Die Macher des Zeitungsmuseums hatten den richtigen Riecher

Von: Nicola Gottfroh
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„Gestatten, wir sind die Mach
„Gestatten, wir sind die Macher des Zeitungsmuseum”: Das Haus in der Pontstraße hat sein modernes Erscheinungsbild Annette Metzler, Harald Steinkamp, Horst Fischer, Saskia Petermann, Andreas Düspohl (hinten) und Andreas Gartz (von links) zu verdanken. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Verstaubt und antiquiert, so hat sich das Internationale Zeitungsmuseum in Aachen noch vor einigen Jahren gezeigt. Nach zweijähriger Umbauarbeit ist daraus ein multimediales Museum geworden, das Jung und Alt gleichermaßen begeistert, wie Museumsleiter Andreas Düspohl betont.

„Das Besondere und Neue des Museums wird immer wieder gelobt”, erklärt er. Vor allem aber von der Architektur und dem Design sind die Besucher angetan, die in den vergangenen zehn Tagen seit der Eröffnung das historische Haus an der Pontstraße gestürmt hätten.

Diese Begeisterung nahmen der Museumsleiter und die Vorsitzende des Fördervereins, Meike Thüllen, zum Anlass, noch einmal die „Macher” des Museums der Öffentlichkeit vorzustellen. Denn „sie sind diejenigen, die großartige Arbeit geleistet haben”, lobt Thüllen.

Ein langer Weg

Der Weg zwischen der Schließung des alten Museums und Eröffnung des neuen war lang. „Zunächst einmal ging es darum, Inhalte und Themen zu finden, festzulegen und zu definieren. Es musste also zunächst einmal eine Grundstruktur des neuen Museums entwickelt werden”, erklärt der Architekt Horst Fischer von Fischerarchitekten. „Neben der baulichen Umgestaltung war es auch unsere Aufgabe, eine Grundkonzeption für eine neue Ausstellung zu entwickeln und zu gestalten, die sich in die räumlichen Vorgaben einordnet.”

Mit im Boot waren dabei auch Andreas Düspohl und Harald Steinkamp, Geschäftsführer der Firma Inside, die spezialisiert ist auf TV-, Audio- und Videoproduktionen. „Es sollten Vielfalt und Dramaturgie entstehen. Wir wollten ein modulares System, keine lineare Struktur”, sagt Steinkamp.

Bald stand dann das Konzept der interdisziplinären Gruppe. Fünf Räume sollten entstehen, die Inhalte der einzelnen Abschnitte der Dauerausstellung waren schnell festgelegt mit den Themenschwerpunkten „Vom Ereignis zur Nachricht”, „Medien für die Massen”, „Lesen und Lesen lassen”, „Lüge und Wahrheit” und „Media LAB”.

Erst danach ging es an die bauliche Umgestaltung des Hauses. Vor allem für das Team von Fischerarchitekten - Horst Fischer, Annette Metzler und Manfred Gottschalk - eine große Herausforderung. „Das Museum ist Aachens ältestes Bürgerhaus aus dem Jahr 1496. Wir wollten es natürlich für eine zeitgemäße Museumsnutzung umgestalten, der Charme musste aber erhalten bleiben. Natürlich war es selbstverständlich, dass jede Kleinigkeit, die wir veränderten, jedes Loch, das wir bohrten, mit der Unteren Denkmalbehörde abgestimmt werden musste”, sagt Annette Metzler. Viel Arbeit, die sich doch gelohnt hat.

Für das neue Erscheinungsbild des Museums in der Öffentlichkeit zeigte sich das Aachener Unternehmen für visuelle Kommunikation „Wesentlich” verantwortlich.

Staub „weggewischt”

„Wir haben das verstaubte Logo aufgefrischt und dem ganzen Museum damit ein neues Gesicht gegeben”, sagt Saskia Petermann. Auch die Kampagne, den Webauftritt, die Ausstellungsgrafik und das Leitsystem hat die Agentur entworfen. „Das Projekt Zeitungsmuseum war schon vielfältig”, sagt Andreas Gartz von der Agentur „Wesentlich”. „Aber wir haben alle gemeinsam in einem guten Team gearbeitet, alle Disziplinen hatten bei dem, was sie machten, ein gutes Gefühl.” Und den Besucherreaktionen nach zu urteilen, lagen sie damit goldrichtig.

Noch ist nicht alles fertig, sobald die Ausstellung abends geschlossen ist, wird noch geschraubt und gebohrt - immerhin soll in naher Zukunft noch ein Didaktikraum für Workshops entstehen. Und auch im Eingangsbereich soll es noch einen Blickfänger geben, der Passanten ins Museum zieht. Vor allem wünschen sich die Macher noch ein gläsernes Eingangsportal.

Für die „Macher” ist das Projekt Zeitungsmuseum noch nicht endgültig abgeschlossen, aber auf das Geschaffte, so findet Meike Thüllen, dürfen sie schon jetzt stolz sein.
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