Aachen - Die Printe im neuen Gewand: Vernissage der FH Design

Die Printe im neuen Gewand: Vernissage der FH Design

Von: Nadine Preller
Letzte Aktualisierung:
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Ein neues Design für ein Traditionsprodukt: Studenten der FH Design entwickelten Ideen, wie die Aachener Printe auch für jüngere Leute attraktiv werden könnte. Im Rahmen einer Vernissage stellten sie diese Ideen jetzt der Öffentlichkeit vor. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Zu altbacken, zu wenig Pep - die Aachener Printe ruft bei so manchem jungen Menschen nicht mehr als ein müdes Lächeln hervor. Das dachten sich Diplomdesignerin Barbara Brouwers und Professor Karel Boonzaaijer von der FH Design - und gaben prompt ihren Zweitsemestern den Auftrag, das Aachener Kulturgut auch für eine junge Zielgruppe attraktiv zu gestalten.

Die Studierenden machten sich ans Werk. Nach sechs Wochen Arbeit konnten nun in einer Vernissage diverse phantasievolle Printenunikate begutachtet werden. Da gab es eine in Blattgold gewickelte Edelprinte oder auch Öcher Printen Klömkes aus der Dose.

Doch nicht nur die jungen Studierenden des diesjährigen Sommersemesters waren gefordert. Auch Viertsemester und Kandidaten des Hauptstudiums erhielten einen Designauftrag. Zum Thema „Tischlein deck dich” galt es für die Viertsemester, Tischgeschirr aus Porzellan zu fertigen. Die höheren Semester erhielten den Auftrag, einen Tisch zu entwerfen nebst „Haut” und einer „Extrafunktion”. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Aus Autoreifen wird Geschirr

„Die Studierenden haben in der gestalterischen Umsetzung so viel Mut bewiesen, wie ich es lange nicht gesehen habe”, betont Boonzaaijer. Der Professor verweist hier auf Arbeiten wie beispielsweise ein Geschirrset, das aus dem Profil eines Autoreifens stammt. „Viele denken beim ersten Hinsehen: Hiervon soll ich essen? Genau da liegt aber der Knackpunkt. Hier hat sich jemand was getraut, und das verdient Respekt.”

Dem kann Brouwers nur beipflichten. Sie erinnert sich noch an Zeiten, in denen man mit gewagten Ideen durchfiel. „Das passiert bei uns nicht. Starke Ideen rufen eben starke Emotionen hervor”, so die Designerin. „Und Emotionen beim Arbeiten erwarten wir einfach von den Studierenden. Das gibt Pluspunkte.”

Und Emotionen, besonders frustrierende, hatten die Jungdesigner in der Schaffensphase der Produkte reichlich. So zeigen ebenfalls ausgestellte zersprungene Teller und fehlgeschlagene Produkte, dass Designen auch harte Arbeit und Enttäuschung bedeuten kann. Gut, dass genug Lehm von der FH gestellt wurde und sich die Studierenden keine Sorgen um den Materialverbrauch machen mussten. Die höheren Semester hatten es da schon schwerer.

Für ihren Tisch „Romantisch” bekam Studentin Pia Sturm Bestnoten von den Lehrenden. Doch floss auch viel eigenes Geld in das Material.

Fürs Leben lernen

„Hier im Studium geht es zuweilen zu wie in der Welt da draußen”, so die 20-Jährige. „Da müsste ich auch, je nach Budget, Materialkosten einsparen und umdenken.” Die Studentin sieht es positiv: „So lerne ich hier schon fürs Leben.” Und momentan glänzen ihre Augen sowieso nur ob des Lobes von Professor Boonzaaijer für ihren Tisch.
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