Die Offenen Türen haben mit steigenden Kosten zu kämpfen

Von: Margot Gasper
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Ergreifen Partei für Kinder und Jugendliche: Carsten Brehm, Udo Breuer und Sandra Jansen (v. li.) von der Arbeitsgemeinschaft der Offenen Türen (AGOT). Foto: Harald Krömer

Aachen. Braucht ein Jugendtreff eine große Musikanlage? Ja, sagt Carsten Brehm. „Wenn man mit jungen Leuten eine Musikveranstaltung organisiert, kann man nicht wie in den 1970er Jahren einen Radiorekorder in die Ecke stellen.“ Braucht ein Jugendtreff Boxhandschuhe? Ja, sagt Sandra Jansen.

„Wenn Boxen zum Programm gehört, dann müssen auch Handschuhe da sein. Man kann doch nicht von den Jugendlichen erwarten, dass sie Boxhandschuhe mitbringen.“

Brehm ist Leiter des Medien- und Kulturzentrums Philipp-Neri-Haus. Jansen leitet den D-Hof, das Kinder- und Jugendbegegnungszentrum Driescher Hof. Beide Jugendeinrichtungen gehören zur ökumenischen Arbeitsgemeinschaft der Offenen Türen (AGOT), die 21 Einrichtungen der offenen Jugendhilfe in der Region vertritt, 14 von ihnen in der Stadt Aachen. Gemeinsam mit Udo Breuer, Referent für kirchliche Jugendarbeit im Büro der Regionaldekane, versuchen Sandra Jansen und Carsten Brehm ein Standortbestimmung.

Attraktive Angebote

Sie sagen: Wenn offene Jugendarbeit junge Menschen erreichen will, dann muss sie attraktive Angebote machen. Denn egal ob eine OT einen großen Tanzboden hat, ein professionelles Tonstudio oder tolle Kochkurse anbietet: Die offenen Jugendtreffs in Aachen wollen mit diesen Angeboten ein Stück Heimat schaffen für junge Leute, einen geschützten Raum. Die Angebote in den Jugendtreffs sind niederschwellig, erläutert Jansen: „Hier darf jeder mitmachen.“

„Wir ergreifen Partei für Kinder und Jugendliche, wir schaffen ihnen Freiräume in einer Welt, die den Wert des Menschen zunehmend nur nach Leistung bemisst“, erklären die AGOT-Mitglieder. In den Offenen Türen bestimmen die Jugendlichen mit, wie sie ihre Freizeit gestalten wollen. „Hier werden Teamfähigkeit und Menschlichkeit im Umgang trainiert“, sagt AGOT-Sprecher Carsten Brehm, „da bieten wir ein hervorragendes Lernfeld.“

„Gesicherte Finanzierung“

Attraktive Angebote aber kosten Geld. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kämpfen auch die Offenen Türen um ihre Angebote. „Wir brauchen eine gesicherte Finanzierung“, erklärt Brehm. „In all den Jahren ist die Stadt Aachen immer sehr fair mit uns umgegangen“, betont er.

Gleiches gelte mit Blick auf die Einrichtungen in katholischer Trägerschaft auch für das Bistum. Bischof Mussinghoff habe sich Kinder- und Jugendarbeit offensiv auf die Fahnen geschrieben, sagt Udo Breuer. „Aber unsere Häuser werden allmählich älter“, stellt Brehm fest. „Und ein Kicker alleine zieht heute nicht mehr.“

Ganz aktuell sehen sich die Träger der Offenen Türen, egal ob in katholischer, evangelischer oder in Trägerschaft eines Vereins, mit gestiegenen Personal- und Betriebskosten konfrontiert. Zwar hat die schwarz-grüne Mehrheit im Stadtrat für alle Offenen Türen im gerade verabschiedeten städtischen Haushalt 2013 eine zweiprozentige Erhöhung der Fördermittel verankert und für die Zukunft eine jährliche Steigerungsquote in Aussicht gestellt. Nach Berechnungen der Träger wird das aber nicht reichen, um die aktuelle Finanzlücke in diesem Jahr zu schließen.

Und dann? „Entweder schaffen unsere Träger es irgendwie, die steigenden Kosten aufzufangen, oder wir müssen Angebote für die Jugendlichen reduzieren“, befürchtet Brehm. „Das aber will keiner. Auch die Politik nicht.“

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