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Die Müllabfuhr kommt jetzt früher zum Wochenmarkt

Von: Werner Czempas
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Aachen. Die SPD-Politikerin Marlies Diepelt rückte die Dinge zurecht: „Ich bin froh und glücklich, dass wir keine italienischen Verhältnisse haben und dass es bei uns so gut läuft.“ In der Bezirksvertretung Aachen-Mitte stand die Müllentsorgung an. Dass die in Aachen gut organisiert ist, machte Dieter Lennartz klar, der Chef der städtischen Müllabfuhr.

Mit zwei Anträgen hatten CDU und Grüne die Diskussion angeregt. Sie könne „heute nur ein Anfang“ sein, wie Bezirksbürgermeister Achim Ferrari (Grüne) meinte.

CDU und Grüne führten die Situation in Burtscheid an, wo freitags Wochenmarkt und Müllabfuhr gleichzeitig laufen. Folge: Belästigung und Gefährdung der Marktbesucher und Marktbeschicker, Verkehrsstaus, hygienische Bedenken. Lilli Philippen (SPD) wies darauf hin, die SPD habe schon vor zehn Jahren mit einer großen Bürgerbefragung auf die Müll-Probleme in Burtscheid aufmerksam gemacht. Auch in den Geschäftsstraßen der Innenstadt, so Schwarz-Grün, komme es an den Tagen der Müllabfuhr ob der Gelben Säcke, des Sperrmülls und der Mülltonnen auf Gehwegen „zu ständigen Konflikten“.

Dieter Lennartz und seine Mitarbeiter hatten ihre Hausaufgaben gemacht. Ihre auch selbstkritische „Power-Point-Präsentation“ kam bei den Bezirksvertretern bestens an. Die Stadtreiniger haben Besucher und Beschicker des Burtscheider Wochenmarkts befragt. Der Wochenmarkt ist nicht zu verwechseln mit dem Platz Burtscheider Markt, er findet freitags von 7 bis 13 Uhr auf dem Platz neben dem Seepferdchen-Brunnen zwischen Kapellenstraße-Kleverstraße-Malmedyer Straße statt. Von 15 Marktbeschickern beteiligten sich 13 an der Umfrage. Ergebnis: Rund 70 Prozent sehen Markttag und gleichzeitige Müllabfuhr weder als störend noch als gesundheitlich bedenklich an. Eine Verlegung des Markts auf einen anderen Wochentag ist für alle Marktbeschicker „nicht vorstellbar“, so Lennartz.

Ähnlich wie die Händler äußerten sich die Kunden. Wobei diese Umfrage nicht den Anspruch erhebt, repräsentativ zu sein, da nur 16 Marktbesucher befragt wurden. Aber: 63 Prozent von ihnen befanden Markt und Müllabfuhr als „nicht störend“. Hauptprobleme seien vielmehr zu viel Verkehr und viel zu wenige Parkplätze rund um den Wochenmarkt.

Neuer Standort für Container

Trotz der überwiegend positiven Rückmeldungen hat die Müllabfuhr „erste Lösungsansätze“ eingeleitet: Abfallsammelbehälter rund um den Markt erhalten einen anderen Standort, sie werden morgens ab 7 Uhr als erste von den Müllwagen angefahren, die Sperrgutsammlung wurde von freitags auf mittwochs verlegt. Mit dem privaten Entsorger der Gelben Säcke ist der Stadtbetrieb im Gespräch, sie auf der dem Markt gegenüberliegenden Seite zu deponieren. Damit bliebe der Gehweg entlang des Wochenmarkts gelb-sack-frei.

Für die Überlegung, die Müllabfuhr auf einen anderen Tag zu verschieben, so Lennartz, bliebe von den Betriebsabläufen her nur der Dienstag. Aber auch das sei keine Lösung, da eine hohe Anzahl anderer Bürger betroffen wäre.

Ausführlich schilderte Lennartz die technischen Abläufe bei der Müllentsorgung in den Geschäftsstraßen der Innenstadt. Die Entsorgung funktioniere in der Hauptsammelzeit von 7 bis 9.30 Uhr ohne Schwierigkeiten. Die Problematik liege im Einsammeln der Gelben Säcke, die von der privaten Entsorgungsfirma erst ab 9.15 Uhr bis in die Mittagsstunden hinein gestartet werde. Der Stadtbetrieb habe deshalb vorgeschlagen, sich der frühen städtischen Entsorgungszeit anzuschließen, noch habe das Unternehmen aber nicht geantwortet.

Lennartz: „Wir verschließen uns nicht, das Thema Abfalllogistik immer wieder neu zu betrachten. Als Dienstleister geht es uns um Akzeptanz. Wir wollen die Belästigungen so gering wie möglich halten.“ Dabei stoße die Müllabfuhr an ihre Kapazitätsgrenzen. Mehr Arbeit bedeute mehr Personal. Bei einer „komplett anderen Tourenplanung“ müssten alle Reviere angepackt werden. Dieter Lennartz: „So weit trauen wir uns noch nicht vor. Drehen wir an einer Schraube, dreht sich das Rad im Großen.“

Lennartz und sein Team habe mehr geliefert „als ich erwartet habe“, zollte Achim Ferrari den Bemühungen des Stadtbetriebs Respekt. Der Bezirksbürgermeister: „Wenn wir das mit den Gelben Säcken noch hinkriegen, sind wir schon ein Stück weiter.“

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