Die Uniform darf Karl-Heinz Hellberg weiter tragen

Von: Georg Dünnwald und Yannic Blaschke
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Der Herr Papa hat seinen letzten Einsatz als Hauptbrandmeister hinter sich. Karl-Heinz Hellberg feierte seinen 60. Geburtstag. Die familiäre Tradition im Löschzug Nord hält Tochter Nicole aufrecht. Foto: R. Roeger

Aachen. „Die Kameradschaft bei uns ist einfach klasse”, sagt Karl-Heinz Hellberg. Hellberg ist am Sonntag 60 Jahre alt geworden. Er muss jetzt aus dem aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Aachen-Nord nach 42 Jahren ausscheiden. Das bestimmen die Richtlinien der Feuerwehr. Hellberg bedauert das, aber rütteln kann er nicht daran.

Er war 18 Jahre alt, als ein Kollege ihn davon überzeugte, doch mal mit zur eben erst in Aachen gegründeten Freiwilligen Feuerwehr zu kommen. Und war beim ersten Mal überhaupt nicht begeistert.

Seine Liebe zur Feuerwehr kam erst auf den zweiten Blick, eine lebenslange Liebe, die auch weiter hält, selbst wenn er nicht auf Einsätze darf. In den nächsten fünf Jahren wird er auf jeden Fall weiterhin den Nachwuchs ausbilden. Für Nachwuchs hat Hellberg auch selbst gesorgt. Tochter Nicole ist seit einigen Jahren eine von drei Frauen nebst 47 Männern und verstärkt die Reihen der Wehrleute im Löschzug Nord, dessen stellvertretender Chef Hellberg ist. „Die muss ran wie jeder”, kommentiert der Vater. Der Herr Papa ist stolz auf die Tochter: „Sie hat gerade die Prüfung als Rettungsassistentin geschafft.”

Als der kleine Karl-Heinz vor 52 Jahren mit seinen Eltern aus einem Örtchen bei Bad Segeberg nach Aachen umzog, hat er im Traum nicht daran gedacht, dass er mal auf 2000 bis 3000 Einsätze bei der Feuerwehr kommen würde. „Meine Frau Brigitte steht voll hinter meinem Engagement” sagt der gelernte Installateur und heutige Brandschutzbeauftragte der RWTH.

Hellbergs spektakulärster Einsatz war der Brand der Holzhandlung Rhein in der Sedanstraße. „Da flogen die Funken bis in die Elsassstraße”, erinnert er sich schaudernd. Hin und wieder hat der Hauptbrandmeister aber auch brennende Papierkörbe löschen müssen. „Anstatt sich einfach mal eine Gießkanne zu nehmen und selbst zu löschen , wählt heute jeder sofort die 112”, ärgert er sich.

In der Wagenhalle der Feuerwache Nord feierte Hellberg von Samstag auf Sonntag im „kleinen” Kreis mit 100 Personen in seinen Geburtstag hinein. Seine Kameraden hatten ihm die Feier als Geschenk präsentiert.

Eines darf den den wackeren Hauptbrandmeister aber trösten: Seine Uniform darf er bis ans Lebensende tragen.
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