Domchor führt Bachs Johannespassion auf

Von: Alfred Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. An Aufführungen von Bachs Passionsmusiken hat es in Aachen in diesem Jahr nicht gefehlt.

Wenn der Domchor unter seinem Domkapellmeister Berthold Botzet nunmehr im fast überfüllten Dom mit seiner traditionellen Darstellung der Johannespassion den Schlusspunkt setzte, so hat er eines voraus: die Bachsche Originalbesetzung der Chor-Oberstimmen mit Knaben.

Das gibt der Aufführung ihr spezifisches künstlerisches Gewicht. Unter den beiden Passionsmusiken Bachs ist die nach Johannes die dramatischere.

Darauf stellte denn auch Botzet seine Wiedergabe ab. Dank der Klangpracht des Domchors wurden die wilden Judenchöre beinahe zum Zentrum der Aufführung.

Man spürte die Begeisterung, mit der sich der bestens vorbereitete Chor in die kontrapunktische Dichte dieser virtuosen Chorsätze hineinstürzte.

Nicht minder klangschön gerieten die zügig genommenen Choräle. Aber auch die Soloarien zwängte Botzet zum Teil in diese auf Tempo abgestellte gestalterische Konzeption, nicht immer zu ihrem Heil.

Vor allem Jens Lauterbach, der Evengelist, der auch noch die schweren Tenorarien zu singen hatte, ließ da begreiflicherweise Probleme erkennen.

Als „Testo” passte er sich souverän in das dramatische Konzept ein. Und ob die „angefocht´nen Seelen” es derart eilig haben, dass der Bassist Burkhard Zass seine Koloraturen nicht mehr aussingen kann, bleibe dahingestellt.

Weiland Satter sang die Christusworte eindrucksvoll und ohne Pathos, Nadine Balbeisi und Bettine Ranch waren die kompetenten Interpreten der Sopran- beziehungsweise Alt-Arien.

Das Ensemble „Concert Royal Köln” spielte auf historischem Instrumentarium, wobei die Frage offenbleiben mag, ob in der schwierigen Akustik des Doms moderne Instrumente ein weniger diffuses, konturenschärfendes Klangbild gegeben hätten.
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