Die Melatener Brücke dümpelt vor sich hin

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Die Melatener Brücke endet im Nichts, und niemand weiß so richtig, wie es dort mit dem Bauwerk und der Anbindung der Hörn weitergehen wird. Fotos (2): Martin Ratajczak Foto: Martin Ratajczak
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Josef Hubert Bruynswyck ist ratlos: Wie lange wird die Straße an dieser Treppenanlage enden?

Aachen. Die Verbindung von der Hörn mit ihren vielen Instituten und Lehreinrichtungen ins Hochschulgebiet Melaten ist inzwischen für Radfahrer zu einer Art Sackgasse geworden. Und nicht nur das: Auch für behinderte und ältere Menschen ist oft Schluss am Ende der Brücke in der Melatener Straße.

Am Geländer der Melatener Brücke, die die Hörn seit eh und je an das Hochschulerweiterungsgebiet Melaten anschließt, türmen sich selbst in der Ferienzeit am Brückengeländer angekettete Fahrräder. Denn mehr als 40 steile Stufen hinunter auf das Niveau der Forckenbeckstraße hindern die meisten Pedaltreter an der Weiterfahrt, nur gut trainierte Radler schultern ihr Gefährt und eilen die Treppe hinunter.

Der Grund für den verkehrlichen Absturz: Seit dort das Parkhaus gebaut und fast fertiggestellt wurde, ist die Rampe der früher einmal Pkw-tauglichen Brücke weggebaggert. Nach dem Willen der städtischen Planer darf das Bauwerk über den Pariser Ring in der Tat seit langem nicht mehr von Autos benutzt werden. Nur noch eine Fahrradtrasse und natürlich ein Fußweg sollten die Verbindung zur Zentralbereich der Hörn aufrechterhalten.

Das Aus für Rollstuhlfahrer

Davon ist nun kaum noch etwas übrig, und der dortige Ratsherr Josef Hubert Bruynswyck (CDU) ist das, was er sonst selten ist – ratlos: „Mich sprechen so viele Bürger an, oft ältere Menschen, die jetzt nur noch mit Mühe ihre Spazierwege am Schneeberg, ins Rabental oder nach Siebenquellen erreichen.“ Und angesichts der Nähe zum Seniorenstift Haus Hörn sind das sicherlich viele, die jetzt nicht mehr so ohne Weiteres ins Grüne marschieren können. Denn an ein Fortkommen etwa im Rollstuhl ist kein Denken, vor der Treppe wäre unwiderruflich Endstation.

Bruynswyck: „Es bliebe nur der Umweg über die Anbindung der Valkenburger Straße, das ist viel zu weit.“ Denn auch ein Ausweichen Richtung Seffenter Weg bietet sich nicht an, zu umständlich, die Hörn steckt in der Sackgasse.

Wie es zu der unschönen Situation kam, weiß so recht niemand. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes NRW baute das Parkhaus für den Campus Melaten und baggerte die Auffahrt weg. Es könne auch möglich sein, las Ratsherr Brynswyck im Kaffeesatz der einzelnen Behördenäußerungen, dass es Bedenken beim Landesbetrieb „Straßen NRW“ gebe, die Haltbarkeit des Brückenbauwerkes betreffend. Bei der für Aachen zuständigen Niederlassung von Straßen NRW in Euskirchen war am Montag keine Auskunft zu bekommen – die Urlaubszeit hinterlässt nicht nur bei der Deutschen Bahn AG ihre Spuren.

Wenn dem so wäre, müsste das Brückenbauwerk komplett erneuert werden, obwohl ja ein Autoverkehr sowieso nicht mehr infrage kommt. Denn Korrosion habe man bereits jetzt bei der teilweise abgerissenen Bausubstanz vorgefunden, erklärte Axel Costard vom städtischen Presseamt. Die Stadt, so Costard weiter, sei „in engen Gesprächen“ mit dem mitverantwortlichen BLB und Straßen NRW, um eine Lösung hinzubekommen.

Das hätte gerne auch Bruynswyck gehört, und dazu noch, welche Art von Lösung das dann wäre. Denn der CDU-Ratsherr war auch deshalb angesäuert, weil alle seine Versuche, Antworten von den zuständigen Stellen zu bekommen und seinen „Hörnern“ damit weiterzuhelfen, bislang im Sande verliefen. „Ich habe zigfach versucht, die stellvertretende Leiterin des BLB zu erreichen. Sie hat einfach nicht geantwortet“, ärgert sich der Ratsherr.

Die Vize-Chefin der Aachener BLB-Niederlassung, Ute Willems, scheint in der Tat sehr beschäftigt. Auch die „Nachrichten“ warten seit Tagen auf einen Rückruf. Falls sich absehbar nichts ändere, meinte Bruynswyck, wolle er die Sache in Form eines Antrags im Rat vorbringen.

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