „Deshalb halten wir eine dauerhafte Freigabe für sinnvoll.”

Das bereits gezahlte Knöllchen wird dem Autofahrer übrigens nicht erstattet. „Mit der Zahlung des Knöllchens ist das rechtsgültig”, erklärt Polizeisprecherin Sandra Schmitz.
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