Aachen - Die Kostüme fanden reißenden Absatz

Die Kostüme fanden reißenden Absatz

Von: Nina Krüsmann
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Hereinspaziert: Schon am Samstagnachmittag, bei strahlendem Sonnenschein, nahm das Theaterfest mächtig Fahrt auf, am Abend folgte die große Gala. Schauspieler und Besucher freuten sich beide gleichermaßen über den beginn der neuen Spielzeit. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Endlich geht es wieder los: Der Theaterplatz war am Samstag Dreh- und Angelpunkt des kulturellen Geschehens in Aachen. Mit dem traditionellen Fest läuteten das Theater Aachen als Initiator, das Grenzlandtheater der Städteregion und die freien Bühnen die neue Spielzeit ein.

Kostproben, Workshops, Führungen und viele Überraschungen zogen Tausende von Schaulustigen an. Auf der Außenbühne waren nicht nur die Sänger, Schauspieler und Musiker des Theaters aktiv, sondern auch die „Instant Music Band” und „Me and my Drummer”.

Auch das Grenzlandtheater, die Stadtpuppenbühne Öcher Schängche und sieben weitere freie Theatergruppen präsentierten ihre Pläne für das kommende Jahr. Das Fest zum Spielzeitstart hat eine lange Tradition, ebenso wie die Kooperation der verschiedenen Aachener Theater. Mit einem Shuttlebus machten sich die Besucher auf den Weg zum Theater K, zum Mörgens und zum Theater 99, das in dieser Spielzeit sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Im Theater 99 am Gasborn zeigte das Ensemble eine Kostprobe aus dem Stück „Die drei Musketiere,” das im Dezember Premiere feiert. Am Abend machte eine große Jubiläumsrevue Lust auf mehr. Im Grenzlandtheater, das bereits im September mit den „Buddenbrooks” in die Spielzeit gestartet ist, gab es zur Feier des Tages gleich zwei Aufführungen des Klassikers von Thomas Mann.

Gala am Abend

Was eigentlich ein Inspizient macht, erklärten im Stadttheater Kai Weßler und Marlene Wick den interessierten Besuchern. Auch Dramaturgin Inge Zeppenfeld und Bühnenbilder Detlev Beaujean gaben Einblicke in ihre Arbeit hinter den Kulissen. So lernten die Theaterfans, dass es von der Skizze bis auf die Bühne ein weiter Weg ist, wie Programmhefte entstehen und wer aufpasst, dass auf der Bühne alles glatt läuft.

Wie immer beim Theaterfest ist nicht nur „Hingucken”, sondern auch „Mitmachen” gefragt. Die Chance, einmal eine große Arie im Duett mit einem richtigen Opernsänger zu schmettern, gab es beim „Opernkaraoke”. Theaterpädagogin Katrin Eickholt lud Familien ein, in die Welt von Ronja Räubertochter einzutauchen. Renate Schwiert plauderte aus dem Nähkästchen, erzählte Besonderheiten und Herausforderungen bei der Erstellung der ausgestellten Kostüme. Die anschließende Kostümversteigerung mit Manfred Hammers fand reißenden Absatz und überall auf, unter und hinter die Bühne tummelten sich die Besucher. Auch Infos über Ausbildungsberufe am Theater waren gefragt.

Gelegenheit, das Ensemble von einer ganz anderen Seite zu erleben, bot sich am Abend bei der großen Theaterfest-Gala. Zum ersten Mal in dieser Spielzeit hob sich der glitzernde Vorhang der großen Bühne. Bei einem Überraschungsprogramm stellten sich auch die sechs neuen Schauspieler erstmals dem Aachener Publikum vor.

Alle Plätze besetzt

Gespannt und voller Vorfreude füllten die Zuschauer Parkett und Ränge bis auf den letzten Platz. Gekonnt und witzig leitete Markus Weickert durch das Programm, der ab 16. September in der „Traumnovelle” seinen ersten großen Auftritt in Aachen hat. „Alles außer Oper verspreche ich Ihnen heute Abend”, sagte Weickert gerade noch, als Opernkollegin Nadine Kiesewalter aus „Madame Butterfly” aufgeregt die Bühne stürmte. Aber eine Arie sang sie nicht, schließlich sind heute Chansons, Pop und Rockn´Roll angesagt.

Benedikt Voellmy, smarter Neuzugang aus der Schweiz, startete mit „Theater, Theater, rein in die Zauberwelt und auf die Bretter, die die Welt bedeuten”. Mit ihrer Interpretation von „Fever” begeisterte Mezzosopranistin Astrid Pyttlik das Publikum. Ihr gleich tat es Patricio Arroyo mit seiner einfühlsamen Darbietung einer chilenischen Volksweise.

Trotz des stressigen Theaterbetriebs eigene Popsongs schreiben kann der Isländer Hrólfur Saemundson, der mit einer Eigenkomposition seine Zuhörer mitriss. Für tosenden Applaus sorgte Randall Jakobsh, der kurzerhand in die Rolle von „Elvis” geschlüpft war und den Hüftschwung des King perfekt geübt hatte. „Genau wie Sie, liebes Publikum, bin ich von den Überraschungen unseres Ensembles begeistert. In Zeiten knapper Kassen tut es gut, solch tolle Leute im Rücken zu haben”, freute sich Intendant Michael Schmitz-Aufterbeck.

Am Ende hatte nicht nur Nadine Kiesewalter, die demnächst „Antigone” spielt, ihren großen Auftritt. Auch alle anderen Ensemblemitglieder bedankten sich mit „Thank you for the music” beim Aachener Publikum und machten viel Lust auf Theater.
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