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Die Trendsprachen Altgriechisch und Latein

Von: Rolf Hohl
Letzte Aktualisierung:
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Glückliche Gesichter bei der Preisverleihung in der Aula Carolina. Neun Preise zur Förderung der alten Sprachen wurden an Schüler aus Aachen und anderen Teilen von NRW vergeben. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Alte Sprachen und junge Leute mögen im ersten Augenblick nicht so richtig zusammenpassen – doch dieser Eindruck täuscht. Auch wenn Latein und Altgriechisch schon über 2000 Jahre auf dem Buckel haben, üben sie gerade auf Schüler noch immer eine große Faszination aus. Das liegt nicht zuletzt an den Inhalten der antiken Schriften und ihrer ungebrochenen Gültigkeit bis heute.

Am Samstag wurden in der Aula Carolina gleich neun Preise zur Förderung der alten Sprachen an engagierte Schüler aus Aachen und anderen Teilen Nordrhein-Westfalens vergeben.

Brückenpfeiler für die Kultur

Karl der Große, so bemerkte Oberbürgermeister Marcel Philipp in seiner Ansprache, müsse in Aachen ja für so einiges herhalten. Auch wenn er sein Reich mit dem zweifelhaften Mittel des Schwerts vergrößert habe, so sei sein Lebenswerk doch ein Brückenpfeiler für die Kultur in Europa. „Gerade so ein Wettbewerb, der sich mit dem Wert der Kultur befasst, ist hier also richtig verortet“, sagte Philipp. Tatsächlich ließe sich nur schwierig ein treffenderer Ort für die Förderung des Verständnisses der Sprachenvielfalt finden, als die Kaiserstadt am Dreiländereck, wo sie jeden Tag gelebt werde.

Gleich drei Schülerinnen konnten sich für ihre Bearbeitung altgriechischer und lateinischer Textquellen über die Preise der Studienstiftung des deutschen Volkes freuen. So befasste sich die Gymnasiastin Julia Carthaus aus Neuss mit der Vertreibung in der Antike und heute, während die Aachenerin Thuy-Trang Phan die Rolle von Homo- und Bisexualität im römischen Alltag analysierte. Die dritte Preisträgerin, Henrike Schnepel aus Bocholt, hatte dazu die Gelegenheit, ihr Thema ausführlich in der Aula Carolina zu präsentieren.

Sie ergründete den Konflikt zwischen dem griechischen Gott der Heilung, Asklepios, und dem Göttervater Zeus und die damit verbundenen ethischen Fragen im medizinischen Fortschritt. Während Zeus jegliche Einmischung in den Lauf des Lebens ablehnte, befürwortete sein Gegenpart den utilitaristischen Ansatz, alles Mögliche zu tun, um Menschenleben zu erhalten. Ein Konflikt, der vor dem Hintergrund der Diskussion um die pränatale Diagnostik hochaktuell ist.

Den Preis der Stadt Aachen überreichte der Oberbürgermeister gleich selbst. Dieser ging an die Schülerin Alexandra Emilia Schlaak, die sich mit der Darstellung der Fremde in den Werken von Amerigo Vespucci über das damals neu entdeckte Amerika auseinandersetzte.

Weitere Preise für die Förderung der alten Sprachen vergaben außerdem die Elisabeth-Lebek-Stiftung, der Verein Pro Lingua Latina und die Vereinigung der ehemaligen Schülerinnen und Schüler des Kaiser-Karls-Gymnasiums.

Weitere Preise

Vom Bildungsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gab es ebenfalls einen Preis, wie auch vom Verein zur Förderung der Alten Sprachen in den Schulen, und dazu noch einen für die Teilnahme am Landesschülerwettbewerb Certamen Ciceronianum 2017.

Bei so vielen Ehrungen könnte man allzu leicht den Überblick verlieren, aber die Welt der Sprachen ist eben ein vielfältiges und unübersichtliches Terrain. Eines aber, das zu ergründen sich sichtlich lohnt.

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