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Diesmal blieb der Feinstaub unter der Grenze

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
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Mit dieser Anlage an der Wilhelmstraße wird auch Feinstaub gemessen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das Feuerwerk zum Jahreswechsel ist für viele ein Vergnügen und immer noch unentbehrlich. Es hat aber auch zahlreiche negative Seiten: Immer häufiger werden Explosivkörper vor allem von jungen Menschen gezielt gegen andere eingesetzt, was zu Augen- und Hörschädigungen sowie Verbrennungen führen kann. Die Böller sind zudem teuer und – sie verschmutzen die Luft.

 Jeder kennt die Situation, dass nach Mitternacht dichter Rauch durch die Straßen wabert, die Augen brennen und es im Hals kratzt. Die Belastung mit Schadstoffen steigt in dieser Zeit explosionsartig an und sorgt dafür, dass zumindest in Großstädten die Grenzwerte für Feinstaub am Neujahrstag überschritten werden.

Der Feuerwerksqualm besteht nämlich zu großen Teilen aus Feinstaub, nur Bruchteile von Millimetern groß. Je kleiner die Teilchen sind, desto größer ist das Gesundheitsrisiko. Um die Menschen zu schützen, hat die EU-Kommission Grenzwerte festgelegt auf einen Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter, der nicht öfter als 35-mal im Jahr überschritten werden darf. Genau das passiert aber in der Regel am 1. Januar in größeren Ansiedlungen.

Gerd Peschel, bei der Stadt zuständig für Immissionsschutz, bestätigt den Sachverhalt: „In der Regel ja. Bei uns ist das Phänomen aber diesmal wegen der sehr bodennahen, guten Durchlüftung nicht aufgetreten.“ Nur die derzeit vorherrschenden westlichen Winde verhinderten also, dass Aachen die Feinstaub-Marke gerissen hat. Die günstige Witterung habe in ganz NRW geherrscht, an keiner einzigen Messstation sei der Tagesmittelwert an Neujahr überschritten worden. Zwei Punkte befinden sich im Stadtgebiet, einer an der Wilhelmstraße, einer im Burtscheider Kurgebiet, ein weiterer in Simmerath-Lammersdorf.

2011 an 29 Tagen

2011 ist, so Fachmann Peschel weiter, der Grenzwert an 29 Tagen überschritten worden, für das letzte Jahr liegen noch keine exakten Zahlen vor, die werden wahrscheinlich im Februar oder März vom Landesumweltamt in Essen geliefert, das die Daten auswertet.

Eine Prognose lässt einen Wert zwischen 30 und 40 Tagen erwarten. Landesweit, so Peschel weiter, gebe es eine Tendenz zu steigenden Zahlen, das hänge in erster Linie mit der Witterung zusammen. Aachen mit seiner Tallage ist da bekanntlich besonders anfällig für Inversionslagen, in denen die dicke Luft kaum besser wird.

Der Feinstaub sei aber nicht das einzige Umwelt-Risiko, schwerwiegender sei für Aachen langfristig die Belastung durch Stickstoffdioxid (NO2), das nachweislich zu zwei Dritteln durch den Kfz-Verkehr verursacht werde. Peschel: „Das ist in vielen Großstädten ein Problem.“ Um die Schadstoffe zu verringern, setzt Aachen nicht wie andere Städte oder Regionen auf Umweltzonen, sondern auf den Luftreinhalteplan, der auch in 2013 fortgeführt werde und erste Verbesserungen erbracht habe.

Er sieht etwa das Umsteigen auf Busse und Bahnen vor, eine intelligente Verkehrsführung für Lkw oder Filter für Kaminöfen, die durch die Festbrennstoff-Verordnung vorgeschrieben sind. Auch die Campusbahn, sollte sie denn kommen, und die Förderung der Elektromobilität werden die Luftqualität heben, sagt Gerd Peschel.

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