„Drimborner Wäldchen“ wird zur Kita umgebaut

Von: Gerald Eimer
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„Waldtag“ für die Kinder der Kita Spielwiese. Voller Vorfreude besichtigten sie mit ihren Erzieherinnen gestern die Baustelle im Drimborner Wädchen. Voraussichtlich im Sommer können sie ihre jetzigen Räume am Blücherplatz verlassen und ins Grüne umziehen. Foto: Andreas Herrmann
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Auch Steine vom Dom sollen am Drimborner Wäldchen verbaut sein. Georg Wilms zeigt das Kapitell. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Wo vor Jahren noch gediegenes Publikum Kaffee und Kuchen genossen hat, werden ab Sommer viele kleine Kinder den Ton angeben. Das einstige Ausflugslokal „Drimborner Wäldchen“ wird derzeit zum neuen Domizil der Kita Spielwiese umgebaut.

„Wenn alles glatt geht können die Räume bereits zum neuen Kita-Jahr bezogen werden, das am 1. August 2014 beginnt. Sportlich“ sei der Zeitplan, sagt Georg Wilms, aber zu schaffen. Der Gesellschafter und Geschäftsführer der Schleiff Denkmalentwicklung GmbH setzt damit dem jahrelangen Niedergang und Verfall des denkmalgeschützten Bruchsteingebäudes ein Ende. Über viele Jahre hinweg hat die Stadt mit den verschiedensten Interessenten nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für das seit 2007 verwaiste Traditionslokal gesucht – lange Zeit vergeblich. Erst als man die Erkelenzer Spezialisten für alte Gemäuer von Schleiff ansprach, die bereits einige „schwierige Denkmäler“ in der Stadt zu neuer Blüte geführt haben, konnte ein tragfähiges Konzept entwickelt werden.

„Die Nutzung muss zur Lage passen“, sagt Wilms. Relativ schnell sei man daher darauf gekommen, dass das Ensemble inmitten einer parkähnlichen Grünanlage am Rande des Tierparks der ideale Standort für eine Kita sein könnte. Die Vielzahl der Bewerber gab Schleiff Recht, auch bundesweit tätige private Kita-Betreiber hätten an dem Objekt Interesse gezeigt. Doch letztlich ging der Zuschlag an die Elterninitiative Spielwiese, die derzeit noch im ehemaligen Stadtbad am Blücherplatz residiert. „Der alte Ort hat auch großen Charme“, sagt Leiterin Ute Schmidt, „aber das ist hier natürlich schon ein toller Standort.“

Für die Kinder, die sich am Donnerstag schon mal an der Baustelle umsahen, sei der Ausflug „wie ein Waldtag“. Die Neugierde und die Vorfreude auf das neue Haus im Grünen sind groß, betont auch Vera Stegmann vom Kita-Vorstand. Klar sei aber auch, dass noch viel Arbeit bevorsteht, der nicht nur auf die Kita-Leitung, sondern auch auf alle Eltern zukommt.

Denn nicht nur der Umzug muss von ihnen gestemmt werden, auch für die Innen- und Außenausstattung ist viel Eigeninitiative gefragt. „Spenden werden jederzeit gerne angenommen“, sagt Stegmann. Gut aber auch, dass man mit Dagmar Korte auch eine Architektin in den Reihen der Elternschaft hat. Sie formuliert die besonderen Bedürfnisse, die eine Kita hat und spricht das mit den Bauherren ab.

Platz für drei Gruppen

Mit dem Umzug wird sich die Spielwiese von zwei auf drei Gruppen vergrößern. Unter den dann 50 Kindern werden 20 Unter-Dreijährige sein. Sorgen, dass Plätze freibleiben könnten, wird sich die Kita kaum machen müssen. Lage und Haus dürften genug Anziehungskraft für Eltern entfalten. Bestechend ist der große Außenbereich, der den Kindern auf dem 1840 Quadratmeter großen Grundstück geboten wird, das unmittelbar ans Affengehege des Tierparks grenzt.

Auf zwei Etagen werkeln derzeit die Arbeiter, die anfangs vor allem jede Menge Schutt abfahren mussten. In den Zeiten des Leerstands habe es viel Vandalismus gegeben, sagt Wilms. Gut zwei Millionen Euro lässt sich seine Firma Kauf und Umbau des Gebäudes kosten, die dafür seit August nicht nur die insgesamt drei Bauteile aus unterschiedlichen Epochen auf Vordermann bringt, sondern auch noch einen neuen Eingangsbereich errichtet – alles natürlich eng abgestimmt mit der Denkmalbehörde. Unter anderem musste auch der Boden eines Bauteils abgesenkt werden, um die nötige Raumhöhe für die Kita-Räume im Untergeschoss herzustellen.

Wie alt das einstige Lokal ist, weiß indes niemand so genau. „In den Eintragungen wird kein Baujahr genannt“, sagt Wilms. Der erste Abschnitt könnte aus dem 19. Jahrhundert stammen, „vielleicht auch älter“. Die Denkmalschützer sind derweil überzeugt, dass im Drimborner Wäldchen auch alte Domsteine verbaut worden sind.

Gleich an der Hausecke ist solch ein Überbleibsel zu entdecken. Vermutlich ein Kapitell, das ganz kindgerecht auf Augenhöhe eingebaut worden ist – als hätte mal jemand ahnen können, wer sich dereinst im Drimborner Wäldchen tummeln wird.

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