Doch eine zusätzliche OGS-Gruppe an der Mataréstraße?

Von: Margot Gasper
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Passt auf den Schulhof an der
Passt auf den Schulhof an der Mataréstraße noch ein Container für die Offene Ganztagsschule der Montessori-Grundschule? Heute berät der Schulausschuss über das Thema OGS. Foto: Heike Lachmann

Aachen. 38 Kinder auf der OGS-Warteliste, und das an einer einzigen Grundschule: Das soll so nicht weitergehen. An der Montessori-Grundschule Mataréstraße soll zum neuen Schuljahr eine weitere Gruppe für die Offene Ganztagsschule (OGS) eingerichtet werden, damit mehr Familien eine Chance auf einen Platz im Nachmittagsangebot haben.

Auf Antrag der SPD hat zumindest der Kinder- und Jugendausschuss das am Dienstag einstimmig so empfohlen. Die Entscheidung hat am Donnerstag der Schulausschuss zu treffen.

Die große Frage bleibt allerdings, wo eine zusätzliche Gruppe untergebracht werden könnte. Denn im Schulgebäude ist neben der Montessorischule auch noch die Katholische Grundschule untergebracht, und die Raumsituation ist „schwierig”, wie auch die Verwaltung einräumt. Im Haus, das scheint klar, ist wohl kein Platz für eine vierte OGS-Gruppe.

„Die Schule ist wichtig fürs Viertel”, betonte Martin Künzer, jugendpolitischer Sprecher der SPD, im Ausschuss. „Wir können diesen Zustand so nicht lassen.” Zur Not müsse vorübergehend ein Pavillon aufgestellt werden.

Gemeinsam mit Künzer machte sich am Mittwoch auch der SPD-Landtagsabgeordnete und SPD-Ratsherr Karl Schultheis bei einem Ortstermin an der Schule ein Bild von der Situation. Auch Schultheis zeigte sich überzeugt: „Hier besteht dringender Bedarf.” Einen Pavillon, der später anderswo weitergenutzt werden könnte, hält er für eine sinnvolle Lösung.

Schon seit Jahren arbeitet das Nachmittagsprogramm an der Montessori-Grundschule sehr beengt, erläuterten Schulleiterin Jutta Greuel und OGS-Koordinator Achim Foki. „Wir haben zweieinhalb Gruppenräume für vier OGS-Gruppen”, so Foki. Teilweise behelfe man sich mit Provisorien.

Die 38 Kindern auf der Warteliste brauchen aus Sicht der Schulleiterin dringend einen OGS-Platz. „Hier gehen Bildungschancen verloren, wenn wir die Kinder um zwölf Uhr nach Hause schicken müssen”, beklagt Greuel. Für manche Eltern gefährde der fehlende OGS-Platz sogar den Arbeitsplatz. Auf dem Schulhof, neben dem Pavillon der Katholischen Grundschule, könnte aus Sicht der Schule ein Containerbau für eine neue OGS-Gruppe aufgestellt werden. Im vergangenen Jahr war das auch bereits geprüft worden. Die Pläne wurden jedoch nicht umgesetzt. Die Schule allerdings nahm - wohl aufgrund eines Missverständnisses - im Vertrauen auf den versprochenen Pavillon zwölf zusätzliche Kinder in die OGS auf. Das hat den Platzmangel nun weiter verschärft.

Stadtdirektor Wolfgang Rombey allerdings warnte im Jugendausschuss die Politiker ausdrücklich davor, Erwartungen neu zu schüren, „die wir nicht erfüllen können”. Schließlich habe es letztes Jahr im Schulausschuss eine klare Entscheidung gegeben, zunächst den Schulentwicklungsplan für die Primarschulen abzuwarten. „Das Thema Mataréstraße ist abgehakt”, befand Rombey. Nun liegt die Empfehlung der Jugendpolitiker im Schulausschuss auf dem Tisch. Je nach Entscheidung muss die Verwaltung bald Platz suchen für eine neue OGS-Gruppe.

Insgesamt bleibt die Offene Ganztagsschule in Aachen auf Erfolgskurs, wie die Verwaltung darlegte. Aktuell gibt es zum Beispiel 3988 OGS-Plätze an den Regelschulen, zum nächsten Schuljahr werden weitere 247 Plätze gebraucht. Eine Grundschule hat sogar eine „offene Ganztagsklasse”: Ein kompletter Klassenverbund besucht gemeinsam die OGS. Ab Sommer soll mindestens eine weitere OGS-Klasse dazukommen.

Die Nachfrage nach OGS werde so groß, dass man über verpflichtenden Ganztag für die Grundschulen nachdenken müsse, sagte Jonas Paul (Grüne) in der Debatte. Jugendamtschefin Elke Münich bestätigt, dass es zunehmend Nachfragen von Grundschulen gebe, die als Ganztagsschule arbeiten möchten. Das Land allerdings sehe den gebundenen Ganztag an Grundschulen bisher nicht vor.
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