Aachen - Die rote Tram verabschiedet sich aus Aachen

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Die rote Tram verabschiedet sich aus Aachen

Von: akai
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Die Verfrachtung des Triebwagens gestaltete sich schwierig, am Ende ging aber alles gut. Zwei Kräne brauchten fünf Stunden, um Tram samt Schienen auf den Tieflader zu heben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die rote Tram war auf unterschiedlichen Schienen unterwegs. Zuletzt zierte sie den Aseag-Betriebshof, wo sie als letztes Relikt an die Zeit der Aachener Straßenbahn erinnerte. Am Montag ist der vierachsige Triebwagen wieder in seine Heimat nach Mönchengladbach transportiert worden.

Rund fünf Stunden mühten sich zwei Kräne, die Straßenbahn samt Schienen auf den Tieflader zu verfrachten. Es war kein leichtes Unterfangen, denn zwischenzeitlich drohte der Wagen in der Mitte zu zerbrechen. Am Ende ging aber alles glatt, und gegen 12 Uhr konnte die Bahn ihre letzte Reise Richtung Mönchengladbach antreten.

Im April 1957 feierte das „Düwag“-Fahrzeug seine Jungfernfahrt auf dem Schienennetz in Mönchengladbach und Rheydt. Als Mitte der 1960er-Jahre absehbar war, dass die Straßenbahn dort trotz aller Modernisierungsmaßnahmen keine Zukunft mehr haben würde, machten sich die Gladbacher auf die Suche nach Käufern für die noch jungen Fahrzeuge.

Fündig wurden sie auch in Aachen, wohin sie den Triebwagen 26 im Oktober 1968 überführten. Aber auch in Aachen währte seine Einsatzzeit nicht lange, weil auch hier alsbald die Zeichen auf Stilllegung standen und der letzten „Elektrischen“ 1973 der Strom abgedreht wurde.

Da diese Fahrzeuge überaus robust konstruiert und zuverlässig im Betrieb waren, fanden sich abermals Käufer für einige Exemplare. Triebwagen 26, in Aachen mit der Betriebsnummer 1016 versehen, nahm noch mal Fahrt in Mainz auf. Erst 1988 wurde er nicht mehr im Linienverkehr eingesetzt.

Zunächst verblieb der Wagen noch im Bestand der Mainzer Straßenbahn, bevor sich Aachen seiner schienengebundenen Vergangenheit besann und diesem wichtigen Kapitel der Nahverkehrsgeschichte ein Denkmal setzen wollte.

Die Aseag-Verantwortlichen erinnerten sich an Triebwagen 1016, und so fand er 1993 seinen Weg zurück auf den Betriebshof an der Neuköllner Straße. Dort wurde er aufwendig restauriert und ausgestellt. Rund 20 Jahre war er dort ein echter Hingucker und wirkte dank der guten Aachener Pflege stets wie aus dem Ei gepellt.

Seit Montag steht er in einer ehemaligen Fabrikhalle. Nach Restaurierung und neuer Farbgebung – Creme mit blauen Zierstreifen – soll er im Jahr 2017 der Öffentlichkeit auf dem Areal des Flughafens Mönchengladbach präsentiert werden. Dort soll er wettergeschützt auch als Veranstaltungsraum für Meetings oder kleinere Dinner-Events zur Verfügung stehen.

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