Die Sonne lacht über den Aachener Stadtteilzügen

Letzte Aktualisierung:
7260215.jpg
Beim Stadtteilzug durch Richterich dürfen natürlich auch die Jungs von Rhenania nicht fehlen. Alle Foto: Martin Ratajczak
7260217.jpg
Diese schmucken Damen sind aus Schleckheim nach Lichtenbusch zum Stadtteilzug gekommen.
7260223.jpg
Die Nirmer Narrenzunft zieht als Minions verkleidet beim Karnevalsumzug durch Eilendorf.
7260219.jpg
Die Brander Unterbähner führen mit ihrer Lokomotive den Stadtteilzug durch Brand an.
7260216.jpg
Der FV Haaren grüßt den Kinderprinzen Felix I., der beim Zug durch Haaren mit seinen jecken Untertanen Karneval feiert.

Aachen. Nicht nur beim Kinderzug kamen die Aachener Jecken am Sonntag auf ihre Kosten, bei strahlendem Sonnenschein konnten sie anschließend in mehreren Stadtteilen gleich nahtlos weiterfeiern. Wir waren in Brand, Eilendorf, Haaren, Lichtenbusch und Rich­terich natürlich mittenmang im Getümmel dabei.

Gäste aus Nah und Fern in Brand

In Brand wird der Begriff Karnevals-Zug noch wörtlich genommen. Denn die Brander Unterbähner führten mit ihrer Lokomotive den Tross von knapp 60 Wagen und Gruppen an, der sich von der Eckener Straße quer durch Brand bis zur Schwimmhalle schlängelte. Mit dabei waren neben den Brander Karnevalisten von den Unterbähnern, der Stiere und der Ersten Großen auch Gäste aus Nah und Fern. Von ganz nah kamen etwa die Stadtreiter, auf deren Beteiligung die Brander besonders stolz sind. Und von ganz weit entfernt ist die Fasnet-Zunft aus Kornwestheim angereist. Von weit her – allerdings zeitlich – kamen auch 16 Karls, die als „Karolus Brandus“ das Thema Karlsjahr aufgriffen. Und ganz zum Schluss schleuderte natürlich Bürgerprinz Walter II. seine Kamelle in die Menge, die bei herrlichem Wetter dicht gedrängt an den Straßen Brands standen.

28 Gruppen in Eilendorf

28 Wagen, Fußgruppen und Kapellen bildeten den Eilendorfer Karnevalszug. Vom Vereinshof in der Nirmer Straße aus wand sich der närrische Lindwurm durch die Straßen des Unterdorfs und wurde in der Severinstraße vor dem Bezirksamt von Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler und der Vorsitzenden der IG Vereine, Kathy Herms, begrüßt. Dort hatten sich besonders viele Schaulustige versammelt, die sich an der bunten Vielfalt des Zuges erfreuten. Die kam bei frühlingshaftem Wetter richtig gut zum Tragen, und so präsentierten sich nicht nur die Traditionsgesellschaften wie etwa die 1. Große Eilendorfer KG oder die Nirmer Narrenzunft mit der Kinderprinzessin Janina I. sondern auch viele fantasievoll kostümierte Fußgruppen in bestem Licht. Als Beispiele für die tollen Fußgruppen seien hier nur die „Severinchen“ des katholischen Kindergartens St. Severin und die Privatgruppe „Fritten für um hier zu essen“ erwähnt. Der Instrumentalverein Eilendorf und das Trommler- und Pfeiferkorps Eilendorf sorgten dafür, dass der Umzug auch akustisch bestens in Szene gesetzt wurde.

Prächtige Stimmung in Haaren

Die weiteste Anreise nach Haaren dürfte der Fanfarenzug Berlin-Friedrichshain gehabt haben. „Vor zwei Jahren waren sie schon mal dabei“, sagt Zug-Organisator Hans Thoma. „Denen hat es so gut gefallen, dass sie dieses Jahr wieder mitmachen wollten.“ So haben die Berliner ihren Betriebsausflug kurzerhand nach Haaren verlegt – Abstecher zum Kinder- und Rosenmontagszug natürlich inbegriffen. Knapp eine Stunde lang zogen sie am Sonntag mit zwölf weiteren Gruppen durchs Dorf und sorgten für prächtige Stimmung unter den ungezählten Narren am Straßenrand. Neben den Hooreter Jonge als Ausrichter des Stadtteilzugs waren unter anderem auch die Hooreter Frönnde, Schwarz-Rot Haaren, der DJK FV Haaren, das Rote Kreuz und aus Alsdorf die Funkengarde sowie die Blaskapelle Oberländer Buam beteiligt. Nicht zu vergessen natürlich Prinz Felix I. und seine Ritterscharen. Alles in allem brachten die Haarener somit rund 500 Menschen auf die Beine, die auf den Wagen und in den Fußgruppen schunkelten, tanzten, sangen und mit der Sonne um die Wette strahlten.

