Aachen - Die Öcher und ihr Lieblingsbaum

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Die Öcher und ihr Lieblingsbaum

Von: Martina Rippholz
Letzte Aktualisierung:
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Ein Anblick, der die Öcher glücklich macht: Wenn die Magnolie vor dem Dom anfängt, rosafarben zu blühen, hat der Frühling wirklich begonnen. Der Baum steht dort schon seit mindestens 50 Jahren. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Jetzt blüht sie wieder wie eh und je, in voller Farbenpracht: die Magnolie am Münsterplatz vor dem Aachener Dom. Ihr wunderschöner Anblick entzückt die Öcher jedes Jahr aufs Neue. Wenn ihre rosa Knospen sich öffnen, wissen sie, dass die warme Jahreszeit begonnen hat und zücken fleißig ihre Kameras.

Die Magnolie ist sozusagen ein Frühlings-Indikator inmitten der Innenstadt. Doch seit wann ist er eigentlich da, der Lieblingsbaum der Aachener? „Das ist eine gute Frage”, sagte Roland Wentzel, Öffentlichkeitsreferent des Domkapitels am Freitag auf Anfrage der „Nachrichten”. Und machte sich prompt schlau.

Zuerst beim Dombaumeister Helmut Maintz. Der beschäftigt sich zwar eigentlich nur mit totem Material rund um den Dom, mit Stein, Metall und Glas. Aber ein bisschen fühlt er sich auch verantwortlich für die Lieblings-Magnolie. „Ich beauftrage jedes Jahr den Gärtner, der den Baum schneidet”, sagt er. „Und ich achte darauf, dass er genug gewässert wird.” Maintz ist ein richtiger Fan des Baums. „Ich schließe fast jeden Vortrag, den ich halte, mit einem Bild von der blühenden Magnolie”, erzählt er. „Zusammen mit dem Dom im Hintergrund gibt das ein ganz besonderes Motiv. Das fotografiere ich auch immer wieder gerne.”

Schon in den 50ern geblüht

Seit wann die Magnolie aber nun im Domvorgarten weilt, kann Maintz nicht sagen. „Ich bin seit 1986 Dombaumeister. Seitdem gibt es sie auf jeden Fall.” Also muss jemand her, der schon länger rund um den Aachener Dom tätig ist. Gerhard Dünnwald etwa. Der Rektor der Domsingschule kann sich erinnern, dass die Magnolie schon in den 50er Jahren geblüht hat. Ein früheres Datum kann niemand nennen.

Ein steht aber definitiv fest: Älter als 1826 kann sie nicht sein. Der Grund: Vor diesem Jahr gab es diese Magnolienart überhaupt nicht. „Das ist eine Tulpenmagnolie”, sagt der Aachener Gartenexperte Peter Behrens. „Und die hat ein Franzose namens Soulange erst im 19. Jahrhundert gezüchtet. Deshalb lautet ihr botanischer Name auch magnolia soulangeana.” Den Experten wundert es gar nicht, dass die Magnolie seit Jahrzehnten jedes Jahr aufs Neue so schön blüht. „Diese Sorte ist sehr robust. Nur Spätfrost macht ihr zu schaffen”, sagt er. „Aber am Dom steht sie recht windgeschützt. So sind die Blüten nicht in Gefahr.”

Weiteren 50 oder mehr Frühlingen mit dem Anblick der schönen Dom-Magnolie steht also nichts im Weg. Wenn sie nur da bleibt, wo sie jetzt ist.
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