Aachen - Die Stadt Aachen will mehr Natur wagen

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Die Stadt Aachen will mehr Natur wagen

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Aachen. Aachen hat gemeinsam mit 135 weiteren Städten und Gemeinden in Deutschland die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen” unterzeichnet. Die Kernbotschaft der Deklaration lautet, Aspekte der biologischen Vielfalt als Grundlage einer nachhaltigen Stadt- und Gemeindeentwicklung verstärkt zu berücksichtigen.

Mit der Unterschrift erklären die Städte und Gemeinden, dass sie den Schutz der biologischen Vielfalt künftig stärker in ihre Entscheidungen einbeziehen. Damit einher gehe eine Erhöhung der Lebensqualität für die Bürger aber auch die Schaffung neuer Bewegungsräume und Erholungsmöglichkeiten sowie die Anpassung an den Klimawandel.

Die Deutsche Umwelthilfe hat im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) die „Kommunen für biologische Vielfalt” zusammengebracht und für die Deklaration gewonnen. Der Anklang bei den Städten und Gemeinden ist so groß, dass sie sich in einem kommunalen Bündnis für biologische Vielfalt zusammenschließen wollen und dies zum Tag der biologischen Vielfalt am heutigen Samstag veröffentlichen.

Mehr und mehr Kommunen erkennen den hohen Stellenwert der biologischen Vielfalt für das Gemeinwesen, teilt das Bundesamt für Naturschutz in Leipzig mit. Städte mit viel Grün sind attraktiv. Städte, die den Schutz von Lebensräumen und Tier- und Pflanzenarten in die Planungen einbeziehen, haben zugleich eine hohe Lebensqualität und erzeugen daher einen Mehrwert für die Bürger.

„Die Städte und Gemeinden sind die zentrale Handlungsebene, wenn es darum geht, die 2007 von der Bundesregierung verabschiedete Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt umzusetzen und mit Leben zu füllen”, sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel bei der Vorstellung der Deklaration. Jessel erinnerte daran, dass sich Kommunen im ganzen Land gezielt für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen.

Sie begrenzen ihr Siedlungsflächenwachstum, erhalten und entwickeln naturnahe Flächen im Siedlungsbereich, verwenden standorttypische Pflanzen und tragen zur Biotopvernetzung bei, stärken genetische Vielfalt mit kommunalen Artenschutzprogrammen oder verbessern die Durchgängigkeit von Fließgewässern.

Die Deklaration sei dabei nur ein erster Schritt, sagte Jessel. Mittelfristig möchten die Kommunen ausgehend von der Deklaration ein kommunales Bündnis für biologische Vielfalt ins Leben rufen, in dem der Erfahrungsaustausch unter den Kommunen organisiert wird. Das Bündnis soll engagierten Kommunen darüber hinaus die Chance bieten, mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen, um Förderung für Projekte zu erhalten und Einfluss auf Gesetzgebungsprozesse zu nehmen.

„Wenn Kommunen zu zentralen Akteuren bei der Umsetzung nationaler Pläne und Strategien werden sollen, dann kann die Bereitschaft dieser Kommunen, sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen, nicht einfach stillschweigend vorausgesetzt, sondern muss aktiv gefördert werden”, sagte Axel Welge, Hauptreferent des Deutschen Städtetages. „In der momentan mehr als katastrophalen Finanzlage kommunaler Haushalte, werden die Kommunen nur dann in notwendige und sinnvolle Vorhaben investieren, wenn sie auf eine verlässliche Förderstruktur seitens des Bundes aber vor allem auch der Länder zurückgreifen können”, ergänzte Ute Kreienmeier, Referatsleiterin beim Deutschen Städte- und Gemeindetag.

Wichtiges Anliegen

Unabhängig von der finanziellen Lage, zeigen Kommunen bereits seit Jahren, dass der Schutz der biologischen Vielfalt ihnen ein wichtiges Anliegen ist. Rainer Baake, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, rief weitere Kommunen auf, die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen” zu unterzeichnen und den Schutz der biologischen Vielfalt voranzubringen.

„Das ist der erste Schritt zu mehr Bewusstsein für die Rolle der Kommunen, die vor Ort konkrete Verbesserungen herbeiführen können und damit Stück für Stück die nationale Biodiversitätsstrategie umsetzen,” sagte Baake.

Nabu fordert: Der Unterzeichnung müssen nun auch Taten folgen

Der Nabu Aachen hat die Unterzeichnung der Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen” begrüßt. „Es freut uns, dass die Stadt Aachen sich im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt endlich an dieser Initiative beteiligt”, so Nabu-Vorsitzender Claus Mayr.

Den Worten müssten nun auch Taten folgen, mahnte er mit Blick auf „Planungssünden der Vergangenheit”. Mayr nennt den Elsa-Neubau in der Soers, das immer noch weitgehend ungenutzte Gewerbegebiet „Avantis” oder den Campus in Melaten.

„Jahrzehnte alte Forderungen” müssten nun auch umgesetzt werden, fordert der Nabu. Er plädiert für die Freihaltung der Aachener Bachtäler und von wichtigen Frischluftschneisen, für eine intelligente Nachverdichtung im innerstädtischen Bereich statt neuer Gewerbegebiete „auf der grünen Wiese und für einen Stopp neuer Straßenbauten wie die B 258n.

Zudem müssten der Klimaschutz und die schon bestehenden Probleme des Klimawandels stärker berücksichtigt werden. Steigende Temperaturen bedeuten eine größere gesundheitliche Belastung. Dies müsse bei der Stadtplanung berücksichtigt werden. Auf unbeschatteten großen Plätzen wie dem Bahnhofsvorplatz oder dem umgestalteten Elisengarten werde man sich kaum noch aufhalten können.

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