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Dreiste Diebe klauen Apostelleuchter in St. Michael

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
Küster Markus Pelzer und Verw
Küster Markus Pelzer und Verwaltungsleiterin Bärbel Lefering blicken auf die Stelle, an der der Leuchter hing. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Bärbel Lefering ist entsetzt. „Die Leute haben noch nicht einmal mehr Respekt vor Kirchen”, sagt die Verwaltungsleiterin der katholischen Gemeinde Gregor von Burtscheid.

Am vergangenen Mittwoch entdeckte der Küster von St. Michael - die Pfarrkirche gehört zum Sprengel von Gregor und ist die Hauptkirche der Mammutpfarrei, daneben gehören noch St. Johann Baptist, St. Gregorius, St. Aposteln und Herz Jesu zur Riesengemeinde -, dass einer der zwölf Apostelleuchter sorgfältig abgeschraubt und entwendet worden war.

Für die Feiertage klar machen

Auch Küster Markus Pelzer kann es kaum glauben, dass einer der Wandleuchter „so mir nichts, dir nichts” geklaut wurde. „Ich wollte gerade die Kirche für die bevorstehenden Liturgien am Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern klar machen”, erinnert er sich.

Schnell entdeckte Pelzer den Frevel. „Der Dieb muss eine Menge Nerven haben”, meint er. Denn die Kirche sei ja tagsüber stets geöffnet, „da hätten ja auch andere Besucher kommen können. Aber das scheint die Person nicht gestört zu haben”.

Der Wandleuchter aus Messing wird jetzt wohl nach Schätzung von Bärbel Lefering und Markus Pelzer eingeschmolzen oder aber auf einem der belgischen Flohmärkte gelandet sein. „Oder aber er schmückt jetzt die Kellerbar eines Antiquitätenliebhabers”, meint die Verwaltungsleiterin.

Sie weiß ebensowenig wie der Küster, wie alt der gestohlene Leuchter ist und welchen materiellen Wert er hat. „Aber der ideelle ist sehr hoch,” meint Pelzer. Bei der Polizei wurde inzwischen Anzeige erstattet. „Vom Beuteobjekt her müsste es sich um Metalldiebe handeln”, meint Polizeisprecher Paul Kemen.

Verwaltungsleiterin und Küster sind jedenfalls der Ansicht, dass der Anstand vieler Mitmenschen so langsam aber sicher vor die Hunde geht. „Das sieht man ja auch daran, dass immer mehr metallhaltige Gegenstände von Friedhöfen gestohlen werden”, meint Bärbel Lefering ihre Haltung.

„Was sind das nur für Menschen?”

Gestern Mittag erst erhielt sie eine E-Mail einer Gläubigen, die ihr von einem dreisten Diebstahl während der Ostermesse schrieb. „Als ich zur Kommunion ging, ließ ich, wie üblich meine Handtasche in der Bank zurück. Als ich zurückkam, war die Handtasche weg”, hat Bärbel Lefering lesen können.

Auch anderen Frauen sei es so gegangen. Die Kirchenangestellte schüttelt den Kopf: „Dabei ist es doch üblich, dass die Frauen nicht mit Handtasche zur Kommunion gehen und soviel Gottvertrauen haben, dass nichts passiert.”

Sie ist über alle Maßen schockiert, dass solche Missetaten nun sogar schon während der Eucharistiefeiern begangen werden. „Was sind das nur für Menschen”, fragt sie um Fassung ringend.
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