Die Stadt erwägt den Einsatz einer Müllpolizei in Orange

Von: Georg Dünnwald
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Aachen. Benjamin Fadavian geht es um den Ferberpark in Burtscheid. Und dort vor allem um Sauberkeit. Der junge, erst 20-jährige stellvertretende Ortsvorsitzende der SPD spricht für jene Burtscheider, die sich durch die seiner Meinung nach unhaltbaren Zustände in der schönen Anlage zunehmend gestört fühlen.

Er sagt dem Dreck den Kampf an. Und er hat in der Burtscheider SPD-Ratsfrau Rosa Höller-Radtke, dem stellvertretenden Chef des Stadtbetriebs Peter Maier, dem stellvertretenden Ordnungsamtsleiter Elmar Rosen und Detlef Sambale, Abteilungsleiter Grünflächen im Stadtbetrieb, tatkräftige Mitstreiter. Denn wie vielen Bürgern stinken auch dieser Allianz aus Politikern und Verwaltungsleuten die Müllberge, die sich in den Aachenrer Grünanlagen türmen, zum Himmel.

Fadavian klagt: „Da wurde beispielsweise auf Initiative der Burtscheider SPD die Tischtennisplatte samt Unterstand vom Spielplatz Kleverstraße in den Ferberpark verlegt; das war sinnvoll und richtig. Aber als Ergebnis wird nun der Bereich der Platte seit geraumer Zeit vermüllt.”

Jeden Morgen müssten die Mitarbeiter des Stadtbetriebs tatkräftig Hand anlegen. „Rund eine Million Euro gibt die Stadt jährlich für die Beseitigung des Abfalls aus, den die Bürger rücksichtslos in Grünanlagen und Straßen hinterlassen”, bilanziert Peter Maier. Geld, das im städtischen Haushalt fehle, „denn in die Abfallbeseitigungsgebühren darf das nicht eingerechnet werden”.

Allerdings: „Wir wollen nicht die Keule schwingen”, will Rosa Höller-Radtke keine Ausweitung der städtischen Bußgeldordnung. Stattdessen schlägt sie vor, durch mehr Aufklärung eine Sensibilisierung der Bevölkerung fürs Müllproblem zu erreichen. „Wenn man sieht, dass die Leute so einfach was wegwerfen, sollte man sie darauf ansprechen”, gibt sich die Ratsfrau tapfer, denn auch sie weiß aus eigener Erfahrung, dass eine solche Ansprache nicht immer eben freundlich aufgenommen wird. „Wir sind alle für die Sauberkeit in der Stadt verantwortlich.”

Maier kann sich gar vorstellen, Mitarbeiter des Stadtbetriebs, die nicht mehr in der Lage sind, schwere Mülltonnen zu heben, in „nette orange-farbene Jacken” zu stecken und als eine Art Müllpolizei mit Mitarbeitern des Ordnungsamts durch die Parks auf Abfallstreife zu schicken. Genau wie Rosa Höller-Radtke und Elmar Rosen vom Ordnungsamt sieht er „die große Keule auspacken” als das letzte Mittel an. „Unsere Mitarbeiter, die aufklärend tätig sein sollen, müssten vorher geschult werden im Umgang mit Menschen.”

Vor allem, erklärt Rosen, „ist es sehr schwer, Übeltäter festzustellen. Denn wenn Ordnungsamtsmitarbeiter in der Nähe sind, verhalten sich alle tadellos und werfen nichts auf den Boden.” Sichtbare Präsenz von Ordnungskräften schrecke also ab, aber da wäre noch das Problem, genügend Geld für genügend Mitarbeiter zu bekommen ...
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