Die Klaus-Hemmerle-Schule setzt ein deutliches Zeichen

Von: Jan Mönch
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Starker Protest: Gegen die Schließung der Klaus-Hemmerle-Schule gingen 130 junge und ältere Demonstranten auf die Straßen der Innenstadt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Spielraum, der noch für die Rettung der Klaus-Hemmerle-Schule (KHS) besteht, ist nicht besonders groß. Darüber ist Jochen Woldt sich im Klaren.

Doch weil der Spielraum zwar nicht groß, nichtsdestotrotz aber vorhanden ist, demonstrierte das Schulpflegschaftsmitglied am Samstagvormittag gemeinsam mit Lehrern, weiteren Eltern und vor allen Dingen vielen Schülern für den Erhalt der Hauptschule in der Franzstraße.

Soziale Projekte

Wie berichtet, wurde Ende Oktober vom Schulausschuss der Vorschlag formuliert, dass drei Aachener Hauptschulen 2011 in ihr letztes Schuljahr gehen sollen. Neben der KHS würde dies die Hauptschulen in Eilendorf sowie am Kronenberg betreffen. Die Stadt möchte so eine vierte Gesamtschule ermöglichen, die im Gegensatz zu den meisten Hauptschulen aller Voraussicht nach nicht mit niedrigen Anmeldezahlen zu kämpfen hätte.

Nun ist es nicht so, dass Jochen Woldt die Probleme des Konzepts Hauptschule ignoriert. „Vielleicht sind die Hauptschulen ja irgendwann wirklich nicht mehr zu retten. Aber dass gerade wir als erstes geschlossen werden sollen, ist für mich nicht nachvollziehbar.” Denn mit der KHS würde die einzige katholische Bekenntnishauptschule aus Aachens Schullandschaft verschwinden.

Ähnlich sehen das die nach Polizeiangaben 130 Demonstranten, die von der Franzstraße aus durch die Innenstadt in Richtung Marktplatz ziehen. Schulleiterin Monika Schüttert ist überzeugt: „Es reicht einfach nicht, an anderen Hauptschulen einen katholischen Baustein einzusetzen, um unser Angebot zu ersetzen.” Neben Religionsunterricht und Gottesdiensten setzt die KHS ihr Profil auch durch soziale Projekte mit Altersheimen und Kindergärten um.

Gewachsene Strukturen

„Man kann nicht den Namen oder das katholische Profil an eine andere Schule weitergeben. Man benötigt gewachsene Strukturen und jahrelange Erfahrungen”, schlägt Jochen Woldt bei der abschließenden Kundgebung auf dem Markt in die gleiche Kerbe.

Unterstützt wurde die Demo auch vom Katholikenrat. Die Planungen der Stadt seien nicht der Wahrheit letzter Schluss, mahnt Sprecher Martin Hoppe. Offenbar habe man hinter den Rathausmauern nicht mit dem Widerstand von Seiten der KHS gerechnet. „Wenn nun ausgerechnet eine christdemokratisch geführte Ratsmehrheit über die Schließung entscheiden sollte, gäbe mir das auch als Wähler zu denken.” Jochen Woldt äußert ebenfalls seinen Unmut über die Kommunikation, die bislang zwischen Politik und Schulen stattgefunden habe. „Wir hätten uns gewünscht, dass man alle Schulleiter an einen Tisch holt und fragt: Was machen wir jetzt?” Dies sei nicht geschehen: „Daher lautet nun unsere Bitte: Brecht das nicht übers Knie!”

Die Empfehlung des Schulausschusses an den Stadtrat steht für den kommenden Donnerstag aus.
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