Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Domblick von der „Bel Etage”

Von: Werner Czempas
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Bel Etage” heißt das neue Zauberwort für die Innenstadt. Die Einkaufsgalerie Bel Etage am Standort des heutigen Parkhauses Büchel soll die neue Top-Adresse für den Aachener Einzelhandel und die Gastronomie werden.

Wie zuvor schon der Planungsausschuss zeigte sich jetzt auch die Bezirksvertretung Aachen-Mitte angetan von den Büchel-Plänen. Nicht nur ein üppig aufgemachter Hochglanzprospekt ließ die Mitte-Politiker schwärmen, auch die Erläuterungen von Architekten- und Investorengruppe überzeugten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Janßen: „Ein sehr gutes Projekt, das wir ausdrücklich befürworten. Wir erhoffen uns eine Belebung an dieser Stelle.” Nach bösen Erfahrungen andernorts hofft auch Bezirksvorsteher Heiner März (SPD): „Die Bel Etage scheint ja ein Schatzkästlein in Aachen zu werden.”

Der Wiener Bau-Konzern Strabag, einer der großen Bau-Investoren Europas, hat im vergangenen Oktober das Parkhausgrundstück am Büchel erworben. Die Wiener wollen dort mit ihrer in Köln ansässigen Tochter Strabag Real Estate GmbH den Wettbewerbs-Entwurf des Architekturbüros Benthem-Crouwel für eine Einkaufsgalerie verwirklichen.

Die Galerie will sich nahe Dom und Rathaus auch als „Architekturevent” in der Altstadt inszenieren. Architekt Michael Sporer: „Die Bel Etage haben wir als erweiterten Stadtraum konzipiert. Der Fußgängerbereich fließt in den Innenraum und bereits in der Annäherung an das Gebäude ist der gesamte Raum einsehbar. Über ein großzügiges lichtdurchflutetes Entrée und eine frei gespannte Galerie auf der 1. Etage gelangt man zum Highlight der Bel Etage - einem riesigen Dachgarten mit spektakulärem Domblick!”

Es gebe schon „eine rege Nachfrage nach Mietinteressenten” für den hochwertigen, kleinteiligen Mix verschiedener Branchen, versicherte eine Sprecherin des Investors. „Lifestyle-Shopping in Aachen” heißt das Schlagwort für etwa 20 Geschäftslokale bei einer 8000 Quadratmeter großen Verkaufsfläche.

Der Investor setzt dabei auch auf den örtlichen Einzelhandel, dessen Interessenten, so die Sprecherin, „sich bitte melden” sollen. Genau das mahnte nachdrücklich Ralf Otten (CDU) an: „Nach den schmerzlichen Erfahrungen mit einem anderen Projekt in Aachen ist es ratsam, dass sich der Investor über den Einzelhandelsverband an örtliche Interessenten wendet.”

Verkehrsgutachten

Zurzeit wird für die Einkaufsgalerie ein Verkehrsgutachten erstellt. Es soll die direkte Erschließung des Projekts untersuchen - etwa: Zufahrt über die Mefferdatisstraße, Ausfahrt über die Nikolausstraße oder: Ein-/Ausfahrt an einer Stelle. Das Untergeschoss mit knapp 140 Stellplätzen bleibt als nicht öffentliches Parkhaus erhalten.

Mochte die Hochglanzbroschüre noch so farbenprächtig daherkommen, zwei Daten irritierten die Politiker denn doch: Einwohner Aachen 295.000, Touristen pro Tag 57.000...

Lediglich scherzhaft, aber zaghaft klang da die Frage an, ob die Strabag-Tochter Real Estate etwa mit der Hypo gleichen Namens verbandelt sei. Nicht doch, lachte die Konzern-Dame, „hinter uns steht eine geballte Finanzkraft”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert