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Durch den Regen zu den Bayern-Tickets

Von: Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
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Ebenso wie am Tivoli staut sich auch vor dem Alemannia-Laden in der Pontstraße die Warteschlange der Fans mehrere hundert Meter bis weit in die Neupforte hinein. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es ist kalt, es nieselt und es ist früh am Morgen. Und dennoch: Die Stimmung ist lange Zeit gut in der riesig langen Schlange vor dem Tivoli. Kein Wunder, denn alle freuen sich auf den Knüller im DFB-Pokal und wollen dabei sein, wenn die Alemannia am 26. Januar den großen FC Bayern München empfängt.

Deshalb ist auch Ute Hoffacker mit ihren Kindern Nadja, Jan und Sven aus Monschau am Donnerstag nach Aachen gekommen, um beim Start des offiziellen Kartenvorverkaufs dabei zu sein. 20 Minuten bevor um 10 Uhr die Kassen im Tivoli-Shop öffnen sollen, reiht sie sich in Schlange der Wartenden ein - mehrere hundert Meter von der Eingangstür entfernt.

„Ich habe schon damit gerechnet, dass es voll werden würde”, sagt sie und widerspricht damit ihrer Tochter Nadja, die noch eine Besorgung für eine Freundin erledigen wollte und ihr per Handy mitteilt, dass es wohl etwas später werden wird. Dabei besitzt Familie Hoffacker genügend Alemannia-Erfahrung, denn alle sind sie Mitglieder oder Dauerkartenbesitzer oder sogar beides.

Das müssen sie auch sein, denn am Donnerstag startete der Vorverkauf ausschließlich für diese treuen Alemannen. Noch bis kommenden Donnerstag, 13. Januar, dürfen sie sich je Dauerkarte und Mitgliedsausweis eine Karte für das Spiel gegen die Bayern sichern. Wollen sie zusätzlich noch eine Karte, dann müssen sie nach den Bestimmungen des Vereins ein Paket bestehend aus der Pokalkarte sowie Tickets für die beiden Zweitligapartien gegen Karlsruhe und Greuther Fürth kaufen.

Die Mutter bleibt daheim

Ute Hoffacker hat Verständnis für diese Vorgehensweise der Alemannia. „Für den Verein ist das gut”, sagt sie. Vor allem, weil die beiden Ligaspiele jeweils an einem Samstag angesetzt seien, und dann sicher nicht so viele Zuschauer gekommen wären.

Marion Weber ist da anderer Ansicht. Sie steht in der Warteschlange direkt hinter Familie Hoffacker und sagt: „Ich finde das nicht in Ordnung. Gerade für Jugendliche kostet so ein Dreierpack einfach zu viel.” Ursprünglich habe sie ihre Mutter zum Bayern-Spiel mitnehmen wollen, „doch die bleibt jetzt zuhause und schaut sich das Spiel im Fernsehen an”, sagt die Lehrerin aus Aachen. Denn um die zusätzliche Karte für ihre Mutter zu kaufen, hätte sie auf das Dreier-Paket zurückgreifen müssen.

Etwa 200 Meter vor ihr vertritt der Alemannia-Fanclub Sportfreunde Kaiserstadt eine andere Meinung. „Ich finde das Kombiticket gut, weil damit die Rosinenpicker ausgebremst werden”, sagt Steffen Kanwischer mit Blick auf diejenigen, die nur zu den ganz großen Spielen zum Tivoli kommen. Er und seine drei Freunde kommen schon seit Jahren zu jedem Spiel und sind auch in der Warteschlange ziemlich weit vorne mit dabei. „Eine Freundin von mir arbeitet im Finanzamt, gleich gegenüber”, erzählt Fritz Jeschke, „und die hat per SMS mitgeteilt, dass die erste schon um 7 Uhr hier war.” Also hat er kurzerhand seine Freunde mobilisiert und war um 8.15 Uhr selbst am Tivoli.

Exakt eine Stunde und 51 Minuten später, um 10.06 Uhr, öffnen zwei Alemannia-Mitarbeiterinnen mit einem freundlichen „Guten Morgen” dann endlich die Eingangstür zu Fanshop. Neben den Sportfreunden Kaiserstadt gehören auch Brigitte Koch und seine Enkelinnen Marina Rauschhardt und Stefanie Plum zu den ersten, die eingelassen werden. Weitere 24 Minuten danach halten die drei schließlich ihre Bayern-Karten in der Hand.

„Wir sind seit 7.30 Uhr hier”, erzählt Brigitte Koch, drei Stunden habe sie also gewartet. Sauer sei sie deshalb nicht, mit so einer Wartezeit habe sie gerechnet, aber „dass wir erst hier am Stadion an einem Aushang erfahren haben, dass wir Ausweise und Vollmachten brauchen, wenn wir für andere Dauerkarteninhaber Karten mitbringen wollen, das ist nicht so toll”, sagt sie, „es gibt eben auch Leute, die kein Internet haben”.

Über ihre Eintrittskarte freut sie sich aber dennoch und macht sich mit ihren Enkelinnen auf den Heimweg - vorbei an der immer noch riesig langen Schlange auf dem Tivoli-Vorplatz.

8000 Tickets verkauft: Lange Wartezeiten vor allem in der Innenstadt

8000 Eintrittskarten für das DFB-Pokalviertelfinale der Alemannia gegen Bayern München am 26. Januar sind am Donnerstag bereits verkauft worden (Stand: 23.30 Uhr). „Die Nachfrage ist gigantisch”, fasste der Ticketmanager der Alemannia, Kai Schalkowski, den ersten Tag des Vorverkaufs für Dauerkartenbesitzer und Mitglieder zusammen.

Dabei kam es vor dem Fanshop am Tivoli und vor allem vor der zweiten Verkaufsstelle, dem Alemannia-Laden in der Pontstraße, zu zum Teil erheblichen Wartezeiten. „Die Fans bringen teilweise gleich mehrere Dauerkarten ihrer Freunde und Verwandten mit. Die Abwicklung dauert dadurch manches Mal zehn statt zwei Minuten”, erklärte Schalkowski.

Die besonders langen Wartezeiten in der Innenstadt begründete die Alemannia mit der geringeren Anzahl an Kassen im Vergleich zur Verkaufsstelle am Tivoli. Am Stadion wurden im Laufe des Tages zudem die Stadionkassen im Nordosten geöffnet, um die Wartezeit zu verkürzen.

Die Alemannia rät allen Mitgliedern und Dauerkarteninhabern, die sich noch bis zum 13. Januar eine Karte sichern wollen, das über die Tickethotline 01805/018011 zu tun, um nicht Schlange stehen zu müssen.

Außerdem weist der Klub nochmals darauf hin, dass die zusätzlichen Tickets in Form des Kombipaketes auf 5000 Stück limitiert sind. Verkauft werden diese so lange der Vorrat reicht. „Es ist bislang wirklich nicht absehbar, ob am 14. Januar überhaupt noch Karten in den freien Verkauf gegeben werden können”, ergänzt Schalkowski.
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