Aachen - Die Idee: Elektronischer Lotse für Gehandicapte

Die Idee: Elektronischer Lotse für Gehandicapte

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Navibil”: Hinter diesem Namen steht die Idee, eines elektronischen Stadtplans für Menschen mit Behinderungen.

Er soll unter anderem Informationen zu Barrieren, Steigungen im Gelände, grobe Pflasterungen sowie Orientierungshilfen für Blinde liefern.

Hinweise auf Sehenswürdigkeiten, öffentliche Gebäude und Geschäfte, die auch mit dem Rollstuhl zugänglich sind, sollen ebenso enthalten sein wie Angaben zu barrierefreien Toiletten und Behindertenparkplätzen.

Die Idee kam im Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie gut an. Einmütig sprachen sich die Politiker dafür aus, entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Die Verwirklichung des Projektes soll in drei Phasen erfolgen, so die Verwaltung. Zunächst soll ein Papierplan mit den entsprechenden Informationen erstellt werden.

Der könnte dann ins Netz gestellt werden, wo die Nutzer ihn selbst mit zusätzlichen Infos immer weiter vervollständigen könnten. In der dritten Phase sollen die gesammelten Infos in einer Art „Organizer” elektronisch nutzbar gemacht werden. Blinden und Menschen mit Behinderungen stünde dann ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Navigationssystem zur Verfügung.

Laut dem Sozialverband VDK würde ein solcher Stadtplan Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern. Die Verwaltung folgt dieser Einschätzung: Aachen als Kulturstadt mit dem Weltkulturerbe Dom, als internationale Stadt der Wissenschaft und als Sportstadt mit dem CHIO sollte Gästen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, einen solchen Stadtplan zur Verfügung stellen. Die Sozialpolitiker teilen diese Meinung.

Schade sei allerdings, einen solchen Stadtplan auf den inneren Alleenring zu beschränken, meinte Daniel George (FDP). Er sieht auch Bedarf in den Stadtteilen. Die Verwaltung will das Projekt in den nächsten Monaten in Angriff nehmen. Dabei sollen auch Behindertenorganisationen und die städtische Kommission „Barrierefreies Bauen” eingebunden werden. Über Kosten und Finanzierung konnte die Verwaltung noch keine Angaben machen. Eine Möglichkeit sei, die Kosten durch Anzeigen zu decken.

Vor Jahren habe es bereits ein ähnliches Projekt gegeben. Damals sollte ein Plan für Touristen mit Behinderungen die Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum vorstellen. Da es seinerzeit aber noch sehr viele Barrieren innerhalb der Stadt gab, wurde der Plan nie herausgegeben. In der Zwischenzeit habe sich aber viel getan. Der Behindertenbeauftragte der Stadt unterstütze deshalb die Idee zu einem Stadtplan für Menschen mit Behinderungen.
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