Drei Jahre Sperre nach Schlag und Tritten

Von: Wilhelm Peters
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Alsdorf. Das Urteil der Spruchkammer des Fußballkreises Aachen fiel so aus, wie die Ereignisse vom 15. September auf dem Fußballplatz in Orsbach es erwarten ließen: sehr heftig!

Spieler S. hatte in der Partie der Kreisliga B, Gruppe 1, zwischen dem OSV Orsbach und Alemannia Mariadorf II Schiedsrichter D. nach einem langen Anlauf mit einem gezielten Hieb niedergeschlagen und am Boden noch einige Male übel nachgetreten.

S. entschuldigte sich, gestand einen Fehler ein, sprach von einer „Kurzschlusshandlung, ohne nachgedacht zu haben“ . Er sprach aber ebenso wie Orsbachs Trainer K. und Vorsitzender F. von Provokationen und Fouls gegnerischer Spieler, die vom Schiedsrichter ungeahndet geblieben seien. Das kam nicht so gut an bei der Kammer.

Weil es darum an diesem Abend gar nicht ging. So hatten Spruchkammer-Vorsitzender Peter Büttgen und seine fünf Beisitzer wenig Spielraum für ihr Urteil. Ein bis drei Jahre Sperre sieht das Sport-Gesetzeswerk bei Tätlichkeiten gegen den Unparteiischen vor. Schiedsrichter D. war bis Dienstag krankgeschrieben.

Da die Tat des 23-Jährigen unstrittig war, blieb Büttgen & Co. keine Wahl: drei Jahre Sperre. „Wir reden über eine mehrfache Tätlichkeit, die ich in einer solchen Intensität noch nicht erlebt habe“, zog der Kammer-Vorsitzende ein ernüchterndes Fazit. Strittig und ungeklärt blieb der Punkt 3 der Vorwürfe gegen weitere, namentlich unbekannte Orsbacher Spieler, die ebenfalls auf den am Boden liegenden Schiedsrichter eingetreten haben sollen.

Der beschuldigte Verein stritt dies ab, Trainer K. ging gar soweit und sagte: „Wären mehrere meiner Spieler auf den Unparteiischen losgegangen, hätte ich mein Amt niedergelegt.“ Dies stand im Widerspruch zu Zeugenaussagen des gegnerischen Klubs. Freispruch mangels Beweisen war die Folge.

Eine weitere strittige Frage lautete: Wie ist dem Schiedsrichter vom Platzverein geholfen worden? Hier folgte die Kammer den Aussagen des Unparteiischen, der nach seiner Schilderung zunächst über das Handy eines zuschauenden zweiten Schiedsrichters versucht hatte, Krankenwagen und Polizei anzurufen. Dies misslang, „weil dieses Handy dort keinen Empfang hatte. Ich bin dann zu meinem Wagen und habe von dort mit meinem Handy Polizei und Krankenwagen gerufen.“

So fiel auch das Urteil gegen den OSV drastisch aus, summierte sich auf über 400 Euro Geldstrafe, wegen „Vernachlässigung der Platzordnungspflicht“ und „verschuldeten Spielabbruchs“. Zudem, so Büttgen, „spielt die Mannschaft in dieser Saison auf Bewährung. Kommt es zu einer weiteren Spielerstrafe von mehr als acht Wochen oder einer Geldstrafe von über 100 Euro, wird der Verein aus dem Betrieb genommen.“ Auch stehen die nächsten zehn Partien der Orsbacher unter Verbandsaufsicht. Auf Kosten des OSV.

PS: Die Partie wird mit 2:0 Toren für Mariadorf II gewertet

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