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Die traurigen Dörfler hoffen auf ihr Publikum

Von: Grit Schorn
Letzte Aktualisierung:
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Erwarten Besuch: Elisabeth Althoff, Katharina Merschel und Anne Wuchold haben im Mörgens das „Dorf der Liebe” installiert. Am Wochenende wird es bevölkert. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mit ausgebildeten Mimen, Opernsängern und Musikern zu arbeiten ist das tägliche Brot von Schauspielerin Anne Wuchold, eine der kreativsten Kräfte am Theater Aachen. Doch das reicht der gebürtigen Euskirchenerin, die sich hier seit fünf Jahren stets neu (er)findet, anscheinend nicht.

Ihre Arbeit für den Ü55-Club (Theaterarbeit mit älteren bühnenbegeisterten Laien) setzt die 31-Jährige jetzt fort mit einem Projekt, das Profis und Laien ebenso wie Zuschauer verbandeln und verbinden soll.

Kühne Rauminstallation

Wuchold und ihre Mitstreiterinnen Elisabeth Althoff und Katharina Merschel trauen sich etwas: Schon vom Einfall her hübsch ausgefallen und schräg wirkend, entsteht derzeit im Mörgens „Das Dorf der Liebe”, eine kühne Rauminstallation (Althoff), die mit Casino, Bar und Bank, Kräuterküche, Marktplatz, Kirche und Gemüsegarten bis hin zu Liebescontainer, Schlösschen und Wald-WC auf Besucher wartet.

Eigene Regeln

„Das Dorf der Liebe” ist melancholisch geworden, die meist älteren Bewohner leiden an ihren Sehnsüchten, Nachwuchs gibt es nicht mehr. Die traurigen Dörfler laden Touristen - die Theaterzuschauer, auch „gerne junge Männer” - ein, um die „Krankheit zum Tode” zu überwinden. Einen Tag und eine Nacht plus vier „Reserve”-Stunden lockt ein Kosmos mit eigenen Regeln und eigener Währung.

Statt Eintrittskarte erhalten die Besucher einen „Impfpass”, der auch mit Unterbrechungen - etwa eine Ruhepause daheim - gültig ist für erneutes Betreten des Dorfes, das zum lebendigen Organismus voller Überraschungen wird. „Ohne Mitmachgetue” und in „Echtzeit” können die Besucher überall im Mörgens viele Fährten verfolgen und Begegnungen erleben wie die am Roulette-Tisch, in der Bar - mit echten Getränken - oder mit der „wirklichen” Wahrsagerin Doro Köhn.

Mit „Zyros” wird bezahlt

Von der Kräuterhexe kann man sich auch liebevoll bekochen lassen. In der Bank ist die Dorf-Währung „Zyros” (Scheine) und „Om” (Münzen) erhältlich. Nebst dorfeigener Aktionen wie Puppenspiel, Tanzshows, Weissagungen und Erntefest werden Mitwirkende aus dem Schauspiel- und Opernensemble für Unterhaltung sorgen. Kinder sind nachmittags willkommen, während die Disco-Party in der Nacht zum Sonntag zwischen 2 und 4 Uhr den Nachtschwärmern offen steht.

Sogar Rückzugsgebiete und Schlafsäcke gibt es für Mitwirkende wie Gäste. Einlass wird durchgehend gewährt von Samstag, 17 Uhr, bis Sonntag, 17 Uhr. Enden wird das Dorfleben dann endgültig um Mitternacht. Beziehungen können locker geknüpft werden, selbst eine Peepshow fehlt nicht. Und mit einem leibhaftigen Schachmeister kann Simultan-Schach gespielt werden.

Die Performance „Das Dorf der Liebe” im Mörgens, Mörgensstraße, beginnt am Samstag, 30. Januar, um 17 Uhr, sie endet am Sonntag, 31. Januar, um 17 Uhr. Die An- und Abreisezeiten oder auch Übernachtungen bestimmen die Besuchern selbst. Karten zum Preis von fünf Euro gibt es im Ticketcenter des Zeitungsverlages Aachen neben der Mayerschen Buchhandlung, Buchkremerstraße, und bei allen anderen Vorverkaufsstellen. Außerdem sind Karten noch an der Abendkasse erhältlich.
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