Die Lesegeräte in den Aseag-Bussen geben Rätsel auf

Von: Sarah-Lena Gombert
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Wo geht es rein, wo geht es raus? Beim Ein- und Ausstieg in die Busse der Aseag haben die Kunden ganz unterschiedliche Präferenzen. Foto: Harald Krömer
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So sehen die E-Tickets und Lesegeräte in den 220 Bussen der Aseag aus. Foto: Aseag/Archiv

Aachen. Die Digitalisierung der Welt schreitet voran – auch in den Bussen der Aseag. In allen 220 Bussen der Aseag und ihrer Subunternehmen, die im Stadtgebiet unterwegs sind, sind Lesegeräte für die neuen E-Tickets installiert worden.

Diese werden nun nach und nach in Betrieb genommen und schrittweise getestet. Ab dem 8. Januar sollen die Geräte auch von den E-Ticket-Kunden benutzt werden. Das sind Schüler, Studenten, Jobticket-Inhaber oder Aktiv-Abo-Besitzer. Doch nicht allen Aachenern, die regelmäßig mit dem Bus fahren, leuchtet das neue System ein, bei dem sie ihre Tickets bei jeder Busfahrt an das Lesegerät halten sollen.

Elisabeth Wierich beispielsweise, 76 Jahre alt und Inhaberin einer Abo-Karte, stellt den Sinn des neuen Systems infrage und hat sich mit ihrem Anliegen sowohl an die Aseag als auch an die „Nachrichten“ gewandt.

„Es ist äußerst unbequem, das Ticket beim Einsteigen parat zu haben“, schreibt Elisabeth Weirich und weist auf Kunden hin, die beispielsweise Einkäufe tragen, ihren Rollator oder einen Kinderwagen in den Bus heben müssen. Weitere Aseag-Kunden äußern sich in E-Mails an unsere Redaktion ganz ähnlich kritisch zu diesem System.

Und das ist noch nicht alles: Auch sei die Chance auf einen Sitzplatz ihrer Erfahrung nach größer, wenn man ganz vorne, also beim Busfahrer, einsteigt. Von dort einmal quer durch den Bus zu laufen und wieder zurück sei sehr mühsam. „Insbesondere dann, wenn es im Bus voll ist und man sich durchquetschen muss“, sagt Elisabeth Wierich im Gespräch mit den „Nachrichten“.

Viele Kunden steigen hinten ein

Doch was passiert, wenn ein E-Ticket-Kunde seinen gültigen Fahrschein zwar dabei hat, aber nicht den Scanner nutzt?

Jeder Aseag-Kunde, egal ob Schüler, Student, Jobticket-Kunde oder Gelegenheits-Fahrer, muss bei Benutzung der Busse ein gültiges Ticket mit sich führen, betont die Aseag auf Anfrage. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. „Wir wollen aber erreichen, dass die E-Ticket-Kunden über die hintere Tür in den Bus einsteigen und ihr Ticket dort am Lesegerät einscannen“, sagt Paul Heesel, Sprecher der Aseag.

Warum das Gerät an der zweiten Tür hängt, und nicht direkt beim Busfahrer? „Unsere Kunden haben verschiedene Gewohnheiten und Präferenzen, wo sie einsteigen“, erklärt Heesel. So gebe es natürlich Menschen, die lieber vorne beim Busfahrer einsteigen, andere bevorzugen hingegen die hintere Tür. „Bei einem Test auf unserem Gelände haben wir festgestellt, dass der hintere Einstieg für die E-Ticket-Scanner am sinnvollsten ist.“ Unter anderem würden Kunden mit Rollator oder mit Kinderwagen ohnehin hinten einsteigen.

Zwei Scanner pro Bus kämen aus wirtschaftlichen Gründen nicht infrage.

Von einem digitalen „Entwerten“ kann man bei den Lesegeräten zwar nicht sprechen – noch nicht: „Wir werden das E-Ticketing ausweiten“, erklärt Paul Heesel. Er schätzt, dass 2019 wahrscheinlich auch Gelegenheitskunden ihre Tickets digital erwerben und dabei haben werden. Und dann könnten die Lesegeräte zur „Entwertung“ eingesetzt werden.

Mit anderen Worten: Wer sein Schüler- oder Studententicket, sein Jobticket oder seine Monatskarte als E-Ticket nutzt und diese nicht am Lesegerät einscannt, hat trotzdem ein gültiges Ticket dabei. Die Busfahrer sollen ab Januar aber die Kunden darauf hinweisen, dass sie ihr Ticket bitte trotzdem scannen sollen. Sanktionen oder Strafgebühren werden aber wohl nicht fällig, falls ein Kunde das Scannen einmal vergessen sollte.

Zusätzliche Kontrollen wird es in den Bussen aber auch weiterhin geben: „Wir werden bei unseren Kontrollen zukünftig verstärkt auf Fahrgäste achten, die das Lesegerät nicht nutzen“, sagt Heesel, „wir können also effizienter kontrollieren, was für im Sinne der Einnahmesicherung wichtig ist.“

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