Die Tropis verlaufen sich Märchenwald

Von: Verena Richter
Letzte Aktualisierung:
4875155.jpg
Die Tropigarde im Märchenwald: Fee Susanne Lauffs, Hexe Sarah Siemons, Märchenprinz Jan Savelsberg, Schang Frank Jansen, Hans im Glück Niklas Dahmen (oben), Gretchen Ina Gröbner und Rumpelstilzchen Nico Jansen (von links) präsentieren eine schwungvolle Rahmenhandlung rund um Schang und Gretchen, die sich auf dem Weg zum Lousberg im Öcher Bösch verlaufen. Foto: Verena Richter
4875782.jpg
Alle vier Sitzungen der Tropigarde sind ausverkauft. Die Stimmung ist wie immer prächtig bei den Pfarrkarnevalisten. Foto: Martin Ratajczak
4875752.jpg
Ina Gröbner, Karin Gobbelé, Ulrike Mertens-Ziemons und Regina Engel nennen sich Böstomeritz und mausern sich langsam zu einem weiblichen Pendant zu den 4 Amigos. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. „Jedes Jahr im Winter…“ – wenn die Warteschlange vor der Offenen Tür (OT) Josefshaus gefühlte fünf Kilometer lang ist, ist klar: die Tropigarde hat zur großen Kostümsitzung eingeladen. Und wie jedes Jahr ist das Interesse und der Andrang groß. Alle vier Sitzungen – die ersten beiden haben an diesem Wochenende stattgefunden, die nächsten beiden folgen am kommenden Wochenende – sind ausverkauft.

Kein Wunder, die Zuschauer wissen, dass sie bei den Tropis stets Pfarrkarneval erster Güte geboten bekommen. Die Mitglieder des „nicht eingetragenen“ Vereins haben es sich zur Maxime gemacht, immer eine witzige Geschichte zu präsentieren, in die sie zahllose Tanz-, Gesang- und Sketcheinlagen einbinden.

Das gelang dieses Mal besonders gut, die Rahmenhandlung spielte im Märchenwald und dort fiel Tanz, Gesang und Komödie auf fruchtbaren Boden. Und so erlebten die Zuschauer tanzende Rotkäppchen, Hexen, Feen und diverse Märchenprinzessinnen genauso wie musizierende Zwerge und die Bremer Stadtmusikanten, die während der Show für einen reibungslosen Ablauf auf der Bühne sorgten.

Dann kommt alles anders

Auf eben dieser stehen Sarah Siemons als gar nicht gruselige Hexe, Susanne Lauffs als gute, aber vergessliche Fee, Niklas Dahmen als Hans im Glück, Nico Jansen als schüchternes Rumpelstilzchen, Jan Savelsberg als lispelnder Märchenprinz sowie Ina Gröbner und Frank Jansen, die sich als Gretchen und Schang im Märchenwald verlaufen haben. Eigentlich wollen die beiden auf dem Lousberg ein Picknick machen und Schang hat sich außerdem vorgenommen, Gretchen dort seine Liebe zu gestehen, doch dann kommt alles anders.

Der Märchenprinz zeigt ebenfalls Interesse an Gretchen, die von Hunger geplagt nicht weiß, für wen sie sich entscheiden soll. Das Durcheinander ist schließlich perfekt, als Hans im Glück seine Gans brät und die gute Fee verzweifelt ihren Zauberstab sucht, tatkräftig unterstützt von Schang und Gretchen, die hoffen, dass die Fee sie wieder nach Hause zaubern kann.

Fast fünf Stunden dauerte die Sitzung, bei der man sich als Zuschauer durchaus fragt, wie die Tropigarde den ganzen Aufwand jedes Jahr aufs Neue packt. Immerhin machen die Karnevalisten alles selbst und wer nicht auf der Bühne steht, verkauft in der Pause Würstchen und belegte Brötchen, hat Thekendienst, steht an der Kasse, kümmert sich um Licht und Ton oder räumt nach der Show auf. Die meisten übernehmen gleich mehrere Aufgaben, auch die Protagonisten auf der Bühne tanzen oder singen noch in anderen Nummern.

Sympathisch, schwungvoll, witzig

Eine davon mausert sich dabei von Jahr zu Jahr zum echten Höhepunkt: die vier Mädels von Böstomeritz. Ina Gröbner, Karin Gobbelé, Ulrike Mertens-Ziemons und Regina Engel vertrauen bei ihrem Auftritt auf ein bewährtes Prinzip im Karneval, sie versehen bekannte Lieder und Melodien mit neuen Mundarttexten, gemünzt auf Aachen. Das machen die vier aber so sympathisch, schwungvoll und witzig, dass sich Böstomeritz langsam aber sicher zu einem weiblichen Pendant zu den 4 Amigos entwickeln.

Kein Wunder, mag sich manch ein Tropigardist denken, schließlich haben auch die vier Dauerbrenner im Öcher Fastelovvend ihre Wurzeln in der Tropigarde. Und so stürmten die 4 Amigos zur vorgerückten Stunde genau wie Josef, Jupp und Jüppchen die Bühne im Josefshaus und boten viel Augen- und Ohrenfutter für das Publikum, das sich im kommenden Jahr garantiert wieder in der Warteschlange vor der OT anstellen wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert