Aachen - Die Mosaiken gehen auf Wanderschaft

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Die Mosaiken gehen auf Wanderschaft

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
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Schön bunt, aber ziemlich kaputt: Die Mosaiken zwischen Fahrbahn und Bürgersteig der Theaterstraße werden aus dem Pflaster geholt und an anderer Stelle im Stadtgebiet wieder eingebaut. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Das verkraftet das beste Mosaik nicht: Nach mehr als 100-jährigem Ausharren sind die bunten Steine im Trottoir an der Theaterstraße so marode, dass irgendetwas passieren muss. Eher uninspiriert sieht aus, was bis dato geschehen ist - die kunstvollen Gebilde wurden an den schadhaften Stellen zum Teil mit Teer zugekleistert.

Mittlerweile ist die Entscheidung zugunsten einer Radikaloperation gefallen. Die Stadt Aachen will die farbigen Teile des Pflasters komplett entfernen und an anderer Stelle wieder einbauen.

Normalerweise sieht man gar nicht so recht, was sich in der unteren Theaterstraße links und rechts der Fahrbahn befindet, weil der Streifen neben dem Bürgersteig in aller Regel zugeparkt ist. Nur wenn, wie etwa beim Rosenmontagszug, alle Autos verscheucht werden, erschließt sich die alte Pracht in voller Ausdehnung.

Allerdings macht das Ganze einen arg ramponierten Eindruck - „Wellen und Senkungen”, so Axel Costard vom städtischen Presseamt, seien zu beobachten. Was kein Wunder sei nach dieser langen Zeit, „im Lauf der Jahrzehnte sind die Mosaiken doch sehr in Mitleidenschaft gezogen worden”.

Dabei gehören die Exemplare in der Theaterstraße noch zu den wenigen, die überdauert haben. Von den insgesamt 21000 Quadratmetern Mosaikpflaster, die in den Jahren 1898 bis 1906 verlegt wurden, ist nur noch ein Bruchteil zu besichtigen. Damals gab es einen regelrechten Boom auf diesem Gebiet, ganze „Teppiche” entstanden auf diese Weise.

Zuerst waren es Privatleute, die für buntes Pflaster sorgten: Bauunternehmer erhielten das Recht, auf freien Flächen Straßenzüge anzulegen, die jeweiligen Hauseigentümer hatten sich um das Aussehen der Bürgersteige zu kümmern; die Stadt übernahm dann die fertigen Straßen in eigene Verantwortung.

Später beschloss die Stadt, auch schon bestehende Straßen mit Mosaiken zu versehen - allerdings musste es sich „repräsentative” Ecken handeln.

In den Genuss solcher Verschönerungsmaßnahmen kam daher auch die Theaterstraße, neben etwa Templer- und Seilgraben, Pontstraße und Boxgraben, Wilhelmstraße und Kaiserplatz oder auch der Vorplatz von St. Jakob. So erhielten viele Bürgersteige ein attraktives einheitliches Aussehen.

Das Anbringen von Kleinmosaik erforderte eine nicht zu unterschätzende Handfertigkeit, wie ein Gesuch des Kirchenvorstands von St. Jakob aus dem Jahr 1902 zeigt. Es gab sogar besondere Handbücher, in denen die Methodik des Pflasterns dargelegt wurde.
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