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Die Pubertät entzweit die Zwillingsschwestern

Von: Grit SchornSigrid Zeevaert: „Wer ich bin”. Erschienen bei Thienemann. 239 Seiten, 13,90 Euro.
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Fleißige Schreiberin: Sigrid Zeevaert widmet sich in ihrem 26. Buch den Problemen von Jugendlichen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Seit Teresa sich in den Jungen Finn verguckt hat, scheint das sonst so gute Verhältnis zwischen den zweieiigen Zwillingsschwestern getrübt. Denn Finn mag Teresa, nicht aber ihre Schwester Sus. Die wiederum ist selbst in Finn verliebt...

Die „weniger Hübsche” reagiert eifersüchtig und gekränkt auf diese neue Beziehung, die Sus naturgemäß ausschließt. Als der gemeinsame Griechenlandurlaub platzt, ist das auch schon egal. Im Gegenteil, beide Teenager sind froh, endlich mal ohne die andere zu sein.

Mit leichter Feder

Mit leichter Feder und doch keineswegs oberflächlich geht die vielfach ausgezeichnete Jugendbuch-Autorin erstmals an das Thema pubertärer Nöte heran. Frisch und lebensnah, wie man Sigrid Zeevaert bereits aus ihren früheren 25 (!) Werken kennt, schildert die Aachenerin in „Wer ich bin” die Probleme der beiden heranwachsenden Mädchen, die sich immer so eng verbunden waren, spannend erzählt aus der jeweiligen Sicht der 14-jährigen Schwestern.

Vorgestellt wurde das neue Buch in der Kinder- und Jugendbuchhandlung Schmetz am Dom. Die Erfolgsgeschichte der 48-jährigen Schriftstellerin begann 1985 mit der Veröffentlichung von „Max, mein Bruder”, eine Erzählung, die aus ihrer Studien-Abschlussarbeit entstand und auch verfilmt wurde.

Buchhändlerin Mechthild Jacobs erinnert sich noch lebhaft an die Zeit, als sie und Zeevaert im Vinzenz-Pflegeheim gemeinsam ehrenamtlich „Nachtdienst schoben” - Mechthild Jacobs durfte als Allererste das „Max”-Manuskript lesen.

„Familiengeheimnis”

Nach Büchern wie „Mia Minzmanns Mäusezucht”, „Keine Angst vor frechen Mädchen” oder „Winterwolf” und nach zwei erfolgreichen Kindertheaterstücken nun also „Wer ich bin”, das 26. Buch in 23 Jahren.

Es geht nicht nur um erste zarte Liebesbande, sondern auch um Verletzlichkeit und Stärke, Individualität und Entfaltung des eigenen Ichs. Und ebenso um die kriselnde Ehe der Eltern, die den beiden Töchtern bisher ein „Familiengeheimnis” verschwiegen haben. Ein Versäumnis, das neue, ganz andere Probleme schafft.

Zeevaert, selbst Mutter von drei Kindern und auch selbst Zwillingsschwester, erzählt packend, unterhaltsam und doch tiefgründig von diesem neuen Lebensabschnitt, der die Geschwisterbeziehung zunächst zu sprengen droht.

Lösungen will und kann die Schriftstellerin nicht anbieten, sie deckt eher Probleme auf und legt den Finger auf die Wunde. „Wer ich bin” ist ihrer Ansicht nach keineswegs ein Buch nur für Mädchen, denn auch der Junge Finn spielt eine große Rolle.

Das nächste Projekt

Wer die ebenso fleißige wie inspirierte Autorin kennt, ahnt schon, dass die nächste Veröffentlichung bereits in Arbeit ist: Ein Projekt, das mit einem Bilderbuch für die Kleinsten verbunden ist, berichtet die Frau, die sich ein Leben ohne Schreiben nicht vorstellen kann.
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