Aachen - Die Ideen fahren Achterbahn

Die Ideen fahren Achterbahn

Von: Nadine Jungbluth
Letzte Aktualisierung:
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„Herrenabend” im Theater K mit dem Stück „Liebe: Praktisch geht fast alles!” Schauspieler Christian Cadenbach (l.) und Stephan Wurfbaum gewinnen das Herz der Publikumskritiker. Foto: Harlad Krömer

Aachen. „Das optimale Stück für die Bastei-Bühne!” Thomas Baum ist fasziniert von der aktuellen Nummer des Theater K. „Erotisch angehaucht, ein Touch skurriler Humor - wo wirkt das besser, als in einem alten Varietétheater?”

In „Liebe: Praktisch geht fast alles!” riskieren Christian Cadenbach und Stephan Wurfbaum in einem literarisch-musikalischen „Herrenabend” tiefe Einblicke in die männliche Seele. Stets dem Thema Liebe zugewandt beleuchten sie mal bekanntere, mal unbekannte poetische Ecken, spielen Szenen aus Thomas Mann und Eckhard Henscheid - und gewinnen auf der Premiere das Herz der Publikumskritiker.

„Cadenbach und Wurfbaum sind einfach ein tolles Team”, beurteilt Inge Lehmann nach dem Stück die Leistung der beiden Protagonisten. „Da sprang der Funke sofort auf die Zuschauer über.” Auch Henrike Lemmerz ist noch lange nach der Aufführung von den Schauspielern angetan: „Der charmante Humor der beiden hat mich einfach überzeugt.”

Das die Leistung der beiden Bühnenkünstler beeindruckt, ist auch während der Aufführung im Publikum zu spüren. Da wirkt „schwere Literatur” plötzlich ganz leicht und eine russische Tom-Jones „Sex-Bomb-Darbietung” bringt die ohnehin schon aufgeheizten Zuschauer zum Kreischen. Derweilen sind Cadenbach und Wurfbaum stets darauf bedacht, jeden noch so kleinen Winkel, jedes noch so kleine Requisit der Zehn-Quadratmeter-Bühne auszunutzen.

Das beeindruckte Baum ganz besonders: „Der rasche Rollenwechsel, einschließlich Szenerie, gelingt den Schauspielern mit wenigen Requisiten”, berichtet er und fährt fort: „Das Stück brilliert durch einfache und ehrliche Mittel. Eine wahre Achterbahnfahrt an Ideenreichtum.”

Kaum zu glauben für Lemmerz nach turbulenten 90 Minuten ohne Pause, wie schnell die Zeit vergehen kann. Auch Lehmann ist überrascht: „Es ist nie langweilig geworden. Die perfekte Länge - und das ohne Unterbrechung.” Auch Baum weiß: „Ich habe die Zeit nicht gemessen, aber der Spannungsbogen wurde konsequent zu Ende geführt.”

Im „äußerst diesseitigen Abend”, wie es in der Ankündigung heißt, also weit entfernt von Pilcher und dergleichen, fühlte sich Lehmann dennoch zuweilen verloren. „Für meinen Geschmack waren die Texte gelegentlich etwas zu diesseitig”, lacht sie. „Aber das sind eben Herrenabende.” Und auch wenn diese sonst nicht so ganz Lehmanns Fall seien: „Der hier hat mich überzeugt!”
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