Aachen - Die Osthalle soll öffentlich bleiben

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Die Osthalle soll öffentlich bleiben

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
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Die Osthalle soll für den Badebetrieb geöffnet bleiben. Dafür hat Ulrike Rüther bereits 1000 Unterschriften gesammelt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Gegen den Strom schwimmen? Davon kann bei Ulrike Rüther im Grunde genommen gar nicht die Rede sein. Schließlich hat sie für ihr Vorhaben bislang ausschließlich Unterstützung erhalten. Rüther sammelt Unterschriften, damit die Osthalle für den öffentlichen Badebetrieb auch in Zukunft weiterhin geöffnet bleibt.

Das Thema ist kein neues, aber wegen der desolaten Haushaltslage der Stadt ist es aktueller denn je. Die Verwaltung hat der Politik in den vergangenen Jahren regelmäßig vorgeschlagen, dass fortan nur noch Schwimmer aus Schulen und Vereinen in der Osthalle ihre Bahnen ziehen dürfen. Bislang fanden solche Pläne nie eine Mehrheit.

Damit das weiterhin so bleibt, sammelt Ulrike Rüther Unterschriften. Am vergangenen Samstag ist sie mit ihrer Liste über den Neumarkt gelaufen. „Da habe ich nur Zuspruch erhalten”, sagt Rüther. 1000 Unterschriften sind es bereits, sie hofft, dass es am Ende 5000 werden. Letztlich soll die Liste auf dem Schreibtisch von Oberbürgermeister Marcel Philipp landen.

In dessen aktueller Sparliste wird die Schließung der Osthalle für die Öffentlichkeit aufgeführt, wie Hans Georg Suchotzki bestätigt. „Das wird derzeit verwaltungsintern diskutiert”, sagt der Leiter des Fachbereichs Sport. Suchotzki sagt aber auch: „Es gibt noch keine Entscheidung.” In den Haushalt für 2011 seien Einsparungen bei der Osthalle jedenfalls nicht eingearbeitet.

Sollte das noch passieren, wäre die Summe, die dort vermerkt ist, wohl eher gering. „Wir rechnen gerade aus, was es der Stadt bringt”, sagt Heiner März, Leiter des Badebetriebes in der Osthalle, und fügt hinzu: „Es ist nicht viel, was sich da einsparen lässt.” Schließlich fielen die Kosten für Energie und Reinigung auch weiterhin an, wenn Schulen und Vereine das Schwimmbad alleine nutzten.



Für die Osthalle überweist die Stadt jährlich etwa 130.000 Euro an die Bad & Sport GmbH, die als Gesellschafter der Schwimmhalle fungiert. Vor rund 15 Jahren war sie vom Stadtsportbund gegründet worden, auch damals ging es darum, Kosten einzusparen. „Zu dieser Zeit war die Osthalle noch günstiger als die anderen Schwimmbäder, unter anderem, weil dort weniger Personal beschäftigt war”, sagt Suchotzki.

Mittlerweile wurden aber auch in den anderen Aachener Schwimmbädern Sparprogramme gefahren, so dass der Betrieb der Osthalle durch die Bad & Sport GmbH ungefähr das gleiche kostet, wie der der stadteigenen Schwimmbäder. Das nun ausgerechnet die Halle im Ostviertel zur Disposition steht begründet Suchotzki folgendermaßen: „Wir unterliegen dem Sparzwang und damit der Verpflichtung Vorschläge zu unterbreiten. Und egal wofür man sich entscheidet: Man trifft immer jemanden.” Zudem hätte die Schließung der Osthalle für die Öffentlichkeit durchaus positive Seiten. „Man hätte mehr Raum für Schwimmunterricht”, sagt Suchotzki.

Ulrike Rüther sieht das anders. Seit sie vor 20 Jahren nach Aachen kam, geht sie drei- bis fünfmal wöchentlich in die Osthalle. Sie schätzt das Schwimmbad, weil es für sie fußläufig zu erreichen ist. Rüther erzählt vom Saunabereich, in den vor nicht langer Zeit kräftig investiert worden sei, von den meist etwas älteren Frühschwimmern, für die die Osthalle so etwas wie ein „sozialer Mittelpunkt” sei und von den Kindern und Jugendlichen aus zig verschiedenen Nationen, die beim Schwimmen zueinander fänden.

Sie sagt: „Alle reden von Integration. In der Osthalle passiert sie.” März sieht das ganz ähnlich: „Es wurden Millionen Euro in die Stadtteilerneurung Aachen-Ost gesteckt. Und bei der Osthalle geht es jetzt darum, ein paar tausend Euro zu sparen.”
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