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Die Schülervertreter wollen die Maschen der NPD entlarven

Von: Jan Mönch
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Rot und Schwarz gemeinsam gegen Braun: Andor Schmitz (links) von den Juso-Schülern und Fabian Jänicke von der Schüler-Union wollen über Rechtsextremismus aufklären. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Adressiert war das Schreiben an die Schülervertretung des Gymnasiums St. Leonhard, der Wattenscheider Absender nannte sich ganz unverfänglich „LV-NRW”. So staunte Schülervertreter Andor Schmitz nicht schlecht, als er sich den Inhalt zu Gemüte führte - denn verfasst war dieser vom Fraktionsvorsitzenden der NPD im Kreistag Harz.

Andor Schmitz, 19 Jahre alt, ist nicht nur Schülersprecher an seinem Gymnasium, sondern auch Vorsitzender der Juso-Schüler in Aachen. Er und Fabian Jänicke, Kreisvorstandsvorsitzender der Schüler Union, sind der Meinung, dass es falsch gewesen wäre, den Brief kurzum in den Papierkorb zu befördern. Stattdessen wollen die „roten” und die „schwarzen” Schüler nun gemeinsam gegen Rechtsextremismus arbeiten.

Hetze gegen den Islam

Dabei fällt es auf den ersten Blick schwer, den Inhalt des Briefes ernstzunehmen. „Es stehen ja nur unbegründete Behauptungen drin”, stellt Schmitz fast ein wenig verwundert fest.

Tatsächlich ergeht der Verfasser, 27 Jahre alt und nach eigenen Angaben Student der Politikwissenschaft, sich in Hetze gegen den Islam sowie - frei von erkennbarer Ironie - „obskure Politiker”.

Anstelle von Fakten werden wirre Behauptungen („Selbst die Polizei traut sich nur noch zugweise und schwer bewaffnet in bestimmte Gegenden”) aufgestellt, der NPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl fordert schließlich auf: „Hilf mit und arbeite auch du für ein deutsches Deutschland.”

Verärgerter als über die diffusen Zeilen sind Andor Schmitz und Fabian Jänicke jedoch über einen im Postskriptum beworbenen „Ideenwettbewerb”. Thematisiert wird „die Islamisierung unserer Schulen, unserer Gesellschaft und unseres Landes”, zu gewinnen gibt es „immerhin satte 1200 Euro”. Junge Leute sollen also mit Geld für politische Ideen geködert werden: „Das ist einfach eine Frechheit”, findet Andor Schmitz.

Dennoch hält er es für wichtig, den braunen Wahlkampf zu thematisieren. „Denn Perspektivlosigkeit kann gerade junge Leute in den Extremismus treiben.” Gemeinsam mit Fabian Jänicke organisiert er daher zurzeit eine Infoveranstaltung, mit der die Maschen der NPD entlarvt werden sollen. Dass auch andere Schülersprecher sich bereits ratsuchend an Andor Schmitz, der auch in der Bezirksschülervertretung sitzt, gewandt haben, zeigt ihm, dass die Nachfrage da ist.

Wert legt Andor Schmitz auf die Feststellung, dass sicher auch gegen Rechts, vor allem aber für die Demokratie gearbeitet werden soll.

Wer Fragen zur Schülerpolitik hat, kann sich per Mail an Schmitz (schueler.info@jusos-aachen.de) oder Jänicke (info@su-aachen.de) wenden.
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