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Drei Schüsse auf die Nachbarin

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wenig Einsicht hat am Mittwoch vor dem Aachener Schwurgericht ein 45-jähriger Mann aus der Kongressstraße gezeigt.

Er wird beschuldigt, am 1. Juli dieses Jahres im Zustand der Schuldunfähigkeit aus nächster Nähe drei Mal auf seine Nachbarin geschossen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann wegen seiner Psychosen nicht zurechnungsfähig war und auch künftig in einer psychiatrischen Einrichtung unterzubringen ist.

Am Tatabend gegen 21 Uhr trat der Mann mit einem Revolver bewaffnet auf den Flur eines Mehrfamilienhauses in der Kongressstraße. Hier traf er auf seine Nachbarin, die mit ihrem Freund ausgehen wollte.

Sofort spannte er ohne jede Vorwarnung den Hahn des Revolvers und feuerte drei Schüsse aus 30 Zentimetern Entfernung auf die Nachbarin ab.

Pfefferspray gezogen

Die 31-Jährige wurde am Unterkiefer getroffen, hieß es in der Anklageschrift, die Kugel blieb dort stecken. Ein weiterer Streifschuss traf sie am Arm. Als sie auf den Boden sank, hatte das Opfer noch die Kraft, aus ihrer Handtasche ein Pfefferspray zuziehen und es gegen den Schützen einzusetzen.

So bekam ihr Begleiter die Gelegenheit, dem Angreifer die Waffe zu entreißen und sodann die Polizei zu verständigen. Der Anwalt des Opfers bekundete, dass seine Mandantin noch heute stark unter dem Geschehen leide und traumatisiert sei. Sie wolle beispielsweise vor dem Schwurgericht dem Angreifer nicht von Angesicht zu Angesicht entgegentreten, verständlich nach dem mutmaßlichen Tatablauf.

Der Beschuldigte hatte es bereits länger auf die Nachbarin abgesehen, hieß es. Warum das so war, muss die Hauptverhandlung klären. Jedenfalls war der aus der Psychiatrie in Bedburg-Hau Vorgeführte der irrigen Meinung, dass sein Opfer und keinesfalls er in die Psychiatrie gehöre. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.
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