Aachen - Die Zeit der harten Asche ist vorbei

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Die Zeit der harten Asche ist vorbei

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
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Die Tage des Aschenplatzes sind gezählt, nun wird auf einem Kunstrasenplatz gespielt. Den Segen dazu gabs vom Pastor. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. „Fußball ist die schönste Nebensache der Welt.” Doch auch als Fußballfan müsse er, Pfarrer Hans-Georg Schornstein, diese Behauptung in Frage stellen. Während der Predigt im Festzelt auf dem Gelände des SC Grün-Weiß Lichtenbusch, die kurzzeitig in eine Kirche umfunktioniert worden war, sinnierte der 53-Jährige über die Vor- und Nachteile des Fußballsports.

Auch der sportliche Ehrgeiz bei den Eltern sei nicht immer gesund. „Wenn die Kinder beim Laufen von wichtigeren Dingen abgelenkt werden, etwa von einem Schmetterling, dann müssen Sie einmal die Eltern beobachten, das ist sehr interessant.” Ein fairer und sportlicher Wettkampf wäre darum immer noch das Schönste bei einem Spiel auf dem Fußballplatz.

Den galt es Sonntagvormittag nach strömendem Regen in Lichtenbusch offiziell zu eröffnen und zu segnen. Der 35 Jahre alte Aschenplatz hatte ausgedient und ist einem neuen, modernen Kunstrasenplatz gewichen. Bereits im September letzten Jahres war er fertiggestellt worden, seit Oktober wird darauf trainiert und gespielt. „Mit der Eröffnung wollten wir dann bis zum Frühjahr warten”, erzählt Curd Laschet, Vorsitzender des Fördervereins.

Rund eine halbe Millionen Euro hat die neue Spielstätte gekostet, 100000 Euro davon musste der Verein aufbringen, den Rest übernahm die Stadt Aachen. Oberbürgermeister Marcel Philipp betonte bei der offiziellen Eröffnung, dass die Förderung von Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen einer Stadt besonders wichtig sein müsse. „Wir müssen sie fördern, auch mit verbesserten Rahmenbedingungen”, so Philipp.

14 Kunstrasenplätze gibt es mittlerweile in Aachen, weitere sollen hinzukommen. Hierzu hat die Stadt eigens einen Beschluss gefasst, wonach jährlich drei Fußballplätze von Asche in Kunstrasen verbessert werden sollen. Der SC Grün-Weiß Lichtenbusch hatte sich bereits im Jahr 2007 beworben.

Attraktivität gesteigert

Für Max Schumacher, Präsident des Vereins, steht jedoch nicht die Verbesserung der Spielbedingungen im Mittelpunkt, sondern die mit dem Kunstrasenplatz einhergehende Steigerung der Attraktivität des Vereins. „Für Familien ist es ein Entscheidungskriterium, ob sie ihre Kinder bei einem Verein mit Ascheplatz oder Kunstrasen anmelden”, erklärt Schumacher.

Dass die umliegenden Vereine aus Burtscheid, Brandt oder Kornelimünster bereits mit Kunstrasenplätzen ausgestattet sind, hätte zur Verschlimmerung des Problems geführt. Nun hoffen Max Schumacher, Curd Laschet und auch Pfarrer Schornstein, dass es in Zukunft viele Neuanmeldungen bei Grün-Weiß Lichtenbusch geben wird. „Und natürlich auf viele tolle, spannende und verletzungsfreie Spiele”, lacht Pfarrer Schornstein.
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