After-Zoch-Party in Lichtenbusch

Gar nicht genug bekommen, konnte beim Stadtteilzug durch Lichtenbusch offenbar das Dreigestirn Jungfrau Oli, Prinz Hubert II. und Bauer Alfred. Denn nach der eigentlichen Zugauflösung am Hotel „Zur Linde“ fuhr der Prunkwagen einfach durch zum Saal Kessel, wo eine After-Zoch-Party angesagt war. Bis dahin hatten die knapp 30 Gruppen und Wagen schon einen stattlichen Weg von Oberforstbach bis Lichtenbusch zurückgelegt und jede Menge Kamelle und sonstiges Wurfmaterial unters jecke Volk am Straßenrand gebracht. Unterstützt wurde die KG Grün-Weiss Lichtenbusch dabei natürlich von den Oberforstbacher Jonge, die in diesem Jahr mit Hubert II. den Prinzen im nach eigenen Angaben „jecksten Dörp van Europa“ stellen. Außerdem dabei war die KG Elferrat Rott, der Musikverein und die Maijungen Oberforstbach, die Schützen aus Lich­tenbusch und viele, viele mehr.

Elf-Meter-Wagen in Richterich

Wie sehr der Fastelovvend im Öcher Norden „Hand in Hand“ verläuft, erlebten die Jecken beim Stadtteilzug in Richterich: Koe Jonge und Horbacher Freunde feierten gemeinsam mit den vielen anderen Aktiven eine riesige Party. Der elf Meter lange neue Wagen der KG Horbacher Freunde war „der Star“ im Richtericher Stadtteilzug. Wagenbaumeister Reiner Gerth freute sich über das schmucke neue Gefährt, das viele Vereinsmitglieder samt Präsident Christian Vogel und Tanzmarie Jennifer Lander beförderte.

Zug-Organisator und Ehrenpräsident der ausrichtenden 1. KG Koe Jonge Richterich Karl Krichel freute sich über einen deutlichen Zuwachs: 2014 sind insgesamt 575 Personen in 25 Gruppen im Umzug dabei, das ist deutlich mehr als im Vorjahr. 170 Meter beträgt die Länge aller Wagen. Den Start bildeten die Richtericher Clowns, eine bunt kostümierte, herrlich anzusehende Fußgruppe. Die Mädchen und Jungen vom Kindergarten Parkstraße, der Instrumentalverein Richterich, die Arbeiterwohlfahrt und die närrischen Frauen machten ebenso mit wie die Grundschule Rich­terich, die Pfarre St. Martinus, die Frauengruppe „Pratsch Jeck“ und die Fußballer der Rhenania Rich­terich. Die Horbacher Freunde sind seit ihrer Gründung mit der kultigen Tram dabei.

Julian Robertz und Sascha Wilhelm gingen zu zweit als Bernhardiner-Hunde mit. Das Duo verbreitete allerorts viel Freude. Die Schützen aus Vetschau widmeten sich thematisch dem jüngsten Spross der Richtericher, der kleinen Tochter von Volksprinz Patrick I. Den krönenden Abschluss bildeten die ausrichtenden Koe Jonge mit stolzen sechs Wagen. Die Minigarde und die Minidancers machten den Anfang, die Showtanzgruppen der Icebreaker und Marangis folgten auf zwei weiteren Wagen. Die Prinzengarde, die Koe Jonge und der strahlende Volksprinz Patrick I. mit seinem Hofstaat boten das große Finale des Umzugs, bei dem nur Kamelle und Kuscheltiere regneten. Ein schöneres Wetter hätten sich die Aktiven kaum wünschen können.

Bei den Stadtteilzügen waren für die „Nachrichten“ unterwegs Gerald Eimer, Nina Krüsmann, Peter Langohr und Holger Richter (Text) sowie Martin Ratajczak (Fotos).

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert