Die Schulwegbegehung zahlt sich aus: Weniger Unfälle mit Kindern

Von: Nina Krüsmann
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Polizist Dieter Kockler macht die I-Dötzchen von der Grundschule Reumontstraße auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam. Diese Arbeit hat sich in Aachen ausgezahlt, denn die Zahl der Unfälle mit Kindern ist um ein Fünftel zurückgegangen. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Ihr müsst immer auf das Männchen achten: Ist es grün, dürft Ihr gehen, ist es rot, bleibt bitte stehen!“ Kindgerecht, aber bestimmt erklärt Wolfgang Kuck den Erstklässlern der Grundschule an der Reumontstraße, worauf es im Straßenverkehr ankommt.

Kuck ist einer der Polizeibeamten, die für den innerstädtischen Bezirk rund um die Reumontstraße verantwortlich sind. Die Schulwegbegehung, die er gemeinsam mit seinen Kollegen für die Kinder organisiert hat, ist bereits seit knapp 15 Jahren fester Bestandteil der Aktivitäten für die I-Dötzchen.

Um ein Fünftel gesunken

„Mit unserer intensiven Arbeit wollen wir helfen, Unfälle mit Kindern zu vermeiden“, betont Kuck. Und das ist in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg gelungen: Um ein Fünftel konnten Verkehrsunfälle mit Kindern reduziert werden, ganz entgegen dem landesweiten Trend. Bei Bedarf besuchen Beamte später noch einmal die Schule, wenn Auffrischungsbedarf besteht. Ansonsten gibt es ein spezielles Trainingsprogramm für die Sicherheit als Radfahrer im Straßenverkehr.

Bei der „Wanderung“ entlang des Schulweges werden die insgesamt 70 Mädchen und Jungen in drei kleinere Gruppen aufgeteilt. Von der Schule aus geht es zunächst in Richtung Mariabrunn­straße. Schilder wie „Vorsicht, spielende Kinder“ sind hier vorhanden. Kuck erklärt, worauf man bei Ein- und Ausfahrten achtgeben muss. Sogenannte Knochensteine weisen hier darauf hin, dass plötzlich ein Auto aus der Garage fahren kann beziehungsweise umgekehrt. Deshalb sollten die Kinder hier besonders aufmerksam sein. „Und am besten geht ihr immer ganz eng an der Hauswand entlang, da kann am wenigsten passieren“, rät Kuck. In Zweiergruppen folgen sie dem Polizeibeamten, der an der Kreuzung zur Lütticher Straße darauf hinweist, an einer Ampel zügig zu gehen – und wenn es dann „Rot“ wird, unbedingt schnell weiterzugehen.

Franz-Josef Kleuter betont, wie wichtig es ist, dass auch die Eltern mit ihrem Kind den Schulweg üben: „Und zwar zur üblichen Zeit vor beziehungsweise nach der Schule. Was wir zeigen wollen ist, dass nicht immer der schnellste Weg auch der sichere ist.“

Das Augenmerk der Beamten liegt darauf, dass die Kinder unbedingt die baulichen und technischen Hilfen nutzen, um eine Straße zu überqueren und nicht blind über die Straße rennen. „Wir erklären heute explizit Ampeln und Zebrastreifen“, betont Kleuter. Die größten Gefahrenstellen seien nicht die großen Straßen wie die Lütticher Straße, sondern schmale, dicht beparkte und auch von Radfahrern benutzte Straßen. „Hier wird es leicht unübersichtlich“, weiß Kleuter.

Sicherheitswesten helfen

Sein Kollege Kuck hofft, dass viel hängen geblieben ist. Die Sicherheitswesten in leuchtendem Neongelb und mit reflektierenden Streifen tragen dazu bei, dass die Kinder am frühen Morgen von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden, gerade in der nahenden dunklen Jahreszeit.

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