Aachen - Die „Neue” koordiniert Masterplan für Aachen

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Die „Neue” koordiniert Masterplan für Aachen

Von: Wolfgang Schumacher
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Christiane Gastmann ist seit September des vergangenen Jahres neue Chefin des Planungsamtes. Derzeit koordiniert sie die Bewerbungen für einen Masterplan für Aachen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Acht dicke Bewerbungen liegen auf dem Tisch der Planungsamtschefin Christiane Gastmann, und eine Jury soll bis Mitte August entscheiden, wer den Zuschlag bekommen soll. Nein, kein neuerliches Bauvorhaben ist es diesmal, nur Aachen soll endlich das bekommen, was andere Städte schon lange haben - einen sogenannten Masterplan.

So suchte die Verwaltung bislang europaweit nach einem fähigen Architektur- und Planungsbüro, das die städtischen Entwicklungsaktivitäten bündeln und Aachen endlich mit einen solchermaßen anspruchsvollen Werk versorgen soll. Dieses Ideen- und Zukunftskataster soll den Standort der Stadt zwischen historischer Domkultur im Zentrum und modernen Forschungsinstituten im Wissenschaftscampus an der Peripherie definieren, samt Querverbindungen zum Umland - kein so ganz einfaches Vorhaben.

Acht renommierte Bürogemeinschaften zumeist aus NRW - ein Bewerber davon kommt aus Berlin, weitere aus dem grenznahen EU-Ausland - trauen sich die Sache zu. Die „Neue” im Fachbereich für Stadtentwicklung und Verkehrsanlagenumriss erklärte den „Nachrichten”, was sie von einem bis Ende 2010 zu entwickelnden Masterplan erwartet.

„Wir starten ja nicht bei Null”, beschrieb Christiane Gastmann die Ausgangslage und machte deutlich, dass ein Masterplan „der Ideengeber” für eine Neufassung des bestehenden Flächennutzungsplanes sein soll. Der allerdings datiert aus dem Jahr 1980 und ist mithin beinahe 30 Jahre alt.

Zu alt, für ein modernes Aachen. Denn ein solcher Plan müsse Fragen beantworten können wie etwa: Wie geht es weiter mit dem Wohnen in unserer Stadt? Will man weitere Wohngebiete im Grünen, oder besser eine Verdichtung in bestehenden Quartiere oder beides gleichermaßen? Ist es weiter opportun, sich - trotz Städteregion und über das jetzt bestehenden Maß hinaus - mit den angrenzenden Gemeinden enger zusammenzutun oder weitreichendere Angebote an Gemeinden im Nachbarland machen?

Denn Kirchturmspolitik, das ließ die 42-jährige Baudirektorin durchblicken, behagt ihr gar nicht. Das könne sich Aachen als Oberzentrum auch gar nicht leisten. Weitere Themen seien zudem moderne Verkehrskonzepte, der sinnvolle Umgang mit Gewerbegebieten oder etwa der Naturschutz im städtischen Umfeld.

Bei der ersten Jurysitzung am 26. Juni wird entschieden, welche Büros zur Präsentation eingeladen werden, sie kommen zur zweiten Jurysitzung am 13. August - an diesem Tag wird ausgewählt. Die Büros sollen dann zur Organisation der beschriebenen Planungsziele etwas sagen. Darüber hinaus sollen sie die Entscheidungsprozesse moderieren und auch die für gut und richtig befundenen Konzepte „offensiv nach außen” vertreten, so Gastmann zum Anforderungsprofil.

Als herausragende Zukunftsaufgaben bewertete sie die Herausforderung „der diversen neuen Campusbereiche der Hochschule”. Solche Milliardenprojekte seien einzigartig für eine Stadt der Größe Aachens. „Wenn wir dann die Einwohnerzahl von rund 250.000 halten, ist das ein großer Erfolg”, formulierte sie ihre eher solide als überschäumende Einschätzung vom möglichen Wachstum der Stadt.
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