Diskussion um Neubebauung „Alter Tivoli”

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
alter tivoli
Der Bebauungsplan für den alten Tivoli.

Aachen. Bis Ende Januar waren die Pläne für die Neubebauung des „alten Tivoli” im Verwaltungsgebäude Am Marschiertor zu sehen, der Planungsausschuss fasste zu gleicher Zeit den Aufstellungsbeschluss für den entsprechenden Bebauungsplan.

Jetzt regen sich Bürgerstimmen, die dramatische Abweichungen zu früheren Entwürfen für das Gebiet mit geplanten 113 Wohneinheiten sehen und eine erneute Bürgerbeteiligung einfordern. Vor allem die geplante Bebauung eines bislang freien Grasstreifens an der Emmastraße erregte den Zorn einiger Anlieger. Sie fürchten ebenso, dass die Öffnung der Emmastraße im hinteren Bereich zusätzlichen Verkehr ins Quartier bringe.

Beruhigen können sich die Bürger insofern, als der Offenlegungsbeschluss, dem eine erneute Bürgerbeteiligung im Verfahren folgt, laut städtischer Planerin Heike Ohlmann wahrscheinlich „in der Juni-Sitzung des Planungsausschusses” erfolgen werde. Bis dahin müssten noch etliche Gutachten eingeholt werden, etwa zur Bodenbeschaffung am einstigen „Würselener Wall” des Stadions, der möglichst stehenbleiben und das Fundament von Terrassenhäusern aufnehmen soll.

In der Tat habe man es für planerisch richtig und gut gehalten, bestätigte Ohlmann eine Änderung, den angrenzenden Rand der Emmastraße zu bebauen und die gewonnene Fläche „für mehr Grün im Inneren” zu gewinnen. Der jetzige Wiesenstreifen sei überwiegend „von Hunden” genutzt, Kinder könnten sich später besser im inneren Grünbereich an Spielgeräten austoben.

Das neue Gelände mit Einzelhäusern für junge Familien und mit moderatem Geschosswohnungsbau (zweinhalb bis drei Stockwerke), in denen auch seniorengerechtes Wohnen vorgesehen sein soll, soll von der Merowingerstraße aus erschlossen werden. Neu ist auch eine Verkehrsanbindung im hinteren Gebiet an die Emmastraße.

„Ich verstehe, dass die Anwohner eine mögliche Durchfahrt von dort zum Supermarkt an der Krefelder Straße befürchten.” So etwas werde man aber zu verhindern wissen, versicherte die Planerin. Der Frontbereich soll an der Ecke Merowingerstraße mit einem Hotel bestückt werden, weiter in Richtung stadtauswärts soll sich laut Planer ein so genanntes Boardinghaus (Appartements zur kurzzeitigen Nutzung) anschließen. Die Politik habe hierzu noch keine eindeutige Meinung, im Ausschuss gab es Bedenken, ob ein solches Konzept ausgelastet sein wird.

Unstrittig dagegen sei die Ansiedlung eines Supermarktes, da das Gebiet bislang völlig unzureichend mit Einzelhandelsläden versorgt ist. An der der Krefelder Straße zugeneigten Seite - die Anfahrt wird über den alten Alemannia-Parkplatz geregelt - wird ein „Vollsortimenter” zum Zuge kommen, der dann ergänzt durch eine Bäckerei und andere Dienstleister die Versorgung des Viertels am Rande der Soers gewährleisten soll. Ohlmann versicherte, dass die Anregung und Beteiligung der Bürger bislang gut gewesen sei.

Es könne keine Rede davon sein, dass hier etwas in Dunkeln durchgepaukt werde. Im Gegenteil, alleine die erwähnte Ausstellung habe zu zahlreichen Anregungen geführt. Desweiteren verwies Ohlmann auf die erwähnte erneute Offenlage des Bebauungsplanes soweit absehbar noch vor den Sommerferien.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert