Durch große Fenster dem Künstler live beim Arbeiten zuschauen

Von: Ingrid Peinhardt-Franke
Letzte Aktualisierung:
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Noch in Arbeit: Künstler Karl von Monschau erstellt derzeit in der temporären Atelier-Galerie an der Wilhelmstraße großformatige Werke. Eine Foto-Ausstellung hängt bereits an den Wänden. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Bulgur“ lautet der Arbeits- und Ausstellungstitel, und nahrhaft und nachhaltig wie das schmackhafte Getreide soll auch die Kunst sein, die Karl von Monschau in dem großen Raum an der Wilhelmstraße/Ecke Gottfriedstraße schafft.

Viel Tageslicht fällt von zwei Seiten durch die riesigen Fenster, und viel Fläche an den Wänden und auf dem Boden laden dazu ein, große Formate zu schaffen. Karl von Monschau freut sich, dass er ein paar Wochen in dem Raum arbeiten und ausstellen darf: „Es ist eine schöne urbane Ateliersituation. Es ist groß, hell und warm, man sieht von drinnen auf Bürgersteig und Straße, und von außen wird man von den Passanten bei der Arbeit gesehen.“

Während die großen Formate in Arbeit sind und Tag für Tag mehr Gestalt annehmen, hängt eine bereits fertige Ausstellung an den mobilen grauen Wänden. Selbstverständlich hat sich der Künstler etwas Besonderes einfallen lassen, was man in Aachen ansonsten nicht sieht – „Appropriation Art“. Diese noch relativ junge Kunstsparte, die in den 70er Jahren in New York das Licht der Welt erblickte, setzt die Aneignung und Weiterbearbeitung von fertigen Objekten in ihren Mittelpunkt, meist als Hommage oder Beitrag zur Reflexion dieser Dinge, es kann aber auch kritisch gemeint sein.

Weiße Papieranzüge

Farbfotos von Eingeborenen aus Neuguinea mit typischer Bekleidung und Körperbemalung nimmt Karl von Monschau als Grundlage für seine persönliche Auseinandersetzung. Alltags- und Arbeitsgegenstände wie Pinsel oder Zangen legte er so auf die Fotos, dass ein neuer, unerwarteter und verblüffender Zusammenhang entsteht. Dann fotografierte er seine Arbeit und zeigt sie als umfangreiche Foto-Ausstellung. Und er stellt eine Installation aus weißen Papieranzügen aus. Sie irritieren gewaltig. Sollte die Spurensicherung der Polizei tätig werden müssen?

Bis etwa Ende März wird Karl von Monschau dienstags bis freitags unter den Augen der Zuschauer live und in Farbe in dem riesigen Ladenlokal arbeiten, bis dann der „Kunstwechsel“ ansteht und der nächste Künstler ein paar Wochen in den Genuss des großen Raumes kommt. Möglich wird das dank eines großzügigen Sponsorings von Immobilien Sauren. Die Firma stellt den Raum so lange zur Verfügung, bis sich ein Mieter findet. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe – der Raum wird für Kunst und Publikum genutzt und gleichzeitig bekannt gemacht.

Verantwortlich für den für Aachen bislang einzigartigen „Kunstwechsel“ zeichnet Professor Dr. Wolfgang Becker, der ehemalige Leiter des Ludwig-Forums. Besucher sind Karl von Monschau an der Wilhelmstraße, gleich neben dem Suermont-Ludwig-Museum, dienstags bis freitags von 17 bis 18 Uhr willkommen.

Am kommenden Samstag, 1. März, findet von 12 bis 15 Uhr „Public Art Viewing“ statt, eine Midissage mit Performance und anderen Dingen gibt es am Samstag, 15. März. Weitere Infos per E-Mail unter: art@compartiment.de

